Bad Hersfeld liest ein Buch 2025
Abschlussveranstaltung als Höhepunkt - Vorfreude auf das Jubiläumsjahr
Fotos: Philipp Ißbrücker
27.11.2025 / BAD HERSFELD -
Mit großem Zuspruch und vielen intensiven Gesprächen ist das stadtweite Literaturprojekt "Bad Hersfeld liest ein Buch" in der gut besuchten Stadthalle zu Ende gegangen. Im Jahr 2025 stand das weltbekannte Werk "Das Tagebuch der Anne Frank" im Mittelpunkt, dessen zeitlose Botschaften die Teilnehmenden tief bewegten. Zahlreiche Veranstaltungen an unterschiedlichsten Orten boten Gelegenheit zur Auseinandersetzung: Schulen, Vereine sowie engagierte Lesepatinnen und Lesepaten machten deutlich, wie aktuell Annes Gedanken über Menschlichkeit, Hoffnung und Verantwortung auch heute noch sind. Den feierlichen Höhepunkt bildete die Abschlussveranstaltung, die das besondere Leseprojekt würdig abrundete.
Während der mehrwöchigen Aktion rückten die zentralen Themen des Tagebuchs immer wieder in den Mittelpunkt. Anne Franks unerschütterliche Hoffnung in einer von Bedrohung geprägten Lebenssituation führte zu intensiven Diskussionen über Mut, Zuversicht und den Glauben an das Gute im Menschen. Besonders in Schulen wurde hervorgehoben, welche Bedeutung das Schreiben für Anne hatte: als Rückzugsort, als Möglichkeit der Selbstvergewisserung und als Ausdruck ihrer inneren Stärke.
"Lesen verbindet Menschen, Generationen und Lebenswelten"
Die von Hermann Diel vom Hessischen Rundfunk moderierte Abschlussveranstaltung brachte noch einmal eindrucksvoll zum Ausdruck, wie vielfältig sich mit dem Werk auseinandergesetzt wurde. Der Chor "Aria Alta" unter der Leitung von Heidi Momberg eröffnete den Abend mit dem Lied "Von guten Mächten" und der Lesung mit "Gedanken zum Tagebuch der Anne Frank", vorgetragen von Leonie Röhling von der Gesamtschule Obersberg. Bürgermeisterin Anke Hofmann hob in ihrer Begrüßung insbesondere die breite gesellschaftliche Basis der über 40 Veranstaltungen für alle Generationen hervor: "Lesen verbindet Menschen, Generationen und Lebenswelten." Es folgten Vorträge aus dem Tagebuch sowie kreative Beiträge der Konrad-Duden-Schule und der Gesamtschule Geistal. Eine szenische Darstellung, künstlerische Arbeiten und digitale Projekte zeigten die breite Wirkung der Leseinitiative. Lesungen aus dem Tagebuch übernahm Maja Wieter von der Gesamtschule Obersberg. Holk Freytag, der zudem die Planung der Veranstaltung übernommen hatte, regte mit einem Gedicht von Paul Celan, "Die Todesfuge", sowie mit einem Beitrag des renommierten Publizisten Michael Friedman zum Nachdenken an. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Dr. Manuel Schmidtlein am Flügel und Matthias Laufer-Klitsch mit dem Saxophon.
Der Juryvorsitzende Dr. Thomas Handke bezeichnete die gesamte Literatur-Aktion als sehr gelungen und sagte: "Die Aktion wird vielen Beteiligten in Erinnerung bleiben und hat die kulturelle Gemeinschaft der Stadt nachhaltig gestärkt. Umso mehr freuen wir uns auf das nächste Jahr – das 25. Jubiläum der Aktion." (mis/pm) +++