Historischer Tag in der Domstadt

Ein Meilenstein für Osthessen: Erste Medizinstudierende bestehen Examen

Feierlicher Moment im Fürstensaal: Die ersten Fuldaer Medizinstudierenden nehmen ihre Urkunden entgegen.
Fotos: Maurice Schumacher

13.11.2025 / FULDA - Es war ein Nachmittag, der in Fuldas Geschichte eingehen dürfte: Im Fürstensaal des Stadtschlosses ehrte die Stadt Fulda die erste Kohorte Medizinstudierender, die ihre Zweite Ärztliche Prüfung - das sogenannte M2-Examen - vollständig am Campus Fulda abgelegt hat. Nach Jahren der Planung, Abstimmung und Pionierarbeit feierten Stadt, Universität und Klinikum gemeinsam mit den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen einen Meilenstein für die medizinische Ausbildung in Osthessen.



Der Campus Fulda ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit der Philipps-Universität Marburg, des Klinikums Fulda und der Hochschule Fulda. Ziel war es, langfristig mehr Medizinerinnen und Mediziner in Mittel- und Osthessen auszubilden - und so die ärztliche Versorgung in der Region zu sichern. Was mit Blockpraktika begann, ist heute ein vollwertiger Ausbildungsstandort für die klinischen Studienjahre geworden. Zum ersten Mal haben Studierende ihren gesamten klinischen Abschnitt - vom siebten bis zum zehnten Semester - in Fulda absolviert.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Lange war unklar, ob die Prüfung tatsächlich in Fulda stattfinden könnte. Ursprünglich sollten die Studierenden das Examen in Marburg schreiben, was mit großem Aufwand verbunden gewesen wäre. Erst durch das entschlossene Engagement der Universität Marburg, des Campus-Teams und der Studierendenvertretung um Robert Janke gelang es, die Genehmigung für Fulda zu erhalten. Die M2-Prüfung fand schließlich im Oktober 2025 statt - reibungslos, professionell und mit einem Ergebnis, das alle stolz machte: Jede und jeder bestand.

Lob und Anerkennung für echte Pionierarbeit

Bei dem Empfang würdigte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) die Leistung der jungen Medizinerinnen und Mediziner: "Das ist in der Geschichte Fuldas eine einzigartige Feier", betonte Wingenfeld und fügte hinzu: "Alle haben bestanden und das freut mich besonders." Mit Blick auf die historische Bedeutung sagte er: "Sie sind die ersten Medizinstudenten seit 1802, die in Fulda diese Prüfung bestanden haben."

Wingenfeld sprach den Absolventinnen und Absolventen großen Respekt aus: "Sie sind echte Pioniere und haben wirklich eine historische Etappe mitgestaltet." Zugleich appellierte er an ihren Mut: "Ich wünsche, dass Sie immer die Bereitschaft haben, Neuland zu bestreiten."

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt (CDU) gratulierte im Namen des Landkreises Fulda: "Ich darf Ihnen allen gratulieren - das ist etwas ganz Besonderes." Er würdigte den Erfolg der gesamten Gruppe: "Dass hier jeder bestanden hat, sagt etwas über Ihre Qualität aus. Das Medizinstudium ist ein dickes Brett, und das dicke Brett haben Sie gebohrt." Schmitt erinnerte zudem an die Entwicklung des Projekts: "Vor zehn Jahren hätten wir nicht gedacht, dass wir heute hier stehen können."

Ein starkes Zeichen für die Region

Der Erfolg des ersten Fuldaer Jahrgangs steht symbolisch für das, was in den kommenden Jahren weiterwachsen soll: eine moderne, praxisnahe Ausbildung für angehende Ärztinnen und Ärzte mitten in Hessen. Das Prüfungsmodell, das gemeinsam von der Universität Marburg, dem Klinikum Fulda und der Hochschule Fulda umgesetzt wurde, gilt schon jetzt als beispielhaft.

Für Fulda ist dieser Tag mehr als eine akademische Etappe - es ist ein historischer Schritt hin zu einem dauerhaft etablierten medizinischen Standort. Oder, wie Oberbürgermeister Wingenfeld es formulierte: "Sie schreiben ein Stück weit Geschichte." (Constantin von Butler) +++

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