Der Stadtpfarrer bei ON
Was hat die Hl. Elisabeth v. Thüringen uns heute noch zu sagen?
Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch
19.11.2025 / FULDA -
1. Radikale Nächstenliebe – mitten im Alltag
Als Landgräfin lebte sie zunächst im Luxus, gab aber alles auf, um in Armut Christus nachzufolgen. Ihre Botschaft an unsere konsumorientierte Zeit lautet: Wahrer Reichtum liegt nicht im Besitz, sondern im Teilen. Elisabeth fordert uns heraus, neu zu fragen: Was brauche ich wirklich zum Leben? Woran hängt mein Herz? Wie kann ich teilen, ohne mich selbst zu verlieren?
Elisabeth verband Mystik und Tatkraft: Ihr Gebet führte sie ins Handeln. In einer Welt, in der Spiritualität oft privat bleibt, zeigt sie: Glaube ohne Liebe bleibt leer; Liebe ohne Glauben verliert ihre Tiefe. Das macht sie zu einem Vorbild für Menschen, die ihren Glauben glaubwürdig leben wollen – im Beruf, in der Familie, im öffentlichen Leben.
4. Mut zur Eigenverantwortung und Gewissensfreiheit
Trotz Widerständen – auch vom Hof und der Kirche – folgte Elisabeth ihrem Gewissen. Ihre Treue zu Christus war stärker als alle gesellschaftlichen Erwartungen. Das spricht heute zu allen, die gegen den Strom schwimmen, für Wahrheit, Gerechtigkeit oder Barmherzigkeit einstehen – auch wenn es unbequem ist.
5. Heilende Gegenwart – "Sehen mit dem Herzen"
Elisabeth wird oft mit dem "Rosenwunder" dargestellt: Wo sie Brot für die Armen trug, sah man plötzlich Rosen. Ob Legende oder Symbol – es erinnert uns: Wo Menschen mit Liebe handeln, verwandelt sich das Harte in Schönes. Sie ruft uns zu einem "sehenden Herzen" – zu einer Liebe, die verwandelt. Die heilige Elisabeth ist keine ferne Mittelaltergestalt, sondern eine zeitlose Prophetin der Menschlichkeit. Ihre Botschaft für heute könnte lauten: "Lass dein Herz nicht verhärten. Teile, was du hast. Und tue alles aus Liebe. (Stefan Buß)+++