Kräppelstraße und Bockwurstchaussee

Ungewöhnlicher Vorstoß: Diese Straßennamen beschäftigen das Stadtparlament

Kennen Sie schon die Fuldaer Kräppelstraße? Ganz sicher, aber wahrscheinlich mehr unter dem Namen 'Berliner Straße', dem sogenannte Streckenabschnitt der B27.
Grafik: O|N / Alexander Bender

29.11.2025 / FULDA - Kennen Sie schon die Fuldaer Kräppelstraße? Ganz sicher, aber wahrscheinlich mehr unter dem Namen 'Berliner Straße', dem sogenannte Streckenabschnitt der B27. Wenn es nach der Stadtverordneten Ute Riebold von der Partei "Die Partei" gegangen wäre, würde die Berliner Straße in der Narren-Hochburg Fulda umbenannt werden. Der Magistrat erteilte dem Vorhaben allerdings eine Absage - mit Humor.



Bereits im Juni 2025 hatte Riebold ihren Antrag eingereicht. Der Beschlussvorschlag im Wortlaut: "Die Berliner Straße wird in Kräppelstraße umbenannt". Die Stadtverordnete begründete ihren Vorstoß damit, dass die Straße nach dem Gebäck benannt sei, "das die Fuldaer Foaset wie kein anderes Backwerk repräsentiert". Das sei sehr gut, allerdings irritiere sie, dass nicht die richtige Bezeichnung für das mit Konfitüre gefüllte und in Zucker gewälzte Hefeteil gewählt wurde.

Von Bockwurstchaussee über Oktoberfestmeile bis Kümmelallee

Das müsse endlich korrigiert werden. "Die korrekte Bezeichnung sollte am 11. November 2025, spätestens jedoch am 16. Februar 2026 in Kraft treten", forderte Riebold. "Ein diskutabler Vorschlag", antwortete Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos), selbst begeisterter Karnevalist. Bei konsequenter Umsetzung würde dies aber zu Problemen an anderer Stellen führen, so der zuständige Dezernent im Magistrat.

"Es müssten dann beispielsweise die Frankfurter und die Wiener Straße in Bockwurstchaussee sowie die Schlitzer Straße in Kümmelallee beziehungsweise die Enzianstraße in Wurzelbrandweg umbenannt werden", schrieb er in der Begründung der Ablehnungsempfehlung.

Wir zitieren weiter im Wortlaut aus dem offiziellen Dokument: "Auch für die Veilchenstraße (Straße des blauen Auges), Wiesenweg (Oktoberfestmeile), Marsstraße (Am Schokoladeriegel), Lagerfeld (Untergärig), Klösberg (Zum Knödel), Weichselstraße (Sauerkirschstraße), Kapuzinerstraße (Mokkaplatz mit Schlagobers) und Eisweiher (Am gefrorenen Teich) wären Umbenennungen zu erwarten".

Aus den vorgenannten Gründen empfehle die Fachverwaltung, dem Ansinnen nicht zu folgen. Straßenbenennungen würden zudem dem Magistrat obliegen. Damit bleibt die Kräppelstraße trotz amüsanter Ideen weiter ein Wunsch, der nicht in Erfüllung geht. (mmb) +++

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