Leidenschaft wird geehrt
Sportliche Helden und starke Stimmen: Glanzvoller Abend des Sports
Fotos: Moritz Rös
26.10.2025 / BAD HERSFELD -
Wenn das Audimax der Obersbergschulen bis auf den letzten Platz gefüllt ist, dann weiß man: Es ist wieder Zeit für den "Abend des Sports". Auch 2025 erlebte Hersfeld-Rotenburg einen Abend voller Emotionen, Anerkennung und Stolz. Die Sportförderung des Landkreises und der Sportkreis ehrten zum dritten Mal Sportlerinnen, Sportler und Ehrenamtliche, die im vergangenen Jahr herausragendes geleistet haben - auf dem Spielfeld, in der Halle oder hinter den Kulissen.
FFH-Moderator Daniel Granitzny führte mit Charme und Leidenschaft durch den Abend. Schon zu Beginn machte er klar, worum es geht: "Sie stehen heute im Mittelpunkt. Höchste Zeit, sie alle zu ehren." Mit diesen Worten läutete er einen Abend ein, der Mut, Einsatz und Leidenschaft würdigte.
Große Namen, große Emotionen
Landrat Torsten Warnecke (SPD) betonte in seiner Ansprache, wie fest der Sport in der Region verankert ist: "Der Abend des Sports hat sich etabliert im Landkreis. Der Sport ist die größte Institution hier im Landkreis." Man spüre, sagte Warnecke weiter, "dass ganz viele Menschen sehr aktiv sind" - und dass dies auch in schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich sei.Tatsächlich zeichnete die Jury in zwölf Kategorien Siegerinnen und Sieger aus, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich Maßstäbe setzen. Unter anderem wurde Natascha Hiltrop vom Schützenverein Lengers als Sportlerin des Jahres geehrt. Die zweifache Paralympics-Siegerin aus Paris beeindruckte die Jury mit ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrer außergewöhnlichen Präzision. Heiko Katzler vom Radsportverein "Frisch Auf" Bad Hersfeld 1912 e.V. wurde Sportler des Jahres, nachdem er sowohl die Hessenmeisterschaft im Einzelzeitfahren als auch Europas größtes Zeitfahren am Attersee für sich entschieden hatte.
Nachwuchs und Ehrenamt im Rampenlicht
Ein besonderer Fokus lag auf den Nachwuchstalenten. Die junge Handballerin Fee Sophie Maronn von der SG Schenklengsfeld wurde Nachwuchssportlerin des Jahres. Mit 129 Toren in nur 14 Spielen war sie die beste Werferin der gesamten Regionalliga. In der Kategorie Nachwuchssportler des Jahres triumphierte Abdula Bajrami, ein elfjähriger Judoka des TV Hersfeld, der sich den Hessenmeistertitel sicherte. Ein Appell an die Zukunft des Sports
Neben Lob und Applaus wurde auch offen über die Herausforderungen gesprochen, vor denen der Breitensport steht. Sportkreisvorsitzender Daniel Iliev mahnte: "Wir stehen vor Herausforderungen. Wir sind in einem strukturschwachen Bereich. Die Politik muss in den nächsten Jahren Investitionen in die Infrastruktur des Sports stecken."Auch Annika Mehlhorn, ehemalige Weltklasse-Schwimmerin und Vizepräsidentin des Landessportbundes Hessen, sprach Klartext: "Sportpolitisch ist es eine schwierige Phase. Ich habe den Eindruck, dass man den Sport vergessen möchte. Wir kämpfen an jeder Front." Trotzdem zeigte sie sich kämpferisch: "Ohne Trainer gibt es keinen Sport - und das Ehrenamt ist ausbaufähig." Landrat Warnecke nutzte den Abend, um ein wichtiges Signal zu senden: "Wir wollen unsere Sportanlagen den Vereinen auch in finanziell schwierigen Zeiten kostenlos zur Verfügung stellen."
Glanzvolle Sieger, große Gemeinschaft
Den emotionalen Höhepunkt des Abends bildete die Ehrung der Mannschaft des Jahres: Die 1. Handball-Frauenmannschaft des TV Hersfeld 1848 e.V. sicherte sich nach einer starken Saison endlich den verdienten Aufstieg in die Regionalliga.