Spatenstich am Kreiskrankenhaus
Größte Investition der VB-Geschichte: Neue Klinik für 97 Millionen Euro
Fotos: Hans-Hubertus Braune
12.11.2025 / ALSFELD -
In Zeiten von Sparmaßnahmen und Krankenhaus-Schließungen oder Insolvenzen ist diese Meldung fast schon einzigartig: In Alsfeld (Vogelsbergkreis) wurde am Dienstagnachmittag der symbolische Startschuss für den Neubau einer Klinik der Grund- und Regelversorgung gefeiert.
Verständlich, dass dieser Akt als historisch, als Meilenstein und wichtiger Tag für Alsfeld und den Vogelsbergkreis bezeichnet wurde. Nach rund 25 Jahren der Diskussionen um die Zukunft des in die Jahre gekommenen Kreiskrankenhauses wurde vor gut fünf Jahren der Entschluss gefasst, ein Neubau muss her. Die Frage der Finanzierung wurde zwischen Land und Landkreis lange Zeit diskutiert. Letztlich steuert das Land aus verschiedenen Töpfen rund 46 Millionen Euro dazu und will damit die Bedeutung der ländlichen Region stärken. Die Kreiskrankenhaus GmbH selbst beteiligt sich mit acht Millionen Euro.
Der Spatenstich markiert den Start für den Neubau des Kreiskrankenhauses in Arzfeld, als Zeichen für die Investition in die Gesundheit und Zukunft der Menschen der Region. Angesichts steigender medizinischer Anforderungen soll durch den Neubau die Versorgung dauerhaft gesichert werden. Nach drei Jahren der konkreten Vorplanungen geht es nun in die Bauphase, welche ebenfalls nach drei Jahren abgeschlossen werden soll.
Medizinisches Herzstück im Erdgeschoss
Das Erdgeschoss des Neubaus sei das "medizinische Herzstück", unter anderem mit dem Bereich der Diagnostik und der zentralen Notaufnahme sowie der Ambulanz. Im ersten Obergeschoss entsteht der Operationsbereich sowie die Intensivpflege und die zentralen Arztdienste. Im zweiten Obergeschoss werden zwei Normalpflegestationen mit jeweils 36 Betten gebaut. Zwei geriatrische Stationen mit jeweils 24 Betten sowie Therapie- und Aufenthaltsräume sowie eine Garten-Terasse sind im dritten Obergeschoss geplant. Im Kellergebäude werden die Versorgung und Logistik angeordnet."Bekenntnis zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum"
Dr. Sonja Optendrenk ist Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Sie sagte in ihrem Grußwort unter anderem: "Das ist ein Bekenntnis zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Und ich bin total dankbar, dass auch der Kreis sich hier so committet und auch sagt: Ja, wir stehen hier auch weiter ein als Landkreis für moderne Medizin in der Fläche, weil wir so viel immer diskutieren über Hochleistungsmedizin und so weiter, wie kriegen wir die Qualität noch höher und noch spezialisierter. Und oft wird dann vergessen, dass im ländlichen Raum, in den grundversorgenen, regelversorgenen Krankenhäusern einfach sehr, sehr gute Leistungen, sehr, sehr gute medizinische Versorgung, wohnortnah für die Menschen erbracht wird. Und dass das eben auch ein wahnsinnig hoher Wert ist, dass wir an dieser Stelle Verlässlichkeit schaffen für die Menschen im ländlichen Raum. Das ist Ihr Beitrag dazu, als Kreis, ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern eben diese Sicherheit zu geben. Auch hier findet zukünftig moderne Medizin statt, erreichbar und für die Menschen vor Ort. Und von daher mein ganz herzlicher Dank auch an Sie zurück, dass Sie sich hier dieser großen Aufgabe und auch großen finanziellen Aufgabe stellen.""Symbol für gleichwertige Lebensverhältnisse"
Geschäftsführer Volker Röhrig sagte unter anderem: "In dem Kreiskrankenhaus entsteht ein Haus, das weit mehr ist aus meiner Sicht als Beton und Technik. Es wird ein Ort sein, an dem medizinische Versorgung auf menschliche Nähe trifft. Das ist die Hoffnung, die wir alle haben, gerade in einem Haus der Grund- und Regelversorgung. Alle im Raum wissen, dass wir das doch hin und wieder vermissen. Auch menschliche Nähe ist ein Kriterium der Genesung und der guten Gesundheitsversorgung. Es wird ein Haus sein, das Arbeitsplätze schafft. Und ich schließe mich Herrn Dr. Mischaks Worten an, ein Haus, egal ob modern oder alt, ist erstmal nur ein Gebäude. Wir brauchen die Menschen, die für die Gesundheitsversorgung dieses Landkreises da sind. Alle sind eingeladen, hieran heute, morgen und auch in Zukunft mitzuarbeiten. Es wird ein Ort sein, der Daseinsvorsorge ist."