Von Jobcenter bis Sozialamt

Zum 1. Januar wird Hanau kreisfrei: Das ändert sich für die Einwohner

v.l.: Bürgermeister Maximilian Bieri (SPD), Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Stadträtin Isabelle Hemsley (CDU)
Archivfotos: Moritz Pappert

01.01.2026 / HANAU - Zum 1. Januar 2026 verlässt Hanau den Main-Kinzig-Kreis - und wird damit kreisfreie Stadt. Damit reiht sie die Brüder-Grimm-Stadt ein in Städte wie Frankfurt, Wiesbaden und Kassel. Für die Bürger wird es sicher erstmal verwirrend sein. Denn mit der Kreisfreiheit ändert sich so einiges. Aber was genau?


Hanau wird ab Januar viele Aufgaben, die bisher der Main-Kinzig-Kreis mit Hauptsitz in Gelnhausen übernommen hat, selbst übernehmen. Darunter Jobcenter, Katastrophenschutz, Bürgerservice und Behörden. Und auch auf die neue finanzielle Situation muss sich die 93.632 Einwohner-Stadt einstellen. Kreisumlagen und Schlüsselzuweisungen werden sich ändern - und die Stadt muss nun die Kosten für Ausgaben im Sozialwesen selbst übernehmen. Immerhin plant die Stadt, im kommenden Jahr rund 120 Millionen Euro Gewerbesteuer einzunehmen. Das wäre ein Rekord.

Jobcenter

Bis 31.12.2025 ist das Kommunale Center für Arbeit (KCA) des Main-Kinzig-Kreises zuständig. Ab 2026 übernimmt automatisch das neue Jobcenter Hanau diese Aufgabe. Das Jobcenter Hanau ist damit die Nachfolge-Einrichtung des KCA – nur für das Stadtgebiet Hanau. Hier bekommen Hanauer künftig alles rund ums Bürgergeld, Beratung und Arbeit aus einer Hand.

Sozialamt

Mit dem Schritt in die Kreisfreiheit übernimmt Hanau neue Aufgaben. Dazu zählt auch die Gründung eines eigenen Sozialamtes als zentrale Anlaufstelle für viele soziale Leistungen sowie für umfassende Beratung und Orientierung. Darunter zählen zum Beispiel Asylbewerberleistungen, Krankenhilfe, BAföG und Grundsicherung im Alter. Bisher war dafür der Kreis zuständig.

Führerschein

Die größte Neuerung mit der Kreisfreiheit für die dann etwa 55 Beschäftigten ist die Übernahme des Fahrerlaubniswesens als viertes Sachgebiet. Dadurch können künftig beispielsweise Ausweis-, Führerschein- und Kfz-Zulassungsangelegenheiten mit einem Besuch in der Hanauer Bürgerservicestelle erledigt werden.

Katastrophenschutz

Mit der Kreisfreiheit übernimmt Hanau die Verantwortung des Katastrophenschutzes selbst, auch wenn sich für die Feuerwehr im Alltag wenig ändert: Notruf, Rettung und Brandbekämpfung bleiben wie gewohnt organisiert, Kooperationen mit Kreis und Nachbarkommunen bestehen. Gleichzeitig werden Ausbildung, Ausstattung, innere Strukturen und Vernetzung weiter ausgebaut.

Dazu kommen viele weitere Aufgaben, die die dann kreisfreie Stadt übernehmen wird. Darunter die Wasser- und Bodenschutzbehörde, die Untere Immissionsschutzbehörde, die Waffen-, Jagd- und Fischereibehörde und die forstrechtlichen Angelegenheiten.

Klar ist schon jetzt: Viele Bürger müssen sich erstmal an die vielen Änderungen gewöhnen. Für die Stadt Hanau und die Hessische Kommunalgeschichte ist die Auskreisung schon jetzt ein prägendes Ereignis. "Die Kreisfreiheit Hanaus ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Stadt", sagt auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). (Moritz Pappert) +++


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