Stadtmarketing tagt
Leerstand und verkaufsoffene Sonntage: Handel und Stadt suchen Lösungen
Archivbild: O|N/Hans-Hubertus Braune
26.11.2025 / BAD HERSFELD -
Die Herausforderungen für die Geschäfte sind gerade in den Innenstädten vielfältig. Sie müssen sich nicht nur dem Wettbewerb mit dem Online-Handel stellen. Die Attraktivität der Innenstädte wird zunehmend schwieriger. Auch in Bad Hersfeld ist der Leerstand ein zentrales Thema. Fehlende Geschäfte bedeuten fast zwangsläufig auch fehlende Kunden.
Der Stadtmarketing-Verein und die Verwaltung der Kreisstadt versuchen gemeinsam, Lösungsansätze zu finden. Ein wichtiger Termin steht in dieser Woche an: Bürgermeisterin Anke Hofmann hat ein gemeinsames Spitzengespräch mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi und dem Stadtmarketing-Verein vereinbart, um zumindest für Hersfeld eine Lösung zu finden.
Hintergrund ist, dass in Hessen verkaufsoffene Sonntage nur anlassbezogen möglich sind. In anderen Bundesländern sind dagegen verkaufsoffene Sonntage in begrenztem Umfang frei wählbar. Für den Handel sind diese Verkaufstage wichtig, wie Jörg Markert im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Stadtmarketing-Vereins am Montagabend im Hotel am Kurpark erklärte.
"Das Thema muss bundespolitisch geregelt werden. Unsere Mitarbeiter arbeiten gerne an diesen Sonntagen. Die Listen werden schneller gefüllt als jede andere. Die Stimmung bei den Kunden ist gelöster, sie sind entspannter", sagt der Geschäftsführer der City-Galerie. Entsprechend ist auch der Umsatz. Einnahmen, welchen der Handel dringend benötigt, ansonsten werde die Situation noch schwieriger. Das Ziel sei, vier frei wählbare verkaufsoffene Sonntage im Jahr.
Eine weitere Baustelle ist die Situation der Wochenmärkte und des Streetfoodfestivals. Vielen Marktbetreibern fehlt es schlicht an Personal, um zusätzliche Standzeiten ermöglichen zu können. Sei es bei der Frage, den Freitagsmarkt zu verlängern oder gar ein Wochenendmarkt am Samstag. Bei den Streetfood-Betreibern ist die Bereitschaft, für einen Tag in die Stadt zu kommen, eher begrenzt. Auch hier schlägt der Personalmangel durch.
Gutschein-System wird modernisiert
Trotzdem schaut der Stadtmarketing-Verein optimistisch in die Zukunft. Der zweite Vorsitzende Daniel Knauff gab einen Überblick über die anstehenden Projekte. So soll das Gutschein-System modernisiert werden und damit für die Kunden und die Händler attraktiver werden. Die Digitalisierung ist auch hier ein wichtiger Baustein, ein Gutschein-Shop-System in Zusammenarbeit mit dem städtischen Ticketing ist ein Ansatz, die Stadt schaut nach Fördermöglichkeiten. Die Social-Media-Aktivitäten sollen zudem verstärkt werden. Hofmann berichtete von Anstrengungen um weitere Förderprogramme, um die Stadt etwa von der Wegeführung oder der Nachhaltigkeit mit mehr "grün" attraktiver zu gestalten.Offene Vorstandssitzungen - Mitarbeit erwünscht
Vorsitzender Jörg Markert und sein Team rief in der Versammlung die Mitglieder dazu auf, die offenen Vorstandssitzungen zu besuchen. Diese seien künftig als Jour fixe geplant, jeder können seine Ideen und Vorschläge einbringen. Zudem sind im ersten Quartal Veranstaltungen mit den im Stadtparlament vertretenen Parteien hinsichtlich der Kommunalwahl angesetzt. Hier sollen die Parteien ihre Vorstellungen ihrer Innenstadtkonzepte präsentieren.Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Jörg Markert - einstimmig
2. Vorsitzender: Daniel Knauff - einstimmig
Schriftführer: Florian Michl - einstimmig
Drei weitere Vorstandsmitglieder:
Laura Seelen - einstimmig
Markus Wyrwich – einstimmig
Matthias Laufer-Klitsch – einstimmig.
Außerdem wurde ein Kompetenzteam mit Arno Seelen, Sandra Trausch-Dalitz, Ines Hafermas, Matthias Schabel sowie einem Vertreter vom Mode Centrum Sauer gebildet.
Nach der harmonischen Versammlung tauschten sich die Mitglieder bei Kartoffelsuppe und Flammkuchen aus. Gemeinsam das "Wir"-Gefühl stärkend wollen sie die aktuellen Herausforderungen weiter erfolgreich stemmen. (Hans-Hubertus Braune) +++