Muttergesellschaft der Mehler AG

"KAP AG" beauftragt Sanierungsgutachten - Industrie-Holding in der Krise?

Schon wieder schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft? Die "KAP AG" hat ein Sanierungsgutachten beauftragt
Fotos: Moritz Bindewald

01.02.2026 / FULDA - Schon wieder schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft? Die "KAP AG" mit Sitz in Fulda hat ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben. Das geht aus einer Mitteilung des Vorstands hervor. Üblich ist ein solches Vorgehen in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Kai Knitter, Sprecher der KAP AG, dementiert unterdessen gegenüber O|N eine wirtschaftliche Schieflage.



Die KAP AG beschäftigt nach eigenen Angaben über 1.600 Mitarbeiter an 19 Standorten in zehn Ländern weltweit. Bei der Aktiengesellschaft handelt es sich um eine sogenannte Industrieholding. Zu den Töchtern der KAP AG gehört etwa auch die Mehler AG, die mittlerweile die Produktion am Standort Fulda vollständig eingestellt hat.

Die Gesellschaft befinde sich in Verhandlungen mit den Banken zur Unterstützung des umfassenden Transformationsprozesses und der Refinanzierung der KAP-Gruppe, heißt es in der OSTHESSEN|NEWS vorliegenden Mitteilung. Zu den Bedingungen der Refinanzierung gehöre auch die Erstellung eines IDW-S6-Sanierungsgutachtens (S6-Gutachten).

Das S6-Gutachten: Eine Entscheidungsgrundlage in Krisen

Ein Sanierungsgutachten nach IDW S6 ist ein unabhängiges und strukturiertes Gutachten, das prüft, ob ein Unternehmen sanierungsfähig ist – also ob es realistische Chancen auf eine nachhaltige wirtschaftliche Gesundung gibt. Es folgt den Vorgaben des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) und dient insbesondere als Entscheidungsgrundlage für Banken, Gesellschafter und andere Stakeholder in Unternehmenskrisen. Das Gutachten verbindet betriebswirtschaftliche Analyse mit einem konkreten Maßnahmenplan zur Stabilisierung und Zukunftssicherung des Unternehmens.

"Über die weiteren Entwicklungen, insbesondere die im Rahmen des Refinanzierungskonzepts vorgesehenen Maßnahmen, wird die Gesellschaft, den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit entsprechend den rechtlichen Anforderungen informieren", heißt es in der Mitteilung des KAP AG -Vorstands.

Unternehmenssprecher: Bei KAP besteht keine wirtschaftliche Schieflage

Auf O|N-Nachfrage zur aktuellen Lage erklärt Knitter: "Das operative Geschäft läuft uneingeschränkt weiter." Die KAP AG sei in der Automobil-Branche engagiert, welche sich bekanntermaßen aktuell in einer wirtschaftlichen Krise befinde. Da sei es verständlich, dass Banken bei einer Kreditverlängerung "reserviert" seien. Das bei dem Unternehmensberater Roland Berger in Auftrag gegebene Gutachten solle einen "fairen und sachorientierten Dialog mit Finanzierungsbanken" ermöglichen. Ebenso werde es "Impulse für weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung" liefern, wie Knitter erklärt.

Zum 26. April 2026 laufe die aktuelle Kreditfinanzierung aus. "Die Liquidität ist vorhanden", betont der Unternehmenssprecher. Es bestehe keine wirtschaftliche Schieflage. Das Vorgehen sei marktüblich. (Moritz Bindewald) +++

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