Einer der Täter untergetaucht
Schlägerei und Messerangriffe am ROMO: Zwei Angeklagte vor Amtsgericht
Fotos: Mia Schmitt
21.11.2025 / FULDA -
Die beiden Angeklagten - mittlerweile 23 und 29 Jahre alt - müssen sich laut der Staatsanwaltschaft Fulda in mehreren Fällen der Körperverletzung verantworten. Die Angeklagten sollen am Rosenmontag, den 20. Februar 2023 in Fulda vor der Bar in unterschiedlicher Tatbeteiligung nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Geschädigten auf diesen sowie einen weiteren Geschädigten eingeschlagen und diese getreten haben. Sie sollen dann von weiteren Personen durch Stichwunden im Rücken- und Oberkörperbereich verletzt worden sein. Da es sich augenscheinlich um weitere Täter handelt, wurden den beiden Angeklagten die Stichverletzungen nicht zur Last gelegt. Am Donnerstag ging es laut Strafrichter Ulrich Jahn ausschließlich um die Körperverletzung durch Schläge und Tritte.
Angeklagte haben nach eigenen Angaben nicht mit Stichwerkzeugen agiert
Zu Beginn schilderte der Verteidiger des jetzt 23-jährigen Türken, Rechtsanwalt Dr. Sven Mehlhorn, die Geschehnisse aus Augen seines Mandanten. Dieser arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Türsteher an der "Carambar" und befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Der 23-Jährige habe einen der Geschädigten - damals 24 Jahre alt - nicht in die Bar gelassen. Daraufhin soll der damals 24-Jährige dem Türsteher Rassismus vorgeworfen haben. Als Antwort habe der Angeklagte seinem Gegenüber eine Ohrfeige verpasst. Ein Freund des Geschädigten - damals 21 Jahre alt - habe diskutieren wollen, woraufhin ihn der Angeklagte weggeschubst hätte. Nach eigenen Angaben des 23-Jährigen könne er sich nicht erinnern, wer die anschließende körperliche Auseinandersetzung begonnen habe. Für ihn sei nur klar: Es gab eine Schlägerei, keine einseitige Attacke. Außerdem hob der Verteidiger Mehlhorn hervor, sein Mandant habe kein Stichwerkzeug bei sich getragen. "Ich weiß nicht mehr wie, aber ich habe auf die Fresse bekommen"
Der damals 21-Jährige agierte gemeinsam mit dem damals 24-Jährigen als Nebenkläger - an seiner Seite sein Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Celsen. Der Geschädigte soll sich nach eigenen Angaben gegen 15 Uhr an besagten Rosenmontag mit seinem Freund und dessen Freundin getroffen haben und durch die Stadt gezogen sein. Am Abend wollten sie in die "Carambar" gehen. Während die damals 21-jährige Freundin des anderen Geschädigten in die Bar kam, habe der Türsteher - der Angeklagte - den damals 24-Jährigen nicht hereinlassen wollen. Grund dafür soll Rassismus gewesen sein, so habe es der damals 24-Jährige erzählt. Dieser soll dann einen Schlag des Angeklagten abbekommen haben. "Ich weiß nicht mehr wie, aber ich habe auf die Fresse bekommen", schilderte der Geschädigte vor Gericht. Nach eigenen Angaben sei es eine Ohrfeige gewesen und er habe aus Reflex einen ähnlichen Schlag zurückgegeben. Der Geschädigte wurde dann zu Boden gebracht, wo mehrere Personen auf ihn eingeschlagen und -getreten haben sollen. Es habe es dann auf die Beine geschafft, von der Seite unbekannte Gestalten gesehen und dann die Stiche bemerkt. "Ich kann mich nur erinnern, dass ich geblutet habe." Tatverdächtiger der Messerattacke untergetaucht
Als Nächstes trat der damals 24-jährige als Nebenkläger in den Zeugenstand. Er lieferte genauere Einblicke in die Gespräche mit dem ersten Angeklagten. "Er wollte mich nicht hineinlassen. Er sagte 'das passt mir nicht'." Dann habe er sich zu seiner Freundin gesagt und laut Polizeiaussage folgendes gesagt: "Er ist wahrscheinlich ein Rassist. Ich glaube, er versteht nicht mal, was ich sage." Er konnte nicht sagen, ob der gebürtige Türke ihn dabei gehört hat und das dann der Grund für den Schlag gewesen sei. Dann sei es zu der Auseinandersetzung zwischen seinem Freund und dem Türsteher gekommen. "Ich musste ihm doch helfen.", sagte der Geschädigte. Dadurch wurde auch er dann erneut mitten ins Geschehen gerissen und wird Opfer von Schlägen. Er beteuerte, sein Freund habe sich nur geschützt und nicht selbst mit dem Angeklagten gekämpft. Ganz genau konnte er das Geschehen allerdings nicht mehr rekonstruieren. So konnte er die Verbindungen zum zweiten Angeklagten nicht mehr mit Sicherheit sagen. Wie sein Freund klagte auch er noch über Schmerzen, die sich bei manchen Bewegungen bemerkbar machen. Dass es sich hierbei um ein kompliziertes Unterfangen handelte, zeigte auch ein weiter Zeuge. Er hatte einen Teil der Auseinandersetzung zwar gefilmt, aber nicht konkret sagen, wer beteiligt war und wer nur dazwischen gehen und helfen wollte. Klar ist allerdings: Der ehemalige Türsteher gibt zu, die Geschädigten geschlagen zu haben - mit den Stichverletzungen habe er aber nichts zu tun gehabt. Das unterlegte auch Richter Jahn. Er teilte mit, die Polizei habe einen Verdächtigen ermittelt, der für die Messerstiche verantwortlich sein soll. Dieser sei allerdings untergetaucht.