Expansion eines Ankerinvestors
Historisches Gewerbegebiet am Distelrasen: Strauss könnte Leuchtturm werden
Foto: Andreas Bejm
18.11.2025 / FLIEDEN/SCHLÜCHTERN -
Die Gemeinde Flieden (Landkreis Fulda) will gemeinsam mit Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) ein historisches Projekt starten: ein neues, orts- und kreisübergreifendes Gewerbegebiet am Distelrasen. Das Areal soll direkt an das bestehende Gewerbegebiet "Die Birken" angrenzen und könnte künftig zu einem Leuchtturmprojekt für die Region werden. Beide Gemeindevertretungen haben dem Vorhaben einstimmig zugestimmt - der Bedarf an neuen Flächen sei bereits jetzt spürbar.
Das geplante Gewerbegebiet umfasst einen bis zu 30 Hektar großen Planungsraum, der schrittweise entwickelt werden soll. Ziel ist es, auf die Nachfrage ansässiger Unternehmen zu reagieren und die wirtschaftliche Entwicklung in beiden Kommunen voranzutreiben.
Großes Potenzial für die Region
Die Pläne sehen vor, zunächst einen Bebauungsplan aufzustellen und parallel den Flächennutzungsplan zu ändern. Der Aufstellungsbeschluss wurde in Flieden am 4. Juni einstimmig gefasst. "Ich gehe davon aus, dass der Planungsprozess für das neue Gewerbegebiet eineinhalb bis zwei Jahre dauern wird", so Fliedens Bürgermeister Christopher Gärtner (CDU).Strauss als mögliches Zugpferd
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Arbeitskleidungshersteller Strauss, der bereits Interesse an einer Erweiterung in der Region signalisiert hat. "Natürlich würde ich mich über die Ansiedlung von Strauss freuen. Eine der bekanntesten Marken Deutschlands in unserer Gemeinde zu haben, würde uns Fliedener durchaus stolz machen", erklärt Gärtner.Baurechtliche Schritte und Planungsprozess
Der Aufstellungsbeschluss umfasst die Flurstücke der Gemarkung Höf und Haid, darunter die Nummern 32/1, 32/2, 33, 34, 36/1, 37/1, 38/1 und 39/1. Die Abgrenzung des Geltungsbereichs ist einer Übersichtskarte zu entnehmen, die den Bürgern ortsüblich bekannt gemacht wird.Wirtschaftlicher Aufschwung für Osthessen
Für Flieden und Schlüchtern bedeutet das Projekt nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Fulda. Die Lage direkt an der Autobahn erleichtert logistische Abläufe und macht das Areal für Investoren attraktiv. Bereits jetzt haben ansässige Firmen ihr Interesse an neuen Flächen bekundet, sodass die Notwendigkeit einer Erweiterung klar erkennbar ist.Der Bebauungsplan soll nun offiziell aufgestellt werden. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan angepasst, um die gewerbliche Nutzung der vormals landwirtschaftlich genutzten Fläche zu ermöglichen. Nach Abschluss der Planung könnte der Bau innerhalb weniger Jahre starten.
Fliedens Bürgermeister Gärtner zeigt sich optimistisch. Damit zeichnet sich ab, dass Flieden künftig ein wichtiger Standort für überregionale Unternehmen werden könnte - ein Schritt, der die Region wirtschaftlich nachhaltig stärken dürfte. (Constantin von Butler) +++