"Wir haben viele Tränen gesehen"

Seit 25 Jahren sucht er das Gespräch mit Arbeitnehmern

Rund ein Drittel seines Lebens verbringe der Mensch am Arbeitsplatz - so der Mainzer Betriebsseelsorger Richard Kunkel.
Fotos: Katholischen Akademie

25.11.2025 / FULDA - Rund ein Drittel seines Lebens verbringe der Mensch am Arbeitsplatz - so der Mainzer Betriebsseelsorger Richard Kunkel. Kunkel referierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kirche und Gewerkschaft" zum Thema "Betriebsseelsorge im Bistum Mainz: Brücke zwischen Kirche und Berufs- und Arbeitswelt".



Arbeit muss angemessen entlohnt werden. Aber sie erschöpft sich nicht in einer fairen Bezahlung. Sie ist auch identitätsstiftend, gibt dem Leben Sinn und den Menschen erst die Möglichkeit, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Die massiven Umbrüche in der Arbeitswelt verunsichern den Menschen und haben Auswirkungen auf das Familienleben, den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft und die politischen Verhältnisse.

Ausgehend von der Grundüberzeugung, dass nicht der Mensch zu Gott kommen muss, sondern die Kirche dorthin gehen muss, wo Gott schon immer war, bieten viele Diözesen in Deutschland Betriebsseelsorge an. Kunkel betonte mit Verweis aus Franziskus, man sei in guten wie in schlechten Zeiten präsent und stelle immer wieder die Frage: ‚Wie geht es Dir?‘ Gerade angesichts des rapiden Wandels in der Arbeitswelt stehe die aufsuchende betriebliche Seelsorge in besonderer Verantwortung.

Zwar sei das Misstrauen der Arbeitnehmer gegenüber der Kirche in letzter Zeit gewachsen, aber mit Präsenz und Beharrlichkeit und aus dem Wissen heraus, dass wir alle bedürftig seien, käme die Betriebsseelsorge immer wieder ins Gespräch mit Arbeitsnehmern und könne viele Sorgen und Unmut auffangen.

Gewerkschaftssekretär Rolf Müller vom DGB-Kreisverband Fulda und Dr. Sebastian Koch von der Katholischen Akademie stellten in ihrer Begrüßung den Bezug zu Fulda und der "Gummi" her und betonten, dass der Strukturwandel nicht über den Köpfen der Menschen erfolgen dürfe, sondern diese immer in den Mittelpunkt aller Überlegungen gestellt werden müssten.

Anschließend luden sie mit dem dritten Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe, der KAB Fulda, zur Podiumsdiskussion am Dienstag, den 25. November ein, bei der Michael Rudolph (Vorsitzender des DGB Bezirks Hessen-Thüringen), MdL Kaya Kinkel (Bündnis 90/Die Grünen), Michael Konow (Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda) und Matthias Ebenau (Erster Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall Hanau Fulda) über die Zukunft des Standortes Fulda diskutieren. (mmb/pm) +++

Referent Richard Kunkel (Bistum Mainz)

Gewerkschaftssekretär Rolf Müller (DGB KV Fulda)

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