Am Sonntag
Verbindungsmitglieder zelebrieren Heilige Messe im Dom
Fotos: Moritz Bindewald
24.11.2025 / FULDA -
Am Sonntag kamen die Verbindungsmitglieder von Adolphiana im Dom zur Heiligen Messe zusammen, die Verbindungsseelsorger Prof. Dr. Bernd Willmes und Prof. Dr. Peter Schallenberg zelebrierten.
Heilige Messe
Am Hochfest Christkönig wurde im Hohen Dom zu Fulda das Kapitelsamt als Festmesse zum 40. Stiftungsfest der K.D.St.V. Adolphiana zu Fulda gefeiert. Zelebrant war Ehrendomkapitular Prof. Dr. Dr. Bernd Willmes, der zugleich als Verbindungsseelsorger der 1985 gegründeten katholischen Studentenverbindung im Cartellverband der katholisch-deutschen Studentenverbindungen (CV) wirkt.Gemeinsam mit Willmes feierten mehrere Konzelebranten aus den Reihen der Studentenverbindung die Heilige Messe. Ein besonderer Gast unter ihnen war der CV-Seelsorger Monsignore Prof. Dr. Peter Schallenberg. Vielen ist er noch aus seiner Fuldaer Zeit als Professor für Moraltheologie und Christliche Sozialwissenschaften bekannt – und er ist selbst Mitglied der Adolphiana.
Predigt: Souveränität über den "Ausnahmezustand"
In seiner Predigt stellte Schallenberg den Gedanken der christlichen Souveränität über den Ausnahmezustand in den Mittelpunkt. "Souverän ist, wer die Macht hat über den Ausnahmezustand", betonte er. Christlich gesprochen sei dieser Ausnahmezustand der Zustand jenseits des Paradieses, fern von Gott. Im Evangelium des Christkönigssonntags bittet der "gute Schächer" am Kreuz: "Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst." Und Jesus antwortet: "Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein."Diese christliche Souveränität zeige sich dreifach:
1. im politischen Einsatz für den unbedingten Schutz des ungeborenen menschlichen Lebens,3. und im inneren Kampf gegen die Verhärtung der Lieblosigkeit, besonders in der Bereitschaft, zu vergeben und sich vergeben zu lassen.
"Souverän", so Schallenberg, "ist nur, wer durch Vergebung den Ausnahmezustand des Rechthabenwollens und der inneren Verhärtung überwindet."
Beispiel der heiligen Maria Goretti
Eindrucksvoll vertiefte Schallenberg diesen Gedanken am Beispiel der heiligen Maria Goretti. Die Zwölfjährige war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden und kurz darauf verstorben. Ihr Täter, der später zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde und schließlich ins Ordensleben fand, suchte nach rund 30 Jahren die betagte Mutter Maria Gorettis auf, um sie um Vergebung zu bitten. Sie begegnete ihm mit den Worten:"Er hat dir vergeben – Jesus. Sie hat dir vergeben – meine Tochter Maria. Und auch ich vergebe dir."
Dieses Beispiel, so Schallenberg, zeige die tiefste Dimension christlicher Souveränität und Versöhnungsbereitschaft.
Festliches Jubiläumswochenende
Bereits am Freitagabend hatte auf dem Verbindungshaus ein Begrüßungsabend den Auftakt zum Festwochenende gebildet. Zahlreiche Gäste aus dem Cartellverband waren angereist und feierten gemeinsam mit den Adolphianern bei einem Rhöner Buffet. Unter den Gästen befand sich auch der Fuldaer CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Hering.Höhepunkt der Feierlichkeiten war am Samstag der Jubelfestkommers in der Aula der Alten Universität – jenem geschichtsträchtigen Ort, an dem die Adolphiana vor 40 Jahren gegründet worden war. Lesen Sie hier mehr.
Festrede von Dr. Michael Güntner
Die Festrede hielt Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes und gebürtiger Fuldaer. Der promovierte Jurist und frühere Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr spannte in seinem Vortrag einen Bogen von den historischen Wurzeln katholischer Studentenverbindungen bis zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Güntner würdigte die Adolphiana als lebendigen Teil der Fuldaer Bildungs- und Stadtgeschichte und betonte – immer wieder in spannender Analogie zur Autobahn – die Verantwortung studentischer Verbindungen, christliche Werte und gesellschaftliches Engagement in die Zukunft zu tragen. (pm/mmb) +++