Großes Zahlenwerk
Hier stehen die meisten Blitzer und das sind die lukrativsten Raser-Schrecken
Symbolbild: Collage O|N
05.01.2026 / REGION FD -
Sie sind Raser-Schrecken, Tempo-Fallen, Straßen-Schützer - stationäre Blitzer sind des einen Freud und des anderen Leid. Sie sollen die Einhaltung der Verkehrsregeln fördern, sorgen so für Sicherheit und bringen ganz nebenbei den ein oder anderen "Taler" in die kommunalen Haushalte, um die es bekanntlich meist weniger gut bestellt ist. Wer hat die meisten Geschwindigkeits-Paparazzi, wo stehen die lukrativsten Foto-Teufel?
Wir haben die insgesamt 23 Städte und Gemeinden im Kreis Fulda gefragt: "Wie viele Blitzer gibt es in Ihrer Gemeinde?" und "Wie viel Geld haben die einzelnen Blitzer in den vergangenen Jahren in die Gemeindekassen gebracht?" Diese Daten haben wir dann ausgewertet. Vorweg: Eine Kommune schafft es gleich in mehreren Kategorien aufs Treppchen.
(K)eine Überraschung - hier stehen die meisten "Straßen-Fotografen"
Die meisten dürfte dies nicht überraschen: Platz Eins bei der Summe der Blitzer belegt die größte Stadt der Region, Fulda. Elf Blitzer warten hier auf unaufmerksame Autofahrer. Rund 727.000 Euro konnten so im Jahr 2024 vereinnahmt werden. Dabei sind Kosten in Höhe von rund 279.000 Euro angefallen. Dank der ausführlichen Antwort der Stadt wissen wir außerdem: Noch im Jahr 2020 standen lediglich 379.000 Euro auf der Haben-Seite, bei Ausgaben von rund 284.000 Euro. Seither ist diese Schere immer weiter aufgegangen. In diesen Gemeinden stehen die Radar-Fallen besonders dicht
Die höchste Blitzer-Dichte gemessen an der Einwohnerzahl kann Gersfeld verzeichnen. Hier kommt ein Blitzer auf nur etwa 1.784 Einwohner. Insgesamt drei stationäre Blitzer stehen in der 5.352 Einwohner starken Wasserkuppen-Stadt. Auf Platz zwei liegt Eichenzell mit etwa 2.370 Einwohnern pro Blitzer bei jetzt fünf Blitzern und insgesamt knapp 12.000 Einwohnern.Auf Platz drei liegt Hofbieber mit 3.137,5 Einwohner pro Blitzer. In dem Luftkurort leben etwa 6.275 Einwohner. Zwei Blitzer warten auf Raser, die nach Angaben der Gemeinde aber kaum geblitzt wurden. "Dadurch, dass die Anlagen in den letzten Jahren kaum bis gar nicht betrieben wurden, sind hier auch keine beziehungsweise nur geringe Einnahme zur verzeichnen", heißt es aus dem Rathaus.
Hier sind die Foto-Teufel besonders viel wert
Die "lukrativsten" Raser-Schrecken stehen in Eichenzell. In diesem Fall liegen der Erhebung allerdings lediglich zwei Blitzer zugrunde, da die drei Neubauten zum Zeitpunkt der Erhebung noch kein Geld abgeworfen haben. Rund 167.821 Euro an Einnahmen verzeichnete die Kommune pro Blitzer im Jahr 2024, das entspricht der Summe von 335.643 Euro. Im Jahr 2023 waren es nach Angaben der Gemeinde sogar stolze 450.827 Euro an Erträgen aus Ordnungswidrigkeiten. Dabei handele es sich allerdings um Einnahmen aus stationären, wie auch mobilen Messungen und der Parkraumüberwachung.Platz drei steht derweil in Dipperz. Die Gemeinde hat lediglich einen Blitzer, der im Jahr 2024 allerdings ganze 103.000 Euro in die Gemeindekasse gebracht hat. Im Jahr 2023 waren es immerhin 87.000 Euro. Dabei weist die Gemeinde in ihrer Auskunft darauf hin, dass etwa die Hälfte davon in die Aufwendungen einschließlich Abschreibung und Personalkosten fließen.
Nicht berücksichtigt in dieser Auflistung: Neuhof und Petersberg. Die beiden Kommunen haben keine Angaben zu den Einnahmen gemacht oder machen können.
Das sind die Spitzenreiter in den Einnahmen pro Einwohner
In dieser Rubrik fallen bekannte Namen, aber in überraschender Reihenfolge. Das meiste "Cash pro Einwohner" erwirtschaftet nach unserer Auswertung die Gemeinde Gersfeld mit stolzen 61 Euro pro Kopf. Deutlich abgeschlagen teilen sich Eichenzell und Dipperz den zweiten Platz mit 28 Euro pro Kopf. Platz Drei belegt Fulda mit "nur noch" elf Euro pro Kopf. Nicht berücksichtigt auch in dieser Auflistung: Neuhof und Petersberg. Die beiden Kommunen haben keine Angaben zu den Einnahmen gemacht oder machen können.
Freie Fahrt? In diesen Kommunen stehen keine stationären Blitzer
In immerhin knapp der Hälfe der Fuldaer Kommunen - in Summe in zwölf Städten und Gemeinden - gibt stehen keine stationären Blitzer. Namentlich sind das: Bad Salzschlirf, Ebersburg, Ehrenberg, Eiterfeld, Großenlüder, Hilders, Hosenfeld, Künzell, Nüsttal, Poppenhausen, Rasdorf und Tann.Im gesamten Kreis Fulda stehen übrigens in Summe 33 stationäre Foto-Teufel, die laut unserer Abfrage über 1,75 Millionen Euro in die kommunalen Kassen bringen. (Moritz Bindewald) +++