Schokoladenmarkt und verkaufsoffene Geschäft
Auf dem Marktplatz: Stadt präsentiert "Schokoladenseite des Denkmalschutzes"
Schokoladenliebhaber haben in Alsfeld nicht zu kurz!
Fotos: goa
27.10.2025 / ALSFELD -
Wer einen Marktplatz mit glücklichen Menschen sehen will, muss eigentlich nur zum Schokoladenmarkt auf den Alsfelder Marktplatz kommen. Der Genuss von Schokolade setzt im Körper Glückshormone frei, sagt die Wissenschaft. Wer sich am Sonntag wieder in Alsfelds "Guter Open-Air-Stube" die Gesichter der Marktbesucher aus nah und fern ansah, der wird sagen: "Stimmt!".
Beste Tradition ist inzwischen auch die spezielle, für den Markt erschaffene Pralinee-Création der Alsfelder Schokoladen-Sommelière Birgit Günther, ebenso wie die Live-Zubereitung mit Bürgermeister Stephan Paule. Motto diesmal: 50 Jahre europäische Modellstadt.
Dass die Entscheidung des Europarates, Alsfeld angesichts der beispielgebenden Bemühungen um den Denkmalschutz 1975 zur europäischen Modellstadt zu küren, ein halbes Jahrhundert später eine solch süße Folge haben würde, damit hatte der Europarat sicher nicht gerechnet. Birgit Günther, nicht nur Konditor- und Bäckermeisterin, sondern auch eine der wenigen deutschen Schokoladen-Sommelières, nahm das Jubiläum nämlich zum Anlass, zum Schokoladenmarkt eine "Modellstadt-Praline" zu kreieren. Das geschmackliche Kunstwerk wurde von ihr im bewährten Gespann mit Bürgermeister Stephan Paule vor dem Rathaus zubereitet. Wer "Frontcooking" kennt, kann sich hier sehr unterhaltsam jedes Jahr von "Front-Praleening" beeindrucken lassen – eine kleine Kostprobe inklusive. Stimmen der Besucher zum diesjährigen Ergebnis: "Super lecker!" Die Künstlerin verriet: "Es ist eine Mixtur aus Pflaumenmus, Zitronen-Ingwer-Likör der Schlitzer Destillerie, und obendrauf ein Champagner-Trüffel, das Motiv der europäischen Modellstadt krönt auf einer Vollmilch-Scheibe jedes Exemplar."
Etwas weniger Besucher als an guten Tagen hatten sich diesmal eingefunden, die stürmischen und regnerischen Prognosen dürften dafür ursächlich gewesen. Um so schöner, dass die äußeren Bedingungen real deutlich besser waren, als vorhergesagt. Nicht zuletzt konnte der frischen Temperatur auch mit Wärmendem begegnet werden: in flüssiger Form als heiße Trink-Schokolade oder Glühwein, oder in mancher Variante auch zum Kauen. Frische Brezeln, die kaum fluffiger hätten sein können, oder aufgepasst: "Schoko-Pommes". Kein verspäteter Aprilscherz, denn auf den Kartoffel-Pommes ist auf Wunsch nicht die rote oder weiße Zugabe, sondern eine Schoko-Zimt-Sauce. Das war definitiv eine Probe wert.
Die kleine Hermine und ihr Papa Simon aus Alsfeld genossen unterdessen einen echten Schokoladenmarkt-Klassiker, ihren typisch-französischen Schokolade-Crêpes. Aus der Schwalm zum Markt gekommen war das Ehepaar Dörr aus Willingshausen. Nicht nur der Schokolade wegen: erst wurde ein Paar Schuhe gekauft, dann rundete eine bunte Auswahl von Schoko-Küssen den Einkauf ab. "Heute haben wir ja Zeit zum Bummeln, und die Schokoküsse gibt es dann in der Woche nach einem arbeitsreichen Tag", freuten sich die beiden schon auf den werktäglichen Genuss.
Vor dem Rathaus bekennt sich, wenige Höhenmeter von seinem Schreibtisch entfernt, "Pralinengehilfe" Stephan Paule zu dem Spaß, den er seit 2013 Jahr für Jahr an Birgit Günthers Seite habe: "Ich habe auch schon viel gelernt seitdem, und es macht Freude, auf diese Weise Werbung für unsere Stadt und das Konditorhandwerk zu machen." Mit einer Tasche voller süßer Überraschungen wird das Stadtoberhaupt später nach Hause zurückkehren.
Zurück zu den eingangs erwähnten, von der Wissenschaft attestierten Glückshormonen durch die Schokolade. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass manche Wissenschaftler betonen, man müsse angesichts der geringen Konzentration mindestens 100 Kilogramm zu sich nehmen, um tatsächlich glücklich zu werden. Birgit Günthers Tipp ist ein anderer: "Man soll so viel Schokolade genießen, wie man mag! Das, was der Seele guttut, ist das, was glücklich macht!" Ein Rundgang auf dem Schokoladenmarkt bestätigte dies, und schon allein die genüssliche Vielfalt reichte für ein Lächeln im Gesicht und zum Dahinschmelzen. Dann noch hier und da ein spontaner Schnapper auf dem Markt oder in den Geschäften – kann denn Schoki Sünde sein…? (goa)+++