Rhöner Hörkalender vorgestellt
Schon zum vierten Mal: Gemeinschaftsprojekt mit Herz, Dialekt und Klangfarbe
Fotos: Marvin Myketin
21.11.2025 / GERSFELD (RHÖN) - Die Rhönschule Gersfeld (Landkreis Fulda) war in diesem Jahr der Gastgeber der feierlichen Vorstellung des neuen "Rhöner Hörkalender". Zum mittlerweile vierten Mal öffnet sich vom 1. bis 24. Dezember täglich ein akustisches Türchen - mit Geschichten, Gedichten, Liedern und Beiträgen in Rhöner Mundart. Ein Projekt, welches längst schon über eine Adventsaktion hinausgewachsen ist: Es ist zu einem regionalen Schatz geworden, getragen von Ehrenamt, Erinnerungen und einer starken Gemeinschaft.
Begrüßung, Musik und Erinnerung
Eröffnet wurde der Abend durch Susanne Beh und Ute Weber, die seit 2022 die Projektkoordination übernehmen. Zu den Ehrengästen gehörten unter anderem Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell, der selbst Mitglied im Verein "Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal" ist. Sowie weitere Mitglieder des Vorstandes des Vereins. Richard Hartwig der Sparkassen-Vorstandsstab. Musikalisch umrahmte der Rhönklub Gersfeld den Auftakt, bevor sich mit einer Gedenkminute an Gustav Schleicher erinnert wurde. Er hatte seit dem ersten Jahr begeistert Türchen beigesteuert und verstarb im Alter von 100 Jahren. Sein Vermächtnis lebt in den Beiträgen weiter: "Lassen Sie alle den Schatz noch glühen - und ihn in uns weiterleben", so Ute Weber. Ein Projekt, das wächst und verbindet
In ihrem Rückblick erzählten Weber und Beh von den Entwicklungen der vergangenen Jahre. Was 2022 als kleines "Experiment" begann, ist heute ein tolles Hörprojekt. "Aus der kleinen Pflanze, die 2022 gestartet ist, ist ein großer Weihnachtsbaum geworden", erklärt Weber stolz.Mehr als 40 Mitwirkende aus der ganzen Rhön haben für den diesjährigen "Adventskalender" Beiträge eingesprochen, oder musikalisch begleitet. Dazu erklärte Weber: "Viele machen das in diesem Jahr auch zum ersten Mal, wie der Schüler aus der Rhönschule Gersfeld." Wegen dieses Schülers fand die Präsentation des Kalenders in diesem Jahr dort statt.
Bürgermeister Korell: "Eine wahnsinnig tolle Sache"
Korell lobte gegenüber O|N das Engagement aller Beteiligten ausdrücklich: "Es ist eine wahnsinnig tolle Sache. Und extrem wichtig, dass so etwas nicht ausstirbt." Er selbst ist Mitglied im Verein "Miteinander-Füreinander" und betont noch einmal die kulturelle Bedeutung regionaler Dialekte.Programm mit Live-Türchen und Einblicken in die Produktion
Außerdem wurde ein Ausblick auf den Hörkalender 2025 gegeben. Ein besonderes Highlight waren ein Live-Türchen, vorgetragen von Rudolf Bickert ("Blätzerei und Stolle"), sowie weitere Einblicke in die Kalenderproduktion. Der Rhönklub Gersfeld rundete die Veranstaltung mit einem weiteren Gesangsbeitrag ab. Ausgezeichnetes Projekt - und beeindruckende Reichweite
Dass der Hörkalender längst kein irrelevantes Projekt mehr ist, zeigt eine besondere Ehrung: In diesem Jahr erhielt das Projekt den Hessischen Mundartpreis, für den sich insgesamt 65-Mundart Aktionen beworben haben. Die Projektverleihung im hessischen Rüdesheim, scherzten die Organisatorinnen: "Es war wie eine Oscar-Verleihung, da wir dort hingefahren sind und nicht wussten, ob wir gewinnen." Diese Auszeichnung brachte ein Fördergeld mit sich von 3.000 Euro, welche die Produktion sehr großartig unterstützen.Der "Rhöner Hörkalender" ist ein Projekt des Vereins Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal, gefördert von der Sparkasse Fulda. Mit dabei sind Mundartgruppen, Musikvereine, Gitarrengruppen, die Blasmusikgruppe 7RhönerFranken, Michael Bleuel alias Franz Habersack mit den Plattschwatzgirls. Sowie ein Schüler der Rhönschule Gersfeld. Der Hörkalender lädt ein zum Zuhören, Schmunzeln und Nachdenken - ein Stück regionales Brauchtum, das bewahrt, was die Rhön einzigartig macht: Sprache, Geschichten, Musik und Gemeinschaft. (Nicolas Kraus)+++