Mit Visionen und Erfahrung
Zurück an der Spitze: Hesse will die Festspiele in die europäische Liga führen
Fotos: Carina Jirsch
27.12.2025 / BAD HERSFELD -
"Erneuerung und Innovation sind mein Motor - das hat mich zurück nach Hersfeld geführt". In der Stiftsruine in Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) weht ein frischer und doch altbekannter Wind. Voller Tatkraft, mit großen Plänen und stets ansteckender guter Laune ist Elke Hesse als Intendantin der Festspiele zurückgekehrt.
"Es war wie ein Nachhausekommen. Die Stadt empfängt mich mit einem Lächeln", sagt Hesse mit ihrer gewohnt ansteckenden guten Laune im OSTHESSEN|NEWS-Interview. Die Österreicherin kehrt in die Festspielstadt zurück. Bereits von 2006 bis 2009 war sie dort schon Intendantin gewesen und stürzt sich jetzt wieder auf die Aufgabe, die Festspiele weiter in die Zukunft zu bringen.
Die Festspiele im Wandel der Zeit
In den Jahren zwischen der ersten Intendanz und jetzt hat sich einiges verändert. Nicht nur die Stadt, sondern auch die Festspiele selbst. "Die Festspiele sind professioneller und klarer aufgestellt als vor 20 Jahren", sagt Hesse. Die Budgets sind gestiegen und die Erwartungen auch. Aber Hesse nimmt das selbstverständlich an - mit Respekt und Mut. Der Kern ist über all die Jahre der gleiche geblieben: Die Festspiele sind ein Ort, an dem Theater berührt, fordert und überrascht. "Wir wollen lachen, träumen, weinen"
Die Ansprüche der Österreicherin an die neue Spielzeit sind hoch - voller Emotionalität und Qualität. "Wir wollen lachen, träumen, weinen - und das in bestmöglicher Qualität." Dabei wird es auch eine Neuerung geben, um die Spannung bei den Stücken durchgehend oben zu halten: Es wird Stücke ohne Pause geben. "Zwei Stunden ohne Pause halten die Spannung und öffnen später Raum für Gespräche." Hersfeld auf Augenhöhe mit Bayreuth, Bregenz und Salzburg bringen
Wenn Hesse von einer Sache nie genug bekommen kann, dann sind es neue Projekte und die dazu benötigte Tatkraft, diese auch umzusetzen. "Wir26" ist eines davon. Es ist ein Großprojekt, das alle mitnimmt: Egal ob Kinder, Jugendliche, Chöre oder auch Vereine. Das Theater soll nicht als Tempel, sondern als Treffpunkt gesehen werden. "Gesang ist eine Sprache ohne Barrieren - er verbindet Menschen, egal woher sie kommen." Das Theater soll nicht vereinfacht, sondern zugänglich gemacht werden. Damit soll sich auch die jüngere Generation wieder fürs Theater begeistern können und einen Zugang dazu erhalten. Die Pläne sind da, die Ansprüche hoch. In fünf Jahren würde die Intendantin die Bad Hersfelder Festspiele gerne unter den großen europäischen Festspielen sehen. "Ich möchte Hersfeld auf Augenhöhe mit Bayreuth, Bregenz und Salzburg bringen." Damit ist Messlatte hoch gelegt, aber ohne große Träume entstehen schließlich auch keine großen Erfolge. (Katharina Geppert) +++