Nach Anschlag
Stadt hofft auf Lösung für Weihnachtsmarkt - Ministerpräsident schaltet sich ein
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
12.11.2025 / MAGDEBURG -
Die Buden stehen schon, doch die Genehmigung fehlt: Händler in Magdeburg zittern um ihre Existenz, es gibt ungeklärte Sicherheitsfragen. Wie wird der Weihnachtsmarkt-Konflikt nun gelöst?
Im Streit um die Genehmigung des Magdeburger Weihnachtsmarkts strebt die Stadt, noch eine Lösung zu finden. «Ich gehe davon aus, dass wir es hinbekommen, den Weihnachtsmarkt zu eröffnen», sagte Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) – wenn auch vielleicht einige Tage später als geplant. In der Diskussion um Mängel im Sicherheitskonzept hatte die Stadt sich in einem offenen Brief auch an Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gewandt und ihn um Unterstützung gebeten.
«Wir stehen unter massivem Zeitdruck. Der Aufbau des Weihnachtsmarkts läuft, Verträge sind geschlossen, Existenzen, auch für Händler in der gesamten Innenstadt, hängen an Entscheidungen, die in wenigen Tagen getroffen werden müssen», heißt es in dem offenen Brief an Haseloff. «Wir können nicht länger abwarten, während Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden.»
Ministerpräsident schaltet sich ein
Haseloff hat sich der Sache angenommen und ein gemeinsames Gespräch von Vertretern der Stadt und des Landesverwaltungsamts am Mittwoch vermittelt. «Ziel ist es, einen sicheren Weihnachtsmarkt durchzuführen», sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur. Er erwarte, dass die offenen Fragen in einem guten Miteinander geklärt würden, so Haseloff.Gibt es Mängel bei der Sicherheit?
Hintergrund der möglichen Absage ist eine Einschätzung des Landesverwaltungsamts zum Sicherheitskonzept. Darin werden unter anderem der Zufahrtsschutz und die Organisation der Sicherheitskräfte bemängelt. Es könne daher keine Zustimmung zum Sicherheitskonzept geben, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Verwaltungsamt weist darauf hin, dass die Stadt selbst um eine fachliche Stellungnahme gebeten habe.Vor gut einem Jahr war ein Mann mit einem 340 PS starken Mietwagen über den Weihnachtsmarkt gefahren und hatte sechs Menschen getötet und mehr als 300 zum Teil schwer verletzt. Am Montag begann in Magdeburg der Prozess gegen den Angeklagten aus Saudi-Arabien.
Schaustellerbund: Absage wäre Kapitulation des Staates
Der Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt sieht durch die Einschätzung der Behörde eine große Verunsicherung bei vielen Städten im Land. Es könne nicht sein, dass das Landesverwaltungsamt aus vermutetem Selbstschutz heraus den Kommunen diese Aufgaben aufdrücken wolle, sagte der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Andreas Dittmann (SPD). «Diese Haltung bringt nicht nur den Magdeburger Weihnachtsmarkt in Gefahr.»