Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung
Jüdische Gedenktafel beschädigt - SPD spricht von "abscheulicher Tat"
Archivbilder (4): O|N / Christopher Göbel
24.11.2025 / BAD HERSFELD -
Unglaublich! Zum dritten Mal seit 2015 wurde in Bad Hersfeld die Gedenktafel für die ermordeten jüdischen Bürger am vergangenen Wochenende mutwillig beschädigt - samt zerstörtem Blumengesteck. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung, die SPD spricht von einer klar antisemitischen Tat und warnt vor einem Angriff auf das demokratische Miteinander der Stadt.
Mehr als nur Sachbeschädigung: "Trifft uns ins Mark"
Für viele in Bad Hersfeld ist der Vorfall weit mehr als nur eine Sachbeschädigung. Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Dirk Siebert spricht in einer Pressemitteilung von einer eindeutig antisemitischen Tat - und einer tiefen Erschütterung in der Stadtgesellschaft. Die Gedenktafel erinnert an 119 jüdische Bürgerinnen und Bürger, die von den Nationalsozialisten in Auschwitz, Buchenwald, Riga, Minsk, Lodz, Sachsenhausen, Kowno und Theresienstadt ermordet wurden oder im Osten verschollen sind. Seit ihrer Anbringung 2015 wurde sie nun bereits zum dritten Mal mutwillig beschädigt. Auf der Tafel steht der Satz: "Gedenke Gott ihrer Seelen.""Angriff auf demokratisches Zusammenleben"
Auch René Petzold, stellvertretender SPD-Vorsitzender, findet klare Worte: "Angriffe auf jüdisches Leben und Symbole des Erinnerns sind Angriffe auf unser demokratisches Zusammenleben. Für uns ist der Schutz jüdischen Lebens unverhandelbar." Die SPD kündigt an, jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegenzutreten.