Dreieinhalb Jahre Sanierung

"Ein Schmuckstück": Einweihung des Deutsch-Amerikanischen Sportzentrum

Feierliche Eröffnung am Samstag: Gemeinsam wurde das rote Band durchgeschnitten.
Fotos: Erik Spiegel

16.11.2025 / FULDA - Ein 6,1 Millionen-Investment: Am Samstagnachmittag wurde nach dreieinhalb Jahren umfassender Sanierung das Deutsch-Amerikanische Sportzentrum im Fuldaer Münsterfeld, welches aus unmittelbar benachbarten Hallen - der Wilmingtonhalle (bei Bundesligaspielen trägt die Wilmingtonhalle den Sponsor-Namen "Hubtex-Arena") und der Black-Horse-Halle - besteht, feierlich eingeweiht. Bürgermeister Dag Wehner (CDU) betonte dabei die Wichtigkeit dieser Sportstätten, die längst nicht nur dem Tischtennissport dienen, sondern auch für Basketball und Softball, Fußball, Badminton und Baseball durch verschiedene Fuldaer Vereine sowie durch das Polizeipräsidium genutzt werden. "Es ist ein Meilenstein, nicht nur für die Sportstadt Fulda, sondern auch für die langjährige deutsch-amerikanische Freundschaft."



Neben Bürgermeister Dag Wehner (CDU), Landtagsabgeordneter Thomas Hering (CDU), Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU) und der Kreisbeigeordnete Joachim M. Jansehen (CDU) waren auch Harald Piaskowski, Vorsitzender des Sportkreises Fulda-Hünfeld, Andreas Hain, Hessischer Tischtennis-Verband, Stefan Frauenholz, Vorsitzender des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und Jens-Uwe Münker, Abteilungsleiter Sport bei Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, sowie weitere Vertreter aus Sport, Politik und Wirtschaft vor Ort.

Hintergrund - Historie des Sportzentrums und aktuelle Sanierung

Bei der Einweihung blickte der Bürgermeister auf die lange Historie des Sportzentrums zurück. Die erste Sporthalle auf dem Münsterfeld entstand im Zusammenhang mit dem Bau der damaligen Ludendorff-Kaserne in den 1930er Jahren. Im Kern ist sie in der heutigen Wilmingtonhalle erhalten geblieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die US-Army die ehemalige Wehrmachts-Kaserne übernommen, viele Jahre trug das Areal den Namen "Downs Barracks". Die Amerikaner nutzten das Gebäude innerhalb des Kasernengeländes weiter als Sporthalle, insbesondere die in den USA beliebten Sportarten wie Basketball oder Baseball wurden hier betrieben. Mit dem Bau einer weiteren Halle (der heutigen Black-Horse-Halle) und eines Funktionstrakts im Jahre 1983 erweiterten die Amerikaner die Möglichkeiten zum Hallensport noch einmal beträchtlich.

Nach dem Abzug der US-Army 1994 ging das gesamte Gelände zunächst in den Besitz des Bundes und dann ins Eigentum der Stadt Fulda über, die aus der ehemaligen Kaserne auf dem Münsterfeld ein gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet entwickelte. Bei der Benennung von Straßen und Gebäuden trug die Stadt Fulda der jahrzehntelangen Prägung durch die Amerikaner Rechnung. So erhielten die jetzt städtischen Sporthallen die Namen Black-Horse-Halle (nach dem Namen des von 1972 bis 1994 hier stationierten 11th Armored Cavalry Regiment Blackhorse) und Wilmingtonhalle (nach der seit 1997 verschwisterten Fuldaer Partnerstadt Wilmington im US-Bundesstaat Delaware).

Die Wilmingtonhalle ist seit 1998 Trainings- und Spielort des Tischtennis-Bundesligisten TTC Fulda-Maberzell. Sie bietet Raum für 750 Zuschauerplätze (+150 Stehplätze). Der TTC betreibt dort eine Sportschule und ein Tischtennis-Leistungszentrum, welches sich auf Kooperationen mit Schulen und auf den Behindertensport konzentriert. Zudem hat dort der Bezirksstützpunkt des Hessischen Tischtennis-Verbands (HTTV) für die Landeskaderathleten seinen Sitz, der HTTV nutzt die Halle mehrmals im Jahr für Lehrgangszwecke. Bei Bundesliga-Spielen trägt die Wilmingtonhalle den Sponsor-Namen "Hubtex-Arena".

Die Black-Horse-Halle wird durch verschiedene Vereine für den Trainings- und Spielbetrieb genutzt, aktuell sind dies: DAFKS Fulda (Basketball und Softball), SG Barockstadt (Fußball), Fuldaer Turnerschaft (Basketball und Baseball), Haimbacher SV (Badminton und Fußball) und auch TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell (bei Spielen der 1. Tischtennis-Bundesliga dient die Halle beispielsweise als Aufwärm- und Cateringbereich). Ein weiterer Nutzer ist das Polizeipräsidium Osthessen, das in der Black-Horse-Halle Ausbildungseinheiten und Sporteignungstests durchführt.

"Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein modernes, energieeffizientes, barrierearmes und vielseitig nutzbares Sportzentrum, das Fulda als Sportstadt und Sportstandort langfristig stärken wird", so Wehner weiter. Der Bürgermeister bedankte sich zudem bei allen Beteiligten des Projektes und auch beim Land Hessen, welches das Projekt mit 750.000 Euro aus dem hessischen Landesprogramm "Neubau, Erhaltung und Sicherung von Sportstätten" förderte. "Es ist weit mehr als nur eine Spielstätte - hier können auch Kinder und Jugendliche neben dem eigentlichen Sport auch Fairness oder Zusammenhalt erlernen. Hier treffen Menschen verschiedenster Herkünfte und Generationen aufeinander. Das ist gelebte Integration, gelebte Völkerverständigung, Tag für Tag, Ball für Ball." Die Sanierung sei für ihn ein Symbol dafür, was gemeinsam erreicht werden kann, wenn man mit "Leidenschaft, Zielstrebigkeit und Teamgeist" an Aufgaben herangehen würde.

Jens-Uwe Münker überbrachte "die Grüße der Sportministerin Diana Stolz", die sich sehr freue, dass die Eröffnung stattfinden könne. Er hob hervor, dass der Verein deshalb so stark unterstützt wurde, weil er in Hessen einzigartig sei: "Seit 20 Jahren ununterbrochen in der Bundesliga, das ist stark." Münker betonte außerdem die sportliche Bedeutung der Disziplin und sagte: "Die Sportart Nummer 1 von der sportlichen Realität her in Fulda ist tatsächlich Tischtennis." Die hier vertretenen Athleten seien "Weltklasse-Leute, die in der Olympia-Weltmeisterschaft Medaillen und Titel gewonnen haben."

Sowohl Andreas Hain als auch Stefan Frauenholz bedankten sich daraufhin bei der Stadt und beim Land, für die "herausragende" Unterstützung und für die Sanierung, die nach den Wünschen des Vereins durchgeführt wurden. "Die Halle ist wunderschön - ein wahres Schmuckstück." Auch Dimitrij Ovtcharov bedankte sich im Namen der Spieler für die Halle. "Wir fühlen uns hier sehr wohl und hoffen natürlich gebührend zur Einweihung einen Sieg einzuholen." Kurz darauf erklärte Peter Riethmüller, Projektleiter bei Staubach + Partner, die Sanierungsmaßnahmen.

Ablauf der Sanierungsmaßnahmen

Die Baumaßnahme wurde aufgrund der durchgängigen Nutzung durch den TTC Fulda-Maberzell in zwei zeitlich versetzten Bauabschnitten realisiert. Hierzu wurden beheizbare Zelte und Container für die Unterbringung von Sanitär- und Umkleideräumen sowie von Cateringbereichen aufgestellt. Im 1. Bauabschnitt (ab Januar 2022) wurden in der Black-Horse-Halle sowie im Mitteltrakt die Haustechnik erneuert, die Sanitärräume modernisiert, ein neuer Sportboden mit Fußbodenheizung eingebaut, das Foyer vergrößert und die Eingangssituation verbessert. Im 2. Bauabschnitt (ab Januar 2024) gingen die Arbeiten in der Wilmingtonhalle weiter: Belüftung, Schwingboden, Fußbodenheizung und die Tribüne wurden hier erneuert, außerdem gab es Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik, der Wärmedämmung der Außenwände sowie neue Fenster und Türen.

Zudem lobte Thomas Hering den TTC Fulda-Maberzell: "Ihr seid ein Aushängeschild für die Region. Ihr spielt erste Liga und seid überall bekannt. Ich bin sehr stolz darauf. Abschließend überbrachte auch Kreisbeigeordneter Joachim M. Janshen in Vertretung des Landrates Bernd Woide (CDU) Glückwünsche und ein Präsent. "Maberzell steht für Tischtennis." Der Verein sei ein Aushängeschild der Stadt. Er lobte die Sanierung als "sehr gelungene Renovierung" und betonte, dass die Sportstätte "ein echter Augapfel der Region" sei. Bei anschließenden Häppchen wurde dann noch auf das Abendspiel des TTC Fulda-Maberzell gegen Ochsenhausen angestimmt. Das Spiel können Sie, liebe Leserinnen und Leser, in unserem Live-Ticker hier verfolgen. (ms) +++












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