Rhöner Heimatpfege
Freunde tanzen mit Freude gemeinsam Walzer und Mazurka
Freunde tanzen mit Freude gemeinsam Walzer und Mazurka.
Fotos:Gabriele Hattwich/ Hannah Menz
23.11.2025 / POPPENHAUSEN (WAKU) -
Zur Freude der Walzer- und Mazurkafreunde hatte die Hessische Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege (HVT) Bezirk Ost am 15. November 2025 zu einem Grundschritt-Seminar in das Trachtenhaus Abtsroda an der Wasserkuppe eingeladen. Als kurzfristig engagierte Referenten standen die erfahrenen Thüringer Folkloretänzer Anneliese Rühle aus Behrungen und Frank Hößel aus Kaltenlengsfeld zur Verfügung.
Anneliese Rühle absolvierte ihre Tanzausbildung bei Aenne Goldschmidt und legte die Prüfung zur Tanzleiterin im Fach "Deutsche Folklore" ab. Durch regelmäßige Weiterbildungen mit Maud Butter konnte sie ihr Können vertiefen und erweitern. Frank Hößel blickt auf eine langjährige Tanzerfahrung zurück und vermittelte ebenso wertvolles Wissen. Ziel des Seminars war es, die vielfältige Kultur des deutschen Volkstanzes mit den korrekten Schrittfolgen aus verschiedenen Regionen zu pflegen und nachhaltig weiterzugeben.
Das Interesse war überwältigend: Die 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen unter anderem aus Abtsroda, Würzburg, Lauterbach, Nüstal/Silges, Niederaula, Nordheim vor der Rhön, Bad Kissingen, Malkomes, Schenklengsfeld und Oberelsbach. Der große Festsaal im Trachtenhaus war gerade ausreichend, und die Organisation durch den ansässigen Verein und die HVT verlief meisterlich. Von Anfang an herrschte ein freundschaftliches Miteinander.
Nach der herzlichen Begrüßung durch Gabriele Hattwich, Vorsitzende der HVT Ost, und Hannah Menz, Vorstand des Trachtenvereins Abtsroda, begann das Seminar mit fachlichen Erklärungen und Literaturhinweisen zum Deutschen Volkstanz sowie den Volkstänzen Thüringens und der Rhön. Gestartet wurde mit einfachen Erwärmungsübungen im ¾-Takt, anschließend wurden Schrittfolgen wie Wiege-, Schwing-, Tupf- und Wechselschritte mit doppelter Federung im Einzel- und Paartanz auf verschiedenen Ebenen geübt. Zudem erhielten die Teilnehmer Hinweise zu Körperhaltung, Tanzrichtungen und Raumorientierung.
"Schwarzerdner", Kreistanz und mehr
Nach einer kurzen Pause wurden weitere offene Walzerformen wie der Spazierwalzer und der Schlingwalzer vorgestellt und gemeinsam geübt. Als Beispiel tanzten die Teilnehmer den "Schwarzerdner" im Original, wobei auf vorhandene Schritt- und Tanzkenntnisse aufgebaut wurde. In der Mittagspause standen schmackhafte Pizzen aus der benachbarten Bäckerei auf dem Programm.
Zum Wiedereinstieg begann ein Kreistanz im langsamen ¾-Takt, um den Walzerteil in seiner harmonischen Struktur abzuschließen. Besonderheiten wie der kanonische und spiegelbildliche Schleifer der Thüringer Tanztradition wurden demonstriert. Danach wandte sich das Seminar der Mazurka zu: Es wurden die gemütliche, rückgefederte, lebenslustige gesprungene und gelaufene Mazurka vermittelt und intensiv geübt. Anschließend konnten die Teilnehmer die Schritte in der figurenreichen Varsovienne anwenden und miteinander verbinden.
Zur Überraschung aller präsentierte der gastgebende Verein aus Abtsroda seine eigene Version der Mazurka, den Rhöner "Trapper", inklusive der typischen Stampf- und Stufferschritte. Den Abschluss des aktiven Tanztrainings gestaltete Gebhard Vieth, Tanzleiter der osthessischen Landesgruppe, mit einem abwechslungsreichen Mitmachtanz auf Kreislinie, der verschiedene Walzerformen kombinierte.
Das Seminar erhielt zahlreiche positive Rückmeldungen für die Vermittlung von Grund- und Basiswissen im Walzer und in der Mazurka. Die intensive Vorbereitung und die umfangreichen Übungsstunden hatten sich gelohnt, und das länderübergreifende Tanzseminar wird den Teilnehmern sicherlich in guter Erinnerung bleiben. (ms/pm) +++