Ein Deutschrapper, der die Jugend prägt
"Babo - die Haftbefehl-Story": Eine Doku die Wellen schlägt
Foto: picture alliance / dpa | Christoph Schmidt
08.11.2025 / OFFENBACH -
Zwischen Drogen, dem Leben als Rockstar und der Familie - die Dokumentation über einen der einflussreichsten deutschen Künstler unserer Zeit schlägt hohe Wellen und erobert auf Netflix im deutschsprachigen Raum überall Platz eins. Der deutsche Rapper "Haftbefehl", mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan, zeigt mit seinem Lebensweg, dass man trotz Rückschlägen, Selbstzweifeln und harter Vergangenheit seinen eigenen Weg finden - und eine Generation prägen kann.
Aykut Anhan wuchs gemeinsam mit seinen drei Brüdern und seinen Eltern in schwierigen Verhältnissen in Offenbach auf. Seine Kindheit war geprägt von Schicksalsschlägen: Schon in jungen Jahren verhinderte er den ersten Suizidversuch seines Vaters - doch wenig später nahm sich dieser das Leben. Zurück blieb Aykut, gemeinsam mit seinen Brüdern Cem Anhan, der selbst als erfolgreicher Rapper "Capo" unterwegs ist, sein zweiter Bruder Aytac Anhan und seine Mutter, über die öffentlich nur wenig bekannt ist.
Musik als Ventil – und der Kampf gegen die Sucht
Dieses traumatische Erlebnis hatte zur Folge, dass Aykut früh lernen musste, Verantwortung zu übernehmen und mit dem Schmerz auf seine eigene Weise umzugehen: Musik und Drogen. Musik wurde für ihn zum Ventil - in seinen Texten verarbeitet er nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern gibt auch all jenen eine Stimme, die ähnliche Wege gegangen sind. Über seine Kokainsucht erzählt die Doku auch - Haftbefehl, ließ sich lange Zeit von niemandem helfen, Ärzte sagten ihm, dass er nicht mehr lang zu leben hätte, wenn er so weitermache. Sein Bruder Cem Anhan alias "Capo", überredete und "zwang" ihn zu einem Aufenthalt in einer Klinik in Istanbul. Doch am Ende blieb die Frage: Schafft er es, die Kurve zu bekommen? Bleibt er weg von den Drogen?Diskussion um den Einsatz im Unterricht
Im Raum steht die Forderung von Schülern aus Offenbach und der Umgebung, dass das Leben und die Doku von Haftbefehl im Unterricht besprochen und präventiv eingesetzt werden sollte, um vor Drogenkonsum und den Folgen zu warnen. OSTHESSEN|NEWS hat beim Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen nachgehakt und gefragt, ob das Leben und die Doku von Haftbefehl im Schulunterricht behandelt werden sollte. "Weder die Texte des Rappers noch sein Auftreten in der Öffentlichkeit können in Einklang mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag unserer Schulen gebracht werden. Eine Verherrlichung von Antisemitismus, Sexismus, Gewalt oder Drogen hat in Lehrplänen nichts verloren", erklärt das Kultusministerium.Doch jetzt, sind unsere Leser gefragt: Habt Ihr die Doku über Aykut Anhan alias "Haftbefehl" gesehen und sollte das Leben, so wie die Doku im Unterricht behandelt werden, oder eher nicht? (Nicolas Kraus)+++
Foto: picture alliance / Eventpress Hoensch
Foto: picture alliance / ABBfoto