Ungewöhnlicher Anblick
Die Geburt Jesu vor dem Bonifatiuskloster - Klosterkrippe erzählt Geschichte
Fotos: Bonifatiuskloster
22.12.2025 / HÜNFELD -
Wer die Klosterkirche des Bonifatiusklosters in Hünfeld (Kreis Fulda) betritt, wird bereits im Eingangsbereich von der beeindruckenden Größe des Kirchenraums und der besonderen Atmosphäre empfangen. In diesem Jahr zieht vor allem die kreative und außergewöhnliche Klosterkrippe die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher auf sich: Fast 100 Krippenfiguren gruppieren sich um das Geschehen der Geburt Jesu. Die Szene spielt nicht in einem fernen Stall, sondern vor der Kulisse der Klosterkirche Hünfeld. Damit schlägt die Krippe eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die diesjährige Klosterkrippe ist eng mit der Geschichte des Hauses verbunden. Anlass der aufwendig gestalteten Krippenlandschaft ist in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum: Das Bonifatiuskloster besteht seit 130 Jahren, die Klosterkirche seit 125 Jahren. "Beides ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gott auch heute unter uns Wohnung nimmt – so wie wir es an Weihnachten feiern", erklärt Pater Superior Pater Felix, der die Krippe geplant und gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden aufgebaut hat.
"Die Menschwerdung Gottes ist nicht nur ein Ereignis der Vergangenheit. Sie wird konkret an Orten, an denen Menschen glauben, dienen und beten. Die Krippe erzählt davon, dass Hoffnung, Nähe, Engagement und die Nähe Gottes nicht abstrakt sind. Einer dieser Orte ist unser Kloster."
Die Klosterkrippe ist bewusst nicht alltäglich gestaltet. Neben klassischen Darstellungen finden sich außergewöhnliche Figuren und Szenen, die man in einer Krippe sonst kaum erwartet und überraschen und zum Nachdenken anregen sollen. Sie erzählen von der Geschichte und dem Auftrag der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, die das Kloster im Jahr 1895 gründeten. "Unsere Mitbrüder folgten damals einem inneren Ruf", so Pater Felix. "Sie wollten dem Evangelium in dieser Region ein Gesicht geben – lebensnah und mitten unter den Menschen- – mit Bildungsarbeit, Seelsorge und internationalem Engagement. Viele Oblaten wurden in die Mission gesandt, um die Botschaft von Weihnachten in die Welt zu tragen: Gott ist den Menschen nahe."
Die Gemeinschaft des Bonifatiusklosters freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Vorbeizukommen, innehalten und diese besondere Weihnachtsinszenierung auf sich wirken zu lassen. Es lohnt sich. (mmb/pm) +++