Im Vonderau-Museum
Museumsgespräche beleuchten die Rolle der Foaset und Amerikaner
Museumsgespräch zum Thema Foaset und die Amerikaner am Dienstagabend.
Alle Fotos: Martin Engel
19.11.2025 / FULDA -
Ein zeitgeschichtliches Thema, das vielen Fuldaern noch sehr gegenwärtig ist, war Thema des jüngsten Museumsgesprächs in der Kapelle des Vonderau Museums: "Die Foaset als Beitrag zur gesellschaftlichen Integration der US-Streitkräfte in der Region ". Es war ein im besten Sinne nostalgischer Abend, den der Vorsitzende des Deutsch-amerikanischen Freundschafts-, Kultur- und Sportvereins Winfried Jäger mit einem kurzen historischen Rückblick moderierte.
Dass die US-Soldaten und die Fuldaer Bevölkerung einmal freundschaftliche Bande knüpfen würden, war keineswegs verbrieft, im Gegenteil: kurz nach dem Krieg schloss der US-Militärbefehlshaber in einem Brief an den Fuldaer Bischof solche Beziehungen aus. Dieses Fraternisierungsverbot hatte aber auch in Bezug auf die Foaset nicht lange Bestand. Bereits 1947 erlaubten die Besatzer eine Generalversammlung des vorstädtischen Geselligkeitsvereins Türkenbund, am 7. Februar 1948 gab es einen Ball im Eisernen Kreuz, und im selben Jahr erlaubten die US-Behörden auch einen Kinderumzug. Zeitzeugen wie Bernd Heil berichteten lebhaft aus der Zeit der frühen Bundesrepublik. Durch ihren Einsatz bei der Berliner Luftbrücke hatten sich die Amerikaner die Sympathien der Deutschen erworben, und auch in der Foaset mischten sie bald kräftig mit.
Schon 1952 erschien der erste " Ami in der Bütt", eine Rolle, die später jahrzehntelang der heute 93-jährige Milton Gilbert ausfüllte, der auch selbst bei dem Museumsgespräch anwesend war. Auch logistisch brachte sich die US-Armee in die Foaset ein und stellte für die Marschsäulen des Rosenmontagszuges Jeeps zur Ver6. Legendär waren auch die Schlachten des FKG-Gardisten mit den GIs um die Downs Barracks am Rosenmontagvormiitag, die die Amerikaner die Deutschen stets freundschaftlich gewinnen ließen. Kein Wunder, dass deswegen auch der Floraorden, Fuldas höchste karnevalistische Auszeichnung, an den Befehlshaber des US-Regiments ging, was auch der ehrwürdigen New York Times eine Meldung wert war. Wunder auch, dass man es nicht bei schönen Erinnerungen belassen wollte , sondern die Tradition weiter führen wollte.
Auf Anregung des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Hamberger schlüpft fortan der Carneval Club Haimbach nach dem Abzug der Amerikaner 1995 in schicke historische US-Uniformen und hat mit dem Westend-Marshall eine würdige Tollität. Mitglieder des Vereins waren in großer Anzahl ins Vonderau Museum gekommen und stellten stolz ihre Montur zur Schau. (Bernd Götte) +++