Alarmsystem und Auskunftssystem gestartet

Vorreiter für Starkregenvorsorge im Vogelsbergkreis

Bei der Vorstellung des Systems in Schlitz
Fotos: privat

29.11.2025 / SCHLITZ - Extreme Wetterereignisse nehmen zu – Starkregen kann überall auftreten – und jeder Stadtteil kann davon betroffen sein. Gerade sommerliche Gewitter können in kurzer Zeit enorme Regenmengen bringen, die die Entwässerungssysteme überfordern. Die Folgen solcher Starkregenereignisse sind umso stärker, je höher der durch Straßen, Häuser oder andere Bebauung versiegelte Anteil der Flächen ist.



Zudem kann es auf landwirtschaftlichen Flächen zu Erosion kommen, wodurch abgeschwemmten Böden in bebaute Gebiete transportiert werden können. Dies gilt insbesondere in Gegenden mit Hanglagen, wie hier im Schlitzerland. Um für solche Starkregenereignisse besser gerüstet zu sein, hat die Stadt Schlitz jetzt zahlreiche Vorkehrungen getroffen.

Einen wesentlichen Bestandteil stellt der Einsatz von sogenannten Starkregengefahrenkarten dar, welche für das gesamte Schlitzerland flächendeckend erstellt worden sind. Diese zeigen, wie stark einzelne Gebiet bei heftigen Regenereignissen gefährdet sind. Digitalisierung kann helfen, Schäden durch Wassermassen zu minimieren. Bürgermeister Heiko Siemon hat jüngst in einer öffentlichen Bürgerversammlung gemeinsam mit dem Dienstleister, der SPEKTER GmbH aus Herzogenaurach, das neue Starkregenfrühwarnsystem für das Schlitzerland vorgestellt. "Ich freue mich, dass sich ab sofort jede Bürgerin und jeder Bürger mit einer App auf dem Smartphone über einen sich anbahnenden Starkregen oder gar prognostizierte Überflutungen gebietsgenau informieren lassen kann", so Siemon.

Das System misst in Echtzeit Niederschlag, Pegelstände und Abflussverhalten und kombiniert diese Daten mit den Werten des Deutschen Wetterdienstes. Im Bedarfsfall löst das System in Sekundenschnelle einen Alarm bei Bürgerinnen und Bürgern, Rettungskräften und Verwaltung per SMS, E-Mail oder VoiceCall aus. Gleichzeitig zeigt das System gefährdete Bereiche an und stellt Einsatzkräften ortsbezogene Handlungsanweisungen zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger erhalten klare Verhaltenshinweise über ein dreistufiges Alarmsystem – stets basierend auf der aktuellen Lage.

"Dem einen oder anderen Bürger mag es aufgefallen sein – in den vergangenen Wochen sind dazu verteilt über das ganze Schlitzerland sechs Niederschlagsmessstationen auf Dächern öffentlicher Gebäude und sieben Pegelsensoren an den Gewässern Sengelbach, Wiesbach, Troßbach, Rombach und Jossa installiert worden", informierte Bürgermeister Heiko Siemon. Ergänzend hierzu steht ab sofort auch das neue Starkregen-Auskunft-System der Stadt Schlitz zur Verfügung. Grundstückseigentümer können dort gezielt prüfen, in welchem Umfang ihr Grundstück betroffen ist und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll oder teilweise gesetzlich verpflichtend sind. (mp/pm) +++

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