Herausragendes Engagement ausgezeichnet
Großer Abend für die Nachhaltigkeit: RhönEnergie ehrt visionäre Projekte
Fotos: Carina Jirsch
19.11.2025 / FULDA -
Mehr als zwanzig Bewerbungen waren zuvor bei der Jury eingegangen, die über Finalisten und Sieger entschied. Durch den Abend führte Dr. Volker Nies, der bereits zum Auftakt den besonderen Anspruch des Preises betonte: Nachhaltigkeit sichtbar machen, fördern und gemeinsam weiterdenken.
Ein Preis, der Verantwortung bündelt
Die RhönEnergie machte schon zu Beginn deutlich, dass der Abend nicht nur eine Auszeichnung ist - sondern ein Bekenntnis. Geschäftsführer Martin Heun erinnerte daran, wie stark erneuerbare Energien im Unternehmen verankert sind: Rund fünfzig Prozent des gelieferten Stroms stammen inzwischen aus erneuerbaren Quellen, mehrere hundert Millionen Euro will der Konzern in den kommenden Jahren zusätzlich investieren. "Wir haben etwas zu feiern", sagte Heun: "Und deshalb möchten wir sie alle heute ehren."Klimaschutz als größte Herausforderung unserer Zeit
In mehreren Grußworten wurde eines klar: Die Herausforderungen sind immens - und die Region nimmt sie ernst. Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda und Sprecher der Jury, fand deutliche Worte: "Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für den Menschen. Wir sind an der Grenze, das System im Griff zu haben." Er betonte, dass die Jury bei ihrer Entscheidung besonderes Gewicht darauf legte, beispielgebende und übertragbare Projekte zu würdigen.Die Preisträger im Überblick
Den dritten Platz holte sich die Privatinitiative "Slowflower - Alles voller Blumen" von Annika Hennemuth. Sie baut in Fulda-Maberzell über fünfzig Sorten Schnittblumen vollständig ohne chemische Mittel an. Teile der Pflanzen bleiben bewusst über den Winter stehen, Böden werden gemulcht, gearbeitet wird streng nach Wachstumsphasen. In der ersten Saison verkaufte Hennemuth 130 Sträuße - in diesem Jahr bereits doppelt so viele.
Der zweite Platz ging an Emmas Unverpackt Fulda e. V., die mit ihrem Konzept bis zu 85 Prozent Müll einspart. Lebensmittel kommen direkt vom Feld in den Laden, die meisten Produkte stammen aus der Region, Transportwege bleiben kurz, und Handelsbeziehungen sind transparent und fair. Ruhl betonte: "Es zeigt, wie positive Veränderungen Schritt für Schritt entstehen."
Mitgründer Steffen Pichl erklärte: "Wir haben keine Investition, die direkt ansteht. Aber es ist ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Wir werden jetzt mit dem Preisgeld versuchen, Dinge zu finanzieren, die in Zukunft anstehen."
Den ersten Platz erhielt die Wald-AG der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis elf arbeiten gemeinsam mit der Forstverwaltung an Projekten, die zeigen, wie Lebensräume geschützter Arten erhalten werden können. Es ist ein lebendiger Unterricht, der Naturerfahrung, Verantwortung und wissenschaftliches Arbeiten verbindet.
Ruhl erklärte: "So wird jungen Menschen etwas mitgegeben, das große Bedeutung für unsere Gesellschaft hat." AG-Leiter Dr. Florian Meister war sichtlich bewegt: "Die Auszeichnung ist eine sehr große Ehre. Ich finde das ein tolles Signal an die jungen Menschen, die sich hier in ihrer Freizeit eingesetzt haben."
Ein Abend, der Mut macht
Der Nachhaltigkeitspreis der RhönEnergie ist mit insgesamt zehntausend Euro dotiert - doch der eigentliche Wert liegt tiefer: in einer Region, die trotz aller Herausforderungen nicht nachlässt, konkrete Lösungen zu schaffen. Osthessen zeigt, dass Veränderung lokal beginnt - und von Menschen getragen wird, die anpacken, statt abzuwarten. (Constantin von Butler) +++