Unser Jahresrückblick: Teil 3
Kanonendonner - 25 Jahre OSTHESSEN|NEWS - Stellenabbau bei der EDAG
Grafik: O|N
31.12.2025 / REGION -
Das Jahr 2025 ist fast vorbei - in zwölf Monaten hat sich in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einiges in Osthessen getan. Hier eine Auswahl der wichtigsten und bewegendsten Ereignisse des Jahres.
JULI 2025
Eine spektakuläre Gewalttat wurde Anfang Juli dieses Jahres vor dem Landgericht Fulda verhandelt. Was sich am Neujahrsabend 2024 in der Waschküche eines Hauses in einem Künzeller Ortsteil abgespielt hat, hätte leicht tödlich enden können. Ein 52-jähriger Mann schlug seine 50-jährige Ehefrau zuerst mit Fäusten auf den Kopf, dann nahm er einen Föhn und schließlich einen Latthammer, um weiter auf den Kopf einzuschlagen. Die Frau stürzte mit einer Schädelfraktur und stark blutend zu Boden, so dass der 52-Jährige annahm, sie sei tot. Dem hinzukommenden Sohn sagte er, er habe dessen Mutter erschlagen. Angeklagt ist versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Laut Anklage hatte er mit seinen massiven Misshandlungen den Tod der 50-Jährigen billigend in Kauf genommen. Die Frau hatte die brutale Attacke schwer verletzt überlebt.
Die Operation beim Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber ist erfolgreich verlaufen. Der vor Kurzem entdeckte Tumor konnte entfernt werden. "Der Bischof hat den medizinischen Eingriff gut überstanden und blickt mit Zuversicht und Gottvertrauen auf die bevorstehende Phase der Behandlung", teilte Generalvikar Dr. Martin Stanke am 4. Juli in Fulda mit. Im Anschluss und auf Grundlage der Untersuchungen hatten die behandelnden Ärzte den Ablauf der geplanten Chemotherapie festgelegt. legen. Der Bischof sei tief bewegt von der großen Anteilnahme aus der Bevölkerung, von Gläubigen aus dem Bistum Fulda und darüber hinaus. Viele Genesungswünsche hatten das Bistum per Brief, E-Mail und Telefon erreicht. "Die große Anteilnahme gibt dem Bischof Kraft für die vor ihm liegenden Monate der weiteren Behandlung. Auch wenn es ihm derzeit nicht möglich ist, sich bei allen persönlich zu bedanken, freut er sich sehr über die vielen Zeichen der Verbundenheit."
Na, da wird der kleine Waschbär in Heringen (Werra) im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nicht schlecht gestaunt haben, als die Feuerwehr seinetwegen angerückt ist. Das putzige Tier - das allerdings so manchen Hausbesitzer gründlich nervt - steckte in einem gekippten Fenster fest. Unklar ist, ob der Waschbär gerade ins Gym wollte, um ganz vorbildlich früh am Morgen zu trainieren. Oder war es sogar schon fertig und wollte mit breiten Muskeln schnell heraus? Jedenfalls wurde die Feuerwehr um 6:54 Uhr mit dem Stichwort "Tier in Not" alarmiert. Vor Ort konnte dem Waschbären schnell geholfen werden und der Einsatz war innerhalb weniger Minuten beendet. Ein aufregender Morgen war es aber auf jeden Fall für das Raubtier - unter diese Gattung fallen sie, auch wenn sie so putzig aussehen mögen.
Der beliebte Treffpunkt in der Schlüchterner Innenstadt (Main-Kinzig-Kreis) liegt in Schutt und Asche. Am frühen Donnerstagmorgen fiel das Café "Blümchen" den Flammen zum Opfer. Inhaber Tauland Hodza zeigte sich fassungslos und zugleich dankbar für die große Hilfsbereitschaft: "Der Schaden ist groß, aber der Zusammenhalt in unserer Stadt ist größer." Ein Nachbar hatte gegen kurz vor 4 Uhr in der Früh das Feuer bemerkt und sofort den Notruf gewählt. Meterhohe Flammen im Außen- und Innenbereich der Bar machten es den Einsatzkräften nicht leicht. Wichtig: ein Übergreifen des Feuers auf die dicht benachbarten Häuser abzuwehren. Mit Erfolg! Die rund 30 Kräfte konnten Schlimmeres verhindern. Der Sachschaden wurde von den Ermittlern auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt. Nach ersten Einschätzungen ging die Kripo von einem technischen Defekt als Brandursache aus.
"FOLL BUNT - Vielfalt ist unsere Heimat". So lautete das Motto des Christopher Street Days am 13. Juli in Fulda. So schön bunt war die Domstadt wohl selten. Etwa 2.000 Menschen versammelten sich mit diversen Regenschirmen, Plakaten und in allerlei farbenfroher Bekleidung zum CSD 2025 am Uniplatz, um gemeinsam für sich selbst und ihre Mitmenschen einzustehen. "Wir sind hier, um Flagge zu zeigen und um klarzumachen: Für Faschisten ist in Deutschland kein Platz! Wir wollen zeigen, dass es okay ist, zu lieben, wen man liebt und zu sein, wie man ist. Queeres Leben ist normal und gehört in die Mitte der Gesellschaft", betonte Emily Charlotte Rödel, Mitglied im Organisations-Team des Christopher Street Days. Für die Polizei bedeutete der CSD: Großeinsatz! Bitter: Ein Beamter wurde im Rahmen der Demo verletzt. Abgesehen von einer kurzen Rangelei verlief der CSD Fulda 2025 aber "weitgehend friedlich".
Mit einer fulminant schönen Partynacht feierten die Einheimischen und ihre Gäste in der Nacht zum 15. Juli den gebührenden Abschluss des Schlitzerländer Trachtenfestes in der Burgenstadt Schlitz (Vogelsbergkreis). Wenn gestandene Männer mit feuchten Augen und voller Leidenschaft ihr Heimatlied singen, wenn die Fahnen von sieben Nationen freudig und unter dem Jubel hunderter Menschen über dem rappelvollen Marktplatz wehen, wenn Gäste innerhalb von fünf Tagen zu Freunden werden und sich in den Armen liegen, wenn die jungen Amerikaner auf der Bühnen begeistert tanzen und zeigen, wie fröhlich ihr Land sein kann, dann hat das Schlitzerländer Trachtenfest wieder einmal bewiesen, wie wertvoll und wichtig das internationale Folklorefestival für das Zusammenleben der Menschen aus aller Welt ist.
Ein Dummejungenstreich oder ein gezielter Angriff auf Rettungskräfte? Die Hundekot-Attacke auf die DRK-Wache in Eiterfeld-Leibolz (Landkreis Fulda) sorgte überall für Diskussion. Die Fassade der Rettungswache wurde am 24. Juli mit Fäkalien beworfen. "Dieser Vorfall ist widerlich. Viel spricht für eine gezielte Handlung gegen das DRK und seine Mitarbeiter. Eine derartige Aktion verurteile ich mit aller Deutlichkeit. Ich stehe fest an der Seite der Mitarbeiter des DRK und setze darauf, dass die Polizei die Täter zügig ermittelt und diese zur Rechenschaft gezogen werden", fordert der Hessische Innenminister Dr. Roman Poseck (CDU) in einem Statement gegenüber O|N.
AUGUST 2025
Rätselhafte Knallgeräusche über Osthessen sorgten am 5. August dieses Jahres für Aufregung. Von der Rhön bis in den Vogelsberg meldeten sich dutzende verunsicherte Leserinnen und Leser bei der OSTHESSEN|NEWS-Redaktion. Schließlich wurde klar: Es handelte sich nicht um einen Übungsflug, sondern um einen echten Alarmstart. Am 31. Juli 2025 verlor die Deutsche Flugsicherung den Funkkontakt zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum. "Infolgedessen wurde eine der zwei Alarmrotten der Luftwaffe beauftragt, das Flugzeug im Luftraum abzufangen und zu identifizieren", teilte ein Sprecher der Luftwaffe mit. Beim Start in Richtung Osten durchbrachen die beiden Kampfjets die Schallmauer – der Grund für den lauten Knall, der selbst in Osthessen deutlich zu hören war.
Zurück in die Vergangenheit: Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda verwandelte sich für dieses Wochenende in eine historische Bühne. Bei der Veranstaltung "Zeitreise ins 18. Jahrhundert" ließen rund 400 Darsteller der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte die Epoche des Rokoko lebendig werden. Für zwei Tage wurde aus dem Schlossgelände ein begehbares Freilichtmuseum, in dem Besucher in die Welt vergangener Jahrhunderte eintauchen können. Das Highlight am Samstag: Eine nachgestellte Schlacht, mit richtig viel Knall und Rauch!
Mal eben aus Spaß mit diesen "coolen" Laserpointern in den Himmel strahlen: Wie weit der grüne Strahl wohl reicht? Und besonders krass ist es, wenn auch noch ein Hubschrauber um die Ecke kommt. Mal eben den "anstrahlen". Eine unfassbar dumme Idee! So geschehen am 12. August gegen 21:20 Uhr am westlichen Stadtrand von Fulda. Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 28 war gerade auf dem Rückflug zum Klinikum Fulda. Die Crew hatte eine schwerstverletzte Patientin ins Uniklinikum nach Marburg geflogen und befand sich bereits im Sinkflug, als sie in rund 500 Metern Entfernung einen Laserpointer-Strahl gesehen haben. Dieser strahlte dem Piloten ins Auge. Das hätte lebensgefährlich ausgehen können.
25 Jahre OSTHESSEN|NEWS! Das große Jubiläum unseres Nachrichtenportals, gegründet von Martin und Gabriele Angelstein, wurde am 23. August in der Waldgaststätte Praforst in Hünfeld (Kreis Fulda) gebührend gefeiert. Der Einladung waren viele Ehrengäste gefolgt, darunter auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), der seine Glückwünsche überbrachte. Durch das Programm des zweistündigen Festaktes führte ZDF-Moderator Florian Weiss. Der Jubiläumsfilm zeigte den Beginn und die Highlights aus 25 Jahren OSTHESSEN|NEWS.
Die Krise in der Automobilbranche hat auch den Fuldaer Entwicklungsdienstleister EDAG mit voller Wucht erreicht. Bereits Anfang August hatte das Unternehmen gegenüber OSTHESSEN|NEWS von einer "sehr angespannten Wirtschaftslage" gesprochen. Schon damals äußerte die IG Metall große Sorgen um die Fuldaer Belegschaft. Finanzvorstand Holger Merz bestätigte einen massiven Stellenabbau: Rund 1.000 Arbeitsplätze in Deutschland sollen wegfallen. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz der Unternehmensgruppe von 429 auf 366,7 Millionen Euro - ein Minus von 14,5 Prozent. Statt eines Gewinns weist EDAG einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 7,5 Millionen Euro aus. Bereits 600 Stellen seien seit Jahresbeginn, vor allem durch natürliche Fluktuation gestrichen worden.
SEPTEMBER 2025
Das Landgericht Fulda hat die Unterbringung eines 41-Jährigen, der im Januar seine Mutter mit einem Messer attackiert hatte, in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Dr. Bettina Stade sah es als erwiesen an, dass der Mann unter einer paranoiden Schizophrenie leidet. Nach einem Streit war der Mann von seiner Unterkunft nach Fulda gekommen. Gegen zwei Uhr war er aus einem schlechten Traum aufgewacht und aus dem Wohnzimmer, wo er die Schlafcouch bezogen hatte, in die Küche gegangen. Dort griff er ein Küchenmesser mit einer 16 Zentimeter langen Klinge, mit der er in das Schlafzimmer der Mutter ging, wo er das Licht einschaltete, sie auf Russisch beschimpfte, gegen den Kiefer schlug und dann mehrfach auf sie einstach.
Übergewicht ist ein Thema, das oft schleichend ins Leben tritt. Anfangs ist es nur eine kleine Veränderung, ein paar Kilo mehr auf der Waage, die man nicht ernst nimmt. Doch irgendwann steht man vor dem Spiegel oder auf der Waage und erkennt, dass man handeln muss. So erging es Hans-Hubertus, 54 Jahre alt, der bis vor Kurzem noch 133 Kilogramm wog. "Ich war der "dicke" Reporter. Dies war auch ein Markenkern meines damaligen Chefs und unseres verstorbenen Gründers Martin Angelstein. Als die Zahl 133 auf der Waage erschien, war das ein unfassbarer Schock. Ich dachte, ich wiege vielleicht maximal 120 Kilogramm." Heute wiegt Hans-Hubertus 94 Kilo. "Mein Traum ist, die 90-Kilo-Marke zu knacken. Aber das Wichtigste ist: Ich habe mein Leben zurück, fühle mich wohler und mir macht es einfach Spaß, selbst zu kochen. Ab und zu gönne ich mir aber auch was Feines im Restaurant.
Schock, Fassungslosigkeit und jede Menge Unverständnis: Die brutale Massenschlägerei am Abend des Stadtderbys zwischen Germania Fulda und Borussia Fulda mit rund 1.400 Zuschauern hat hohe Wellen geschlagen. Etwa 40 Personen gingen aufeinander los, schlugen um sich, schrien herum und traten aufeinander ein. Es waren Horror-Szenen, die einfach sprachlos machen - und die es so in Fulda noch nicht gegeben hat. Umso mehr war die Polizei alarmiert und ermittelte auf Hochtouren. Die gewalttätigen Szenen spielten sich nicht innerhalb des Stadions ab, sondern direkt vor dem Haupteingang. Hier trafen die Fangruppierungen aufeinander, es kam zu massiven körperlichen Auseinandersetzungen, bei denen unter anderem Glasflaschen geworfen wurden.
Drei Jahre ist die grausame Tat im südafrikanischen Mbombela her: Am 3. Oktober 2022 wurde der Fuldaer Jörg Schnarr im Urlaub erschossen. Jetzt wurde der Täter im Amtsgericht von Kabokweni in Südafrika wegen Mordes verurteilt. Der Fuldaer war mit seiner Frau und einem befreundeten Pärchen mit einem Van auf einer Safari in Südafrika. Nahe dem südafrikanischen Krüger-Nationalpark passierte dann das Verbrechen. Die Reisegruppe wurde von mehreren Unbekannten gestoppt. Schnarr verriegelte das Auto, woraufhin tödliche Schüsse auf ihn abgefeuert wurden. Die drei anderen Urlauber überlebten unverletzt.
Ende September endete ein frühes Kapitel Industriegeschichte, das in Fulda seine tiefen (Reifen-)Spuren hinterlassen hat. Gegründet 1900 bestimmten die Gummiwerke mit der sich ausdehnenden Fabrik das Bild der Stadt und gaben ganzen Generationen in Fulda Lohn und Brot. Im Goodyearwerk an der Künzeller Straße wurde der letzte Reifen vom Band gerollt, über tausend Mitarbeiter haben trotz vieler Proteste ihren Job verloren. Der Letzte machte am 30. September 2025 das Licht aus. O|N hat die endgültige Schließung zum Anlass genommen, Bilder aus Jahrzehnten Fulder Gummiwerke zu zeigen die wohl den wenigsten bekannt waren. (ci)+++
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