150 Päckchen für einsame Trucker

Weihnachtsaktion für die Lkw-Fahrer - Bürgermeisterin Brandes macht mit

Eine tolle Truppe für die Trucker: Vorn das Ehepaar Henry Carl und Andrea Henz, die Bürgermeisterin Claudia Brandes umrahmen.
Fotos: Marvin Myketin

07.12.2025 / PETERSBERG - Ein Lkw-Fahrer, der an Heiligabend und den Feiertagen einsam und fern von Familie und Heimat auf einem trostlosen Rastplatz in seinem Brummi hockt - das ist ein trauriger Gedanke und für so manchen Berufskraftfahrer doch alljährliche Realität. Weil er diese Situation aus eigener Berufserfahrung kannte, kam der Kraftfahrer Henry Carl aus Petersberg-Marbach schon vor fast zehn Jahren mit seinen Kinder auf die Idee, die Fahrer auf den Autobahnparkplätzen in seiner Umgebung an Weihnachten kleine Päckchen zu überreichen. Der Marbacher hat mittlerweile Familie und Freunde mit seiner guten Idee angesteckt, die ihm helfen, die gespendeten Sachen entsprechend zu verpacken.


Die Petersberger Bürgermeisterin Claudia Brandes war sofort von dieser Aktion überzeugt und hat schon letztes Jahr an den Feiertagen mit Henry Carl die Runde über die Rastplätze gemacht. In diesem Jahr hilft sie in der Wohnung des Ehepaars mit, die Päckchen zu verpacken. Warum ist es ihr wichtig, ihre knappe Zeit hier einzusetzen? "Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie und da ist es doch an der Zeit, auch an die zu denken, die jetzt allein sind. Gerade die Lkw-Fahrer sorgen das ganze Jahr dafür, dass wir alles kaufen können, was wir brauchen. Da ist es eine Frage der Wertschätzung, auf diese Weise einfach mal danke zu sagen", sagt Claudia Brandes und füllt fleißig die Tüten.

Auch Ehefrau Andrea Henz hat die Idee ihres Mannes sofort begeistert. Sie ist schon manche Tour mit ihm zum Verteilen der Päckchen gefahren und berichtet darüber, dass die meisten Trucker zuerst völlig überrascht reagieren würden, wenn sie an die Scheibe klopfen. "Wollen Sie wirklich zu mir?", fragen sie dann erstaunt - und so mancher habe schon abgewehrt, weil er sich gar nicht vorstellen konnte, dass ihm jemand etwas Gutes tun will. Deshalb haben sie mittlerweile Informationen über die Aktion in sechs verschiedenen Sprachen dabei. "An einen Vorfall erinnere ich mich noch genau: Ein osteuropäischer Fahrer wollte unser Päckchen ums Verplatzen nicht annehmen. Der dachte wohl, wir wollten ihm was verkaufen", erzählt sie. Dann habe ihr Mann den Fahrer mit zu seinem Anhänger genommen und habe ihm die vielen Päckchen gezeigt. "Da hat er große Augen bekommen und angefangen zu weinen! Er konnte nicht verstehen, dass wir ihm einfach was schenken wollten".

Wir sind neugierig und wollen noch wissen, was denn nun drin ist, in den vielen Päckchen. "Wir sammeln das ganze Jahr über Spenden von Firmen und Privatleuten. So bekommen wir zum Beispiel Teespenden von Teekanne, von der Drogeriekette dm Hygieneartikel wie Duschgel, Zahnbürsten und Zahnpasta und von Frucht-Hartmann jede Menge Obst. Von Mercedes haben wir tolle Modellautos bekommen, berichtet Henry Carl, der sich über jede Spende und Unterstützung für "seine" Trucker freut. Hut ab für so viel Engagement! (Carla Ihle-Becker)+++

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