Wie geht es der Wirtschaft in der Region?
MIT-Chef Florian Wehner: "Es ist eine Tugend, dass man gerne arbeiten geht"
Fotos: Niklas Mönke
20.11.2025 / FULDA -
Die Wirtschaft in Deutschland ist unter Druck. Das bekommen auch die Unternehmen in Osthessen zu spüren. Besonders für den starken Mittelstand in unserer Region ist das eine Herausforderung. Florian Wehner, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) im Kreis Fulda berichtet gegenüber OSTHESSEN|NEWS, wie sich die aktuelle Konjunktur auf den Mittelstand auswirkt.
Wie geht es denn der Wirtschaft, Herr Wehner? "Die Lage ist gemischt. Wir haben Branchen, denen geht es durchaus gut – insbesondere im Bereich Medien, Marketing und Werbung. Auf der anderen Seite stehen die bewährten Industriebetriebe, die stark unter der derzeitigen Wirtschaftslage leiden. Besonders spürbar ist das bei der Beschäftigung und beim anhaltenden Fachkräftemangel", sagt der Fuldaer MIT-Vorsitzende.
Mittelstand in Fulda ist die "tragende Säule"
"Das Mindset muss sich ändern"
Die größten Herausforderungen für die Unternehmen: "Ein großes Thema sind die hohen Energiepreise, die vor allem durch die Kosten für den Netzausbau getrieben werden. Sinkende Energiekosten sind aber auch nicht der Allheilbringer. Hinzukommt die überbordende Bürokratie – rund 20 % der Arbeitszeit wird in vielen Betrieben für bürokratische Aufgaben aufgewendet. Das bremst Innovation und Wachstum", so Wehner. Mit Blick auf die schwarz-rote Regierung im Bund und die Lösung der Probleme zeigt er sich zuversichtlich: "Man muss den Dingen noch etwas Zeit geben. Die Bundesregierung hat erste Schritte unternommen, die in die richtige Richtung gehen. Natürlich werden wir dem als MIT auch Nachdruck verleihen. Die SPD wirkt in vielen Bereichen aber einfach bremsend", verdeutlicht er.Florian Wehner plädiert außerdem dazu, mehr Anreize zu schaffen, die Leute wieder zum Arbeiten zu bringen. Mit der Bürgergeld-Reform sei ein erster Schritt getan. Aber: "Das Mindset muss sich ändern. Es ist eine Tugend, dass man gerne arbeiten geht. Ich kenne viele Leute, die eher die Work-Life-Balance als den Arbeitsethos voranstellen. So ist der Wohlstand in dem Land nicht zu halten. Diese Personen ruhen sich unter dem Strich auf dem hart erarbeiteten Wohlstand der Vorgänger-Generationen aus", macht der 35-Jährige klar.