Totenhemden, Sargtücher, Urnen
Beeindruckende Ausstellung zum Totensonntag bei Storch Bestattungen
Fotos: Melanie B. Weber
24.11.2025 / PETERSBERG -
"So etwas habe ich noch nie gesehen", staunt ein Besucher - die farbigen Urnen erinnerten ihn an Kerzen. Seit Freitag zeigt Storch Bestattungen in den neu gestalteten Trauerräumen in Petersberg-Margretenhaun (Landkreis Fulda) eine außergewöhnliche Ausstellung: kunstvoll gefertigte Totenhemden, Sargtücher und Urnen in überraschenden Formen, Materialien und Farben. Ein stiller Ort, voller Kreativität und Leben.
Gesetzgebung ist wichtiges Thema
Die hessischen Gesetze rund um Tod und Bestattung sind sehr streng, gerade mit Blick auf den Friedhofzwang. Das beschäftigt die Menschen sehr, wie Felix Statt erklärt. "Wir haben in den letzten Tagen immer wieder Zeit für private, intime Gespräche gefunden. Die Raumeinteilung lässt das zu, lauschige Ecken laden zum Unterhalten ein. "Das neue Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz ging durch die Medien, damit setzt man sich auseinander. Weil der Redebedarf da so groß ist, haben wir eine Aufstellung ausgedruckt, was erlaubt ist. Hessen: eine DIN A4 Seite. Rheinland-Pfalz: zwei Seiten." Die Stellwand mit den Ausdrucken ist kaum zu sehen, auch während des Pressetermins sammeln sich die Menschen davor und lesen. Neue Traditionen schaffen
Besonders die Sargtücher fallen ins Auge. Sie sind im Grundton dunkel, darauf zeichnen sich bunte Stoffe, Linien, Muster ab, aber auch Durchbrüche, die Stofflagen darunter durchscheinen lassen. Man merkt: Hier machen sich Menschen Gedanken über das Leben, über den Tod, über das, was bleibt und vielleicht auch das, was nach dem Tod kommt. Jedes Sargtuch ist ein Unikat, lässt Raum für eigene Gedanken, die sehr tief gehen können – und die aufgrund der bunten, aufgeschlossenen Gestaltung nicht negativ sein müssen. Wie viel Gestaltungsspielraum und verschiedene Möglichkeiten es gibt, zeigt Angelika A. Beckmann mit Sargtüchern, die kaum größer als die bedruckten DIN A4 Blätter im Eingangsbereich sind. Sie liegen über Hohlformen aus Karton, "meine Modelle", sagt sie, "Ich muss den Leuten doch zeigen, was alles möglich ist!"