Polizisten liefern Tipps
20.000 Euro weg: Erneuter Betrug durch falsche Bankmitarbeiter
Symbolfoto: pixabay
28.11.2025 / GRÜNDAU -
Ein klingelndes Telefon, eine vertraute Stimme, die sich als Bankmitarbeiter ausgibt - und schon beginnt das perfide Spiel der Betrüger. Mit geschickten Fragen und scheinbar seriösen Erklärungen versuchen sie, Vertrauen zu gewinnen und ihre Opfer in die Falle zu locken. Immer häufiger nutzen Kriminelle diese Masche, um an sensible Daten oder sogar direkt an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.
Betrüger, die sich Bankmitarbeiter ausgeben, treiben in jüngster Vergangenheit vermehrt ihr Unwesen, um Menschen um ihr Erspartes zu bringen. So wurde auch eine ältere Frau in Eichenzell (Landkreis Fulda) Opfer dieser eines solchen Trick-Betrügers. Nun verlor auch ein Mann aus Gründau (Main-Kinzig-Kreis) am Donnerstag viel Geld, weil Gauner ihm eine dreiste Lügengeschichte auftischten - auch dort waren Kriminelle mit ähnlichen Maschen Ende September bereits zweimal erfolgreich.
Im aktuellen Fall von Donnerstag erhielt der Geschädigte einen Anruf eines angeblichen Mitarbeiters der Postbank. Dem Geschädigten wurde erklärt, dass einige Kontobewegungen nicht buchbar sind und dies nun mit seiner Hilfe überprüft werden müsse. Der Mann übermittelte demnach seine Onlinebanking-Zugangsdaten an den angeblichen Mitarbeiter. Anschließend stellte der Angerufene fest, dass von seinem Konto Zahlungen in Höhe von insgesamt 20.000 Euro abgingen.
- Die Grundregel: Keine echte Bank fordert Kundinnen oder Kunden jemals am Telefon auf, Onlinebanking-Zugangsdaten oder auch PINs, TANs beziehungsweise Kartennummern herauszugeben. Betrüger tun das, um mit den erlangten Daten dann Geld zu transferieren.
- Betrüger erzeugen künstliche Hektik ("sofort handeln!", "sonst droht Schaden!"). Legen Sie sofort auf, sobald Sie jemand unter Zeitdruck setzt.
- Rufen Sie nie über die zurückliegende Nummer zurück - diese ist womöglich manipuliert (gespooft). Nutzen Sie selbst
- recherchierte Telefonnummern (z. B. Kontoauszüge, Website, Bankkarte), aber nicht die Nummer aus dem Anruf. Lassen Sie sich bei der echten Bank bestätigen, ob wirklich ein Problem vorliegt.
- Keine Push-TANs oder Freigaben ohne eigene Aktion! Wenn eine TAN erscheint: Prüfen Sie immer: Habe ich gerade etwas ausgelöst? Wenn nein: sofort abbrechen, Bank informieren, Karte sperren (Rufnummer: 116 116), ggf. Online Banking-Passwörter ändern.
- Bei Aufforderungen zu Überweisungen auf angeblich sichere Konten können Sie von Betrug ausgehen.
- Angehörige sensibilisieren: Gerade ältere Menschen sind häufig betroffen. Sprechen Sie mit Eltern/Großeltern über diese Masche. Sie können etwa eine "Familienregel" vereinbaren: Bei Bankproblem-Anrufen stets zuerst mit einem Angehörigen sprechen.
- Verdächtige Anrufe melden: Bei Ihrer Bank und bei der Polizei (Notruf: 110).
Die aktuellen Fälle zeigen eindrücklich, wie raffiniert und gefährlich solche Telefonbetrügereien sein können. Umso wichtiger ist es, wachsam zu bleiben und die Warnhinweise der Polizei ernst zu nehmen. Wer aufmerksam handelt, vertrauliche Daten schützt und im Zweifel sofort das Gespräch beendet, kann verhindern, Opfer dieser perfiden Masche zu werden. Nur durch Aufklärung und gegenseitige Sensibilisierung lässt sich erreichen, dass Kriminelle mit ihren Tricks ins Leere laufen. (mis/pm) +++
Symbolfoto: O|N/Carina Jirsch