Bebraer treibt Leica-Innovationen voran

Digitale Fotografie: Schneller und einfacher, aber immer authentisch

Recht gute Fotos machen heute nicht nur eine große Zahl von Kamerafabrikaten, sondern längst auch fast alle Smartphones. Der in Wetzlar beheimatete Kult-Hersteller Leica Camera gibt sich seit 100 Jahren mit "recht gut" nicht zufrieden, sondern strebt nach dem fotografischen Optimum. Das Arbeitsfeld des Bebraers: Kamera, Smarphone, App
Fotos: privat

28.11.2025 / BEBRA/WETZLAR - Recht gute Fotos machen heute nicht nur eine große Zahl von Kamerafabrikaten, sondern längst auch fast alle Smartphones. Der in Wetzlar beheimatete Kult-Hersteller Leica Camera gibt sich seit 100 Jahren mit "recht gut" nicht zufrieden, sondern strebt nach dem fotografischen Optimum. Dessen Digitalkameras müssen heute mehr können, als "nur" tolle Fotos und Videos zu erschaffen. Jan Rose aus Bebra sorgt mit seinem Team unter anderem dafür, dass ein Leica-Fotograf die digitalen Werke sofort via Smartphone teilen und versenden kann. In einem Gespräch im Werk berichtet er über spannende Herausforderungen.



Jan Rose ist in Bebra-Breitenbach aufgewachsen, vor 10 Jahren kaufte er hier nach dem Informatik-Studium und deutschlandweiten Tätigkeiten ein Haus und renovierte es. Ideal, denn der 39-jährige Informatiker und seine beiden Kinder haben hier auch einen geliebten Garten zur Verfügung – zum Spielen, Regenerieren und zum eigenen Gemüse-Anbau. Nicht das einzige Hobby, denn bei Rose zählen auch Kochen, Sport, Handwerken und auch seit der Kindheit das Fotografieren zu seinen Favoriten. Dies bekam er vom Vater in die Wiege gelegt, hatte dieser doch sogar ein eigenes Fotolabor. Vermutlich eine frühe Weichenstellung, auch wenn Rose die (für ihn wertvolle) Schleife über die Informatik drehte.

"Fotografieren bedeutet heute immer auch möglichst die sofortige Verfügbarkeit der Fotos durch die Nutzenden. Was durch Smartphones selbstverständlich wurde, ist auch in die Digitalkameras implementiert worden. Treiber dafür war der Journalismus, doch auch die normalen Fotografinnen und Fotografen wollen ihre Fotos, gerade die besonderen, sofort mit der ganzen Welt teilen können", beschreibt Rose den Hintergrund seines Tätigkeitsfeldes. Er tüftelt seit 2019 bei Leica an der Software der Kameras und der Leica FOTOS App, mit der sich Bilder drahtlos und ohne Entnahme der Speicherkarte sofort auf andere Geräte übertragen lassen. "Damit kann man sogar die Kamera via Smartphone fernsteuern und braucht eigentlich keinen Selbstauslöser mehr". Die Technik ist mittlerweile Standard, aber auch hier gilt wie überall in IT und EDV das Motto: "Schneller, höher, weiter", will heißen: eine noch schnellere und möglichst wenig Energie verbrauchende, sichere Datenübertragung. Aber vor allem die Vereinfachung der Technik für eher IT-ferne Kunden und die Konzentration auf das Wesentliche bei den Funktionen gehören dazu. Und natürlich die Einbindung in die Entwicklung neuer Kameramodelle: "Da sind wir schon Jahre vor der Markteinführung von Anfang an dabei", so Rose. Sein überwiegender Arbeitsort ist das Homeoffice in Breitenbach, die digitale Tätigkeit ist dafür prädestiniert. Zu Meetings und Team-Arbeitsphasen geht es aber auch regelmäßig zum Werkssitz in Wetzlar oder zum Team-Sitz in Köln.

Rose ist sich der Wertigkeit seiner Arbeit für die Weltmarke bewusst: "Unser Anspruch ist es, die besten Kameras zu bauen und dafür auch die beste App anzubieten. Und tatsächlich haben wir eine der am besten bewerteten Apps auf dem Markt. Diese Arbeit dann auch noch für eine solch ikonische Marke mit Sitz in Hessen zu machen, ist eine tolle Sache."

Spannungsfeld "Digitale Fotografie und KI"

Rose wirft auch ein Schlaglicht auf einen weiteren hochaktuellen Teilbereich seiner Arbeit, der (Un-) Echtheit von Bildern. Der Experte weiß, dass durch menschliche Eingriffe und die rasant steigenden Möglichkeiten der KI Verfälschungen von digitalen Bildern und Videos Tür und Tor geöffnet ist. "Welchem Foto kann man noch trauen? Gerade Leica steht für authentische Fotos, es geht bei der Bildbearbeitung um ein Optimieren von Fotos, kein verfälschendes Erzeugen künstlicher Inhalte". Daher gäbe es Kooperationen mit Adobe und Presseagenturen unter dem Titel "Content Authenticity Initiative" (CAI). Rose erläutert: "Der Prozessor so ausgestatteter Kameras fügt den Fotos Wasserzeichen bei, die bis hin zum veröffentlichenden Medienhaus zurückverfolgt werden können. Damit ist klar, ob und welche Änderungen an einem Bild vorgenommen wurden!"

Man merkt Rose an, dass er mit Überzeugung und nachvollziehbarem Stolz, aber ohne Übertreibung gerade bei diesem zukunftsweisenden Thema feststellt: "Wir waren der erste Hersteller, der eine Kamera damit ausgestattet hat." (goa) +++

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