Frust bei Eltern ist enorm

Schüler vom Bus in Eiseskälte stehen gelassen - Bahn und RMV reagieren

Der RB51 ist in den letzten Tagen mehrfach ausgefallen - überlastete Busse mussten die Schüler in der Kälte stehen lassen.
Archivbild: O|N

27.11.2025 / EICHENZELL - "Das ist eine Katastrophe, so geht das doch nicht!", beschwert sich eine Mutter bei unserer Redaktion. Zum wiederholten Male ist der Zug über Schlüchtern und Flieden nach Fulda ausgefallen - im Schülerverkehr (OSTHESSEN|NEWS berichtete). Nach der LNG und der RhönEnergie reagieren nun auch die Deutsche Bahn (DB) und der RMV auf die Empörungswelle.



Eigentlich sollten die Schüler morgens mit dem Zug in die Stadt fahren. Mehrfach ist der nun ausgefallen. Eine alternative Busverbindung war derweil überlastet und musste die Schüler stehen und in der Kälte bibbern lassen. Eltern hatten die Wahl, entweder ihr Kind entgegen aller Pläne zur Schule zu fahren, oder es mit deutlicher Verspätung am Unterricht - oder mindestens einem Beispiel einer Klassenarbeit - teilnehmen zu lassen.

"Die von Ihnen angesprochene Fahrt auf der Linie RB51 mit Ankunft 7:31 Uhr in Fulda hat in diesem Jahr bis Mitte November eine Zuverlässigkeit von 92,7 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es auf 7,3 Prozent der Fahrten plan- und unplanmäßige Ausfälle gab, wobei es sich überwiegend um Teilausfälle und nur wenige auf ganzer Strecke ausgefallene Fahrten handelt. Etwa die Hälfte der Ausfälle war wegen Bauarbeiten unvermeidbar, konnte so aber zumindest vorher eingeplant werden", erklärt ein Sprecher des RMV.

Jeder zehnte Zug fällt zumindest teilweise aus

Weiter heißt es: "Lassen Sie mich die Fahrtausfälle morgens zunächst einmal objektiv in die Gesamtsituation auf der Linie einordnen: Die Zuverlässigkeit auf der Linie RB51 liegt bei 88,1 Prozent. Das bedeutet, dass die morgendliche Fahrt, auf die Sie sich beziehen, auf die gesamte Linie betrachtet nicht überproportional oft ausfällt. Natürlich kann und soll das die Ausfallquote nicht beschönigen. Im Gegenteil: Die aktuelle Zuverlässigkeit erreicht nicht unsere Qualitätsansprüche und Vorgaben. Dazu sind wir bereits in Gesprächen mit der DB".

Die angesprochene Deutsche Bahn wiederum erklärt auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS, aufgrund von "Wartungs- und Reparaturarbeiten" verfüge man aktuell über weniger Züge im Netz der Kinzigtalbahn. "Deswegen sowie aufgrund einer Baumaßnahme zwischen Fulda, Flieden und Schlüchtern in der Zeit vom 13. bis 18. November kam es vereinzelt zu Zugausfällen im Schülerverkehr auf den Linien RB 51 (Ankunft in Fulda um 7:1 Uhr) und RB 50 (Abfahrt in Fulda um 13:25 Uhr)", heißt es in dem Schreiben.

DB will "Leitstelle" gebeten haben, Busse zu stellen

Bereits im Vorfeld habe man den Engpass angekündigt: "Leider kann es aufgrund der Engpässe bei den Zügen auch in den nächsten Tagen zu Einschränkungen mit Fahrtausfällen kommen. Die DB hat die Leitstelle gebeten, im Falle von Zugausfällen einen Busersatzverkehr auf den für die Schülerinnen und Schüler relevanten Streckenabschnitten zu bestellen."

Mit "Hochdruck" arbeite man daran, die Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen schnellstmöglich abzuschließen und weiche dafür auch auf umliegende Werkstätten aus. "Unser Ziel ist es, unseren Kunden schnellstmöglich wieder zuverlässig an ihr Ziel zu bringen. Wir bitten unsere Fahrgäste für die ihnen dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten um Entschuldigung", heißt es abschließend.

Bis dahin können sich augenscheinlich weder Eltern noch Schüler oder Pendler auf die Verbindung verlassen. Besser warm einpacken! (mmb) +++

RMV hält gegen: \"objektiv in die Gesamtsituation einordnen\"
Symbolbild: O|N / Moritz Bindewald
DB erklärt: bereits im Vorfeld habe man den Engpass angekündigt.
Symbolbild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

X