Rund 70 Teilnehmer

Unternehmerfrühstück: Austausch über Finanzen, Bürokratie und Entlastungen

Professor Dr. R. Alexander Lorz (CDU)
Fotos: Andreas Bejm

17.11.2025 / BAD ORB - Zum dritten Unternehmerfrühstück kamen am Montagvormittag rund 70 Teilnehmer – darunter Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Unternehmer aus der Region – in der Konzerthalle in Bad Orb zusammen. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Lage, die kommunalen Finanzen und der Wunsch nach weniger Bürokratie.



Hessens Finanzminister Prof. Dr. Alexander Lorz zeichnete ein realistisches Bild der aktuellen wirtschaftlichen Situation: Pandemie-Folgen, der Ukrainekrieg und internationale Unsicherheiten haben das Wachstum gebremst, die Steuerschätzungen mussten mehrfach nach unten korrigiert werden. Für 2025 werde zwar ein leichtes Plus erwartet, ein nachhaltiger Aufschwung sei jedoch weiterhin nicht in Sicht.

Die finanzielle Lage der Kommunen spielte eine zentrale Rolle. Das Land stellt derzeit 300 Millionen Euro Soforthilfe bereit, um akute Engpässe auszugleichen – bewusst ohne zusätzliche Hürden. Kommunale Vertreter machten jedoch deutlich, dass viele Förderprogramme in der Praxis weiterhin an kurzen Fristen und komplexen Vorgaben scheitern. Künftig sollen Entscheidungen vor Ort stärker unterstützt und Verfahren deutlich unbürokratischer gestaltet werden.

Auch das milliardenschwere Infrastrukturpaket war Thema. Die Fördermittel sollen Investitionen in Schulen, Straßen, Krankenhäuser und die Digitalisierung vorantreiben. Verzögerungen zu Beginn seien normal, da viele Projekte zunächst vorfinanziert werden müssen. Ziel sei es jedoch, den Investitionsfluss spürbar zu beschleunigen.

Einen wichtigen Akzent setzte Michael Heim, Stadtverordnetenvorsteher von Bad Orb. Er betonte, dass starke Kommunen eine direkte Wirkung auf die regionale Wirtschaft haben: Wenn Städte und Gemeinden investieren können, profitieren lokale Betriebe, Aufträge bleiben in der Region und Einnahmen stabilisieren sich – wodurch etwa Gewerbesteuererhöhungen vermieden werden können. Kommunalpolitik müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die Bürgern und Wirtschaft zugutekommen.

Gleichzeitig wies Heim darauf hin, dass steigende Personalkosten nach Tarifabschlüssen die kommunalen Haushalte stark belasten. Umso wichtiger sei eine solide, verlässliche Finanzpolitik, die Kommunen handlungsfähig halte. Zum Abschluss der Veranstaltung herrschte Einigkeit: Nur durch eine enge Zusammenarbeit von Land und Kommunen lassen sich Planungssicherheit schaffen, Investitionen beschleunigen und Bürokratie wirkungsvoll abbauen. (Andreas Bejm) +++

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