Die Kreistagsliste steht

CDU Vogelsberg rüstet sich für Wahlkampf: "Storndorfer Erklärung" definiert Kurs

Landrat Dr. Jens Mischak (CDU)
Fotos: Rene Kunze

30.10.2025 / SCHWALMTAL - Es war ein Abend der Entschlossenheit, aber auch der klaren Worte: Beim Kreisparteitag der CDU Vogelsberg in Schwalmtal-Storndorf (Vogelsbergkreis) hat die Kreispartei nicht nur ihre Liste für die kommende Kommunalwahl im März 2026 verabschiedet, sondern mit der "Storndorfer Erklärung" auch ein inhaltliches Signal gesetzt. Zwischen Zuversicht, Selbstbewusstsein und dem Bewusstsein für die Herausforderungen unserer Zeit machte die CDU-Kreisspitze deutlich, wohin die Richtung geht - und dass der Vogelsberg selbstbewusst in den Wahlkampf zieht.



Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck war der prominenteste Gast des Abends - und er fand eindringliche Worte zur Bedeutung der anstehenden Wahl. "Die Kommunalwahl am 15. März ist ein bedeutendes Datum: für unser Bundesland, für unsere Demokratie und für die Menschen vor Ort", sagte Poseck. Hier würden Entscheidungen getroffen werden, "die für die Menschen unmittelbare Bedeutung haben". Es sei entscheidend, dass die CDU als Volkspartei vor Ort stark bleibe: "Wir sind die einzige Volkspartei, die es noch gibt. Wir wollen Lösungen im Interesse der Menschen herbeiführen."

Poseck betonte zugleich den Stellenwert der kommunalen Handlungsfähigkeit: "Hier vor Ort entscheidet sich die Zukunft unserer Demokratie." Auch in finanziell schwierigen Zeiten gelte es, Maß zu halten: "Die CDU steht für einen vernünftigen Umgang mit Geld - eine funktionierende Wirtschaft ist die Grundlage für alles andere."

"Wir wollen die stärkste Kraft im Vogelsberg bleiben"

Mit Blick auf die Kommunalwahl zeigte sich Landrat Dr. Jens Mischak entschlossen: "Unser Ziel für die Kommunalwahlen ist klar: Wir wollen die stärkste Partei im Vogelsberg bleiben." Mischak sprach offen über die derzeit angespannte politische Stimmung: "Die Menschen hatten noch nie so wenig Vertrauen in das Funktionieren politischer Prozesse - deswegen braucht es mutige und entschlossene Entscheidungen."

Er lobte die stabile finanzielle Lage des Landkreises, die es ermögliche, auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben: "Wir verfügen über Rücklagen, die viele andere Landkreise nicht haben. Das ist das Vogelsberger Modell." Mit Blick auf den Wahlkampf betonte er: "Der Vogelsbergkreis braucht weiterhin eine klare Führung und Menschen, die mit Herz und Verstand in diese Wahlen gehen."

Paule: Der Wähler muss sich für uns entscheiden

Auch Stephan Paule, Kreistagsfraktionsvorsitzender und Alsfelder Bürgermeister, zeigte sich überzeugt vom eingeschlagenen Kurs: "Man darf sagen: Die Koalition im Vogelsbergkreis arbeitet gut und vertrauensvoll zusammen." Besonders stolz sei man auf die größten Investitionen der vergangenen Jahre, darunter der Neubau des Kreiskrankenhauses in Alsfeld. "Unser Ziel muss sein, genau das fortzusetzen", so Paule.

Zur neuen Wahlliste, über die die Delegierten in Storndorf abstimmten, erklärte er: "Der leitende Gedanke bei der Aufstellung muss sein, dass der Wähler sich für uns entscheidet. Wir wollen die gesamte Breite der Vogelsberger Gesellschaft in einer Liste abbilden." Alle Kandidatinnen und Kandidaten erhielten mindestens 65 Stimmen - ein Zeichen geschlossener Unterstützung.

Bouffier selbstkritisch: "Die Stimmung ist nicht gut"

Ein frischer Wind kam von Frederik Bouffier, der seit kurzem dem Bundestag angehört. Er lobte die Bedeutung der Basisarbeit: "Ohne das Ergebnis im Vogelsberg wäre der Erfolg beim Wahlkampf nicht möglich gewesen." Zugleich mahnte er Selbstkritik an: "Die Stimmung ist nicht gut - das liegt zum Teil daran, dass wir handwerkliche Fehler machen." Die CDU müsse Vertrauen zurückgewinnen, "indem wir das abarbeiten, was wir uns vorgenommen haben".

Inhaltlich hob Bouffier hervor, dass die neue Bundesregierung der CDU zentrale Punkte bereits umgesetzt habe - von der Reform des Bürgergelds bis zur Senkung der Energiekosten. "Wir müssen das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen - und das schaffen wir nur, wenn wir liefern."

Die "Storndorfer Erklärung" - Kompass für die kommenden Jahre

Symbolisch und inhaltlich bildete die einstimmig beschlossene "Storndorfer Erklärung" den Höhepunkt des Abends. Zehn Schwerpunkte definiert das Papier, das als Leitlinie für die kommenden Jahre gilt: Vom Ausbau interkommunaler Gewerbegebiete über eine Fachkräfte- und Standortoffensive bis hin zu einem neuen Fokus auf zivile Verteidigung, Bildung und Digitalisierung.

"Wir müssen investieren, auch wenn es schwierige Zeiten sind", betonte Mischak. Besonders stolz zeigte sich die Partei auf die Fortschritte bei der Digitalisierung: "In Sachen Glasfaser sind wir weit vor anderen Kreisen - über 80 Prozent der Haushalte sind angeschlossen."

Zuversicht ausstrahlen

Die CDU Vogelsberg will mit diesem Kurs Mut und Zuversicht ausstrahlen - und gleichzeitig Verantwortung zeigen. Landtagsabgeordneter Sebastian Müller fasste es passend zusammen: "Dieser Tag kann ganz viel Zuversicht ausstrahlen. Hier kommt zusammen, was so ein Projekt überhaupt erst möglich macht: Hier wird Hand in Hand gearbeitet."

Am Ende stand der gemeinsame Wille, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen - mit einem klaren Ziel: die politische und gesellschaftliche Führungsrolle im Vogelsbergkreis auch 2026 zu behaupten.

Die Kreistagsliste steht

Für die kommende Kommunalwahl hat die Partei ihre Kandidatinnen und Kandidaten vorgestellt. Auf der Liste finden sich zahlreiche bekannte Namen aus dem gesamten Landkreis.

Die Bewerber im Überblick (numerisch sortiert):

Dr. Jens Mischak (Lauterbach), Stephan Paule (Alsfeld), Dr. Birgit Richtberg (Romrod), Michael Ruhl (Herbstein), Jennifer Gießler (Lauterbach), Dr. Hans Heuser (Mücke), Iris Schmidt (Kirtorf), Sonja Dickert (Schlitz), Dietmar Krist (Antrifttal), Tanja Bohn (Alsfeld), Kai Widauer (Homberg), Hans-Jürgen Schäfer (Schlitz), Jan Philipp Mettler (Ulrichstein), Astrid Staubach (Herbstein), Christoph Lück (Kirtorf), Angelika Förster (Lauterbach), Harald Bönsel (Grebenhain), Dieter Boß (Schwalmtal), Patrick Heil (Lautertal), Margit Wallisch (Schotten), Kai Habermann (Romrod), Leopold Bach (Feldatal/Kirtorf), Tobias Reitz (Gemünden/Felda), Carolin Günther (Freiensteinau), Jens Heddrich (Grebenau), Lisa Krusche (Grebenhain), Alexander Reinsch (Alsfeld), Hauke Schmehl (Romrod), Heiko Siemon (Schlitz), Kerstin Desoi-Koch (Wartenberg), Ulrich Künz (Kirtorf), Gunter Sachs (Lauterbach), Minette von Riedesel (Mücke), Franz-Josef Kreuter (Antrifttal), Volker Orth (Homberg), Anita Schlorke (Alsfeld), Martin Giese (Alsfeld), Rainer-Hans Vollmöller (Lauterbach), Anna Steuernagel (Romrod), Alexander Altstadt (Schlitz), Stephan Weitzel (Grebenhain), Susanne Becker (Schlitz), Michael Refflinghaus (Alsfeld), Werner Eifert (Lautertal), Birgit Decher (Alsfeld), Daniel Schrimpf (Herbstein), Erik Schlaudraff (Wartenberg), Sonja Habermehl (Grebenau), Joshua Östreich (Lauterbach), Uwe Meyer (Lauterbach), Sabrina Wiegand-Mischak (Lauterbach), Edgar Merle (Alsfeld), Luca Korell (Kirtorf), Kimberly Schmehl (Alsfeld), Armin Klein (Homberg), Andre Heil (Freiensteinau), Greet Mehldau-Janitz (Alsfeld), Karl-Friedrich Dörr (Feldatal), Philipp Roth (Schotten), Eva Schwalm (Alsfeld), Kurt Wiegel (Lauterbach), David Habermehl (Grebenau), Clemens Rupp (Romrod), Ursula Helm (Alsfeld), Norman Möller (Ulrichstein), Marijeke Winnubst (Romrod), Hennig Schmehl (Alsfeld), Boris Schaaf (Herbstein), Stefanie Becker (Schlitz), Hans-Joachim Kirchheim (Schwalmtal), Dietmar Köllner (Alsfeld), Marlene Aschenbach (Lauterbach), Andreas Georg (Lautertal), Paul v. Westerholt (Herbstein), Andrea Michel-Herbert (Schlitz), Patrick Vogel (Alsfeld), Judith Ruhl (Herbstein), Peter Schwan (Herbstein), Marco Allendorf (Alsfeld), Stephanie Kornmann (Romrod), Tobias Hofmann (Homberg), Jürgen Fischer (Mücke), Patricia Hammerl-Schönhals (Lauterbach), Maximilian Mettler (Ulrichstein), Oliver Hehlgans (Alsfeld), Jonas Höbeler (Freiensteinau) und Heiner Bockweg (Wartenberg). (Constantin von Butler) +++

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