CDU prescht nach vorn
Hessentag 2030? Bürgermeister rudert nach Todesfällen zurück
Symbolbild: O|N / yowe
23.12.2025 / SCHLÜCHTERN -
Dass die Stadt Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) mit dem Gedanken spielt, einen Hessentag auszurichten, ist schon länger bekannt. Noch zum kalten Markt war sich Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) sicher: "Ein Prüfantrag zum Hessentag 2030 wird in der Stadtverordnetenversammlung auf breite Zustimmung treffen." Jüngst hatte er wegen Todesfällen in der Stadtverwaltung das Vorhaben gestoppt. Die CDU Schlüchtern hält hingegen an dem Vorstoß fest.
Man bedauere, dass der vom Bürgermeister eingebrachte Prüfantrag zum Hessentag zurückgezogen und das Thema damit ins kommende Jahr verschoben wurde, so der Fraktionsvorsitzende Florian Varinli. Gleichzeitig stellt er für die Union klar, dass sie den Prüfansatz weiterhin mit vorher zu definierenden Inhalten unterstützt.
Prüfantrag ist keine Entscheidung
"Ein Prüfantrag ist keine Entscheidung über eine Bewerbung", betont Florian Varinli. "Er sollte lediglich klären, ob der Hessentag für Schlüchtern überhaupt machbar ist - organisatorisch, technisch und finanziell. Genau diese Informationen fehlen uns aber weiterhin. Möglicherweise lohnt es sich doch, mal etwas genauer hinzusehen", so Florian Varinli weiter. Die CDU widerspricht damit deutlich der Darstellung der Bürgerbewegung Bergwinkel, die in einer Pressemitteilung den Rückzug des Antrags begrüßt und behauptet hat, der Hessentag sei "eine Nummer zu groß" für Schlüchtern. "Solche Aussagen entbehren jeder Grundlage, solange keine belastbaren Zahlen, Daten und Fakten vorliegen", so der Fraktionschef. "Wir maßen uns nicht an, vorab zu wissen, was die Bürgerinnen und Bürger leisten können oder nicht – ohne die Fakten auf dem Tisch zu haben."
Fragen müssen geklärt werden
Die CDU betont, dass eine seriöse Entscheidung über den Hessentag nur möglich ist, wenn die Gesamtsicht vorliegt und da müssen zunächst wichtige Fragen geklärt werden, wie etwa: Welche Fördermittel kann das Land Hessen zusätzlich bereitstellen, etwa für ohnehin notwendige Projekte wie einen neuen Feuerwehrstandort? Und wie stellt sich dann ein rechnerisches Gesamtergebnis dar? Welche langfristigen Vorteile ergeben sich für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Wirtschaft? Wie könnte die Organisation des Landesfestes mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Einklang gebracht werden?Gerade im Vorfeld der Kommunalwahl sei Polemik fehl am Platz. "Wir stehen für Transparenz, Ehrlichkeit und eine verantwortungsvolle Entscheidungsfindung. Spekulationen helfen nicht weiter – fundierte Informationen schon", betont die CDU abschließend. (mmb/pm) +++