Infotag mit Erfolgsgeschichten
Zwischen Inkubator und Familienglück: Frühchen kehren ins Klinikum zurück
Am Montag war der alljährliche Welt-Frühgeborenen-Tag und um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltete das Fuldaer Klinikum einen Informationstag.
Fotos: Marvin Myketin
18.11.2025 / FULDA -
Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 60.000 Kinder zu früh auf die Welt. Etwa jedes zehnte Kind wird also vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Am Montag war der alljährliche Welt-Frühgeborenen-Tag und um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltete das Fuldaer Klinikum einen Informationstag.
Am Montagmittag füllte sich die Eingangshalle des Klinikums nicht nur mit Infotafeln und Vorträgen, sondern vor allem mit Geschichten. Geschichten von winzigen Kämpfern, die viel zu früh ins Leben starten und deren erstes Zuhause oft von Monitorpiepen, Wärmebettchen und unzähligen sorgenden Händen geprägt ist. Zum Infotag kamen einige Eltern, deren Kinder selbst einmal auf der Frühchen-Station behandelt wurden.
"Der Tag ist für die ehemaligen Frühgeborenen sehr wichtig, damit sie in der Gesellschaft ein bisschen mehr Verständnis bekommen. Man weiß zum Beispiel, dass sie oft emotional nicht so robust sind, aber wenn sie ein bisschen Unterstützung bekommen, die sie auch brauchen, dann können sie ganz vieles genauso meistern wie alle anderen", erklärte Prof. Dr. med. Reinald Repp, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Fulda, gegenüber OSTHESSEN|NEWS.
Enorme Fortschritte in der Frühchen-Behandlung
Die kleinen Babys haben dank der fortschreitenden medizinischen Versorgung eine gute Überlebenschance. "Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der Kinder, die drei Monate zu früh geboren wurden, nur eine Überlebenschance von etwa zehn Prozent hatten. Fast alle kämpften damals mit schweren Komplikationen, verursacht durch die Unreife ihrer Organe. Heute hingegen haben diese Frühchen eine Überlebenschance von rund 97 Prozent - und gesundheitliche Probleme treten nur noch selten auf, meist im sehr niedrigen einstelligen Bereich. Für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft ist das eine enorme, erfreuliche Entwicklung", so Repp.
Zur Demonstration standen außerdem Inkubatoren mit Puppen in der Halle. Das Team der Frühgeborenenstation sowie der Sozialmedizinischen Nachsorge waren zusammen mit dem Förderverein "Seestern" für alle Fragen da und informierten die Leute. Die Vorsitzende des Vereins "Seestern", Yvonne Mangold, hatte selbst ihre zwei Kinder auf der Station zur Behandlung. "Wir sind sehr stolz, dass wir die Arbeit des Teams mit unterstützen können", sagte sie.
Eine Besonderheit am Aktionstag: auch viele Familien mit ihren Kindern, die selbst dort behandelt worden waren, kamen zu dem alljährlichen Treffen. Eine davon ist die Familie Radisch. Ihre Drillinge kamen vier Monate zu früh auf die Welt. "Lara, Luka und Noah wurden hier bestens versorgt. Sie werden bald schon sechs Jahre alt und es könnte ihnen nicht besser gehen", sagte der Vater. Für die Pfleger der Frühchen-Station ist ebenfalls sehr besonders, ihre ehemaligen Schützlinge wiederzusehen. "Wir freuen uns immer sehr, die Kinder und ihre Eltern wiederzusehen. Es ist herzerwärmend zu sehen, wie es ihnen heute geht", so Franziska Möller, stellvertretende Stationsleitung. (Katharina Geppert) +++