O|N verteilt Nikoläuse
Oft übersehene Berufe: Das sind die stillen Helden der Weihnachtszeit
Fotos: Marvin Myketin /Katharina Geppert
06.12.2025 / FULDA -
Wenn in der Innenstadt die Weihnachtslichter angehen, die Geschäfte voller werden und der Verkehr dichter wird, beginnt für viele Berufsgruppen die stressigste Zeit des Jahres. Menschen, die Tag für Tag dafür sorgen, dass Fulda funktioniert - oft ohne Applaus und ohne Beachtung. Genau ihnen wollen wir in dieser Adventszeit ein "Danke" schenken. Und deshalb war unser OSTHESSEN|NEWS-Team unterwegs: mit Schoko-Nikoläusen, offenen Ohren und einem Blick hinter die Kulissen.
Es gibt zahlreiche dieser Berufe, die alle den größten Respekt verdienen. Wir haben uns im Rahmen unserer Aktion drei davon ausgesucht und waren bei Busfahrerinnen und Busfahrern der RhönEnergie, bei den Zustellern von Zufall Logistik und haben die Mitarbeiter und Fellnasen im Tierheim Fulda-Hünfeld besucht.
"Unsere Busfahrer sind der Herzschlag der Region"
Am Busbahnhof am Stadtschloss haben wir die Busfahrer im Pausenraum besucht. Christian Etzel, Karl Fritsch, Andrej Frolow und Jaan Hotak sind einige der Männer, die seit Jahren dafür sorgen, dass Fulda mobil bleibt. Besonders im Advent wird ihre Arbeit jedoch zur Geduldsprobe. "Die Menschen stürzen in die Busse rein, beschlagene Scheiben - vieles ist in der Vorweihnachtszeit herausfordernder", sagt Karl nüchtern. Christian nickt: "Es ist viel aggressiver geworden. Der Verkehr ist dichter, es ist viel mehr los - überall E-Scooter, dunkel gekleidete Radfahrer." Auch Jaan erlebt eine klare Veränderung: "Die Menschen sind viel gestresster. Vier Wochen vor Weihnachten geht der Wahnsinn schon los." Und wenn der Tag endet? "Da bist du einfach platt", sagt Christian. "Ohne uns würden viele Geschenke nicht unter dem Baum liegen"
Der nächste Halt führte uns zu Zufall Logistik - dort, wo das Herz des Lieferverkehrs schlägt. Teamleiter und Fahrer Christoph Johne empfängt uns zwischen Paketen, Lastwagen und Tourenplänen. Die Vorweihnachtszeit der Fahrer? Kurz gesagt: anspruchsvoll. "Urlaubszeit, Krankheitsfälle, und natürlich extrem hohe Sendungsmengen, das ist unser größtes Problem", sagt Johne. "Wenn Weihnachten kommt, bestellen alle. Und nach Weihnachten kommen dann die Retouren." "Die Tiere brauchen uns - egal ob Heiligabend oder Silvester"
Im Tierheim Fulda-Hünfeld ist die Adventszeit keine Ausnahme, sondern eine Verlängerung des ganz normalen Ausnahmezustands. "Bei uns herrscht das ganze Jahr über Action", erzählt uns Victoria Blum bei unserem Besuch. Weihnachtsdeko hängt an den Türen, ein paar Extraleckerlis gibt es auch - doch ansonsten läuft der Alltag weiter wie immer: füttern, ausführen, reinigen, Medikamente geben. "Die Tiere brauchen uns, egal ob Heiligabend oder Silvester", sagt sie. Gerade an den Feiertagen versuchen sie, die Schichten so zu legen, dass die Mitarbeitenden zumindest ein bisschen Zeit mit ihren Familien haben. "Aber die Versorgung der Tiere kennt eben keine Feiertage."