Landesparteitag mit 150 Anträgen

Hessen-SPD-Chef Bartol: "Wollen stärkste Kommunalpartei Hessens werden"

Volles Haus in der Stadthalle Stadtallendorf
Fotos: Moritz Pappert

25.10.2025 / STADTALLENDORF - Die Tagesordnung auf dem SPD-Landesparteitag war voll: Rund 250 Delegierte stimmten am Samstag in der Stadthalle Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) über 150 Anträge ab. Im Fokus stand der Leitantrag, der sogenannte "Hessen-Kompass". Für die anstehende Kommunalwahl zeigte sich die Partei kämpferisch.


Der hessische SPD-Chef Sören Bartol erklärt: "Hinter uns liegt ein bewegter Sommer. Wir waren mit dem Hessenbus fast überall in Hessen unterwegs. Heute in Sadtallendorf schließt sich der Kreis." Und mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl in Hessen im März macht er deutlich: "Wir wollen wieder die stärkste Kommunalpartei Hessens werden. Unserer Kommunen sind die Herzkammern der Demokratie. Sie sind der Ort des Miteinanders."

Wenn die Kommune nicht funktioniere, würden die Menschen das Vertrauen in den Staat und die Politik verlieren. Abschließend sagt Bartol: "Gerade in Zeiten der Unsicherheit müssen wir den Menschen Sicherheit geben. Wir verteidigen als Sozialdemokraten Sicherheit, Wohlstand, Frieden und Freiheit."

"Wir sind die Partei für Zuversicht"

Auf ihrem Parteitag haben die Genossen über ein prall gefülltes Antragsbuch beraten. "Über 150 Anträge aus Gliederungen in ganz Hessen sind bei uns eingegangen. Das zeigt einmal mehr unsere innerparteiliche Demokratie. In der SPD streiten wir um die besten Ideen. Das ist unsere Stärke. Das macht uns aus", erklärt Generalsekretärin Dr. Josefine Koebe im Vorfeld des Parteitages.

"Wir kämpfen für mehr Geld für unsere Kommunen und keine andere Partei kämpft so sehr wie wir", macht Generalsekretärin Dr. Josefine Koebe bei der Einbringung des Hessen-Kompasses, dem Leitantrag, deutlich. Zu den Parteimitgliedern und Aktiven sagt sie: "Ich bin verdammt stolz auf jeden von euch. Euer Engagement macht den Unterschied." Und abschließend erklärt sie: "Wir sind die Partei für Zuversicht."

Mansoori zur "Stadtbild"-Debatte

Hessens stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori macht klar: "Die Kommune ist der Ort, bei der Menschen am unmittelbarsten erfahren, ob ein Staat handlungsfähig ist oder nicht." Und weiter erklärt er: "Die Kommunen verdienen unsere Unterstützung." Es gehe um die Verteidigung des Wohlstandes in der breiten Mitte. "Wenn wir die Demokratie stärken wollen, dann stärken wir die Kommunen."

Auch die kürzlich entfachte Stadtbild-Debatte von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) griff Mansoori in seiner Rede auf. Er verwies auf den ehemalige Hessischen Ministerpräsidenten Georg-August-Zinn und dessen Zitat: "Hesse ist, wer Hesse sein will."Mansoori erklärt dazu: "Wenn ich in Frankfurt kein Sakko trage, dann bin ich mit dem veränderten Stadtbild mit gemeint. Die Menschen, die sich von der Debatte angesprochen und diskriminiert fühlen, dürfen sich darauf verlassen, dass diese Partei dafür kämpfen wird, dass es nicht darum geht, wo jemand herkommt." Am Ende ginge es um die realen Probleme, "und die wollen wir lösen", so der Vize-Ministerpräsident abschließend.

Ein besonderer Gast des Parteitags war Marc Herter, Oberbürgermeister der Stadt Hamm (NRW), der den Genossen von der erfolgreichen Wahl in seiner westfälischen Heimat berichtete. Auf dem Podium gab es außerdem eine Debatte zwischen Wiesbadens OB Gert-Uwe Mende und Sina Massow, Bürgermeisterin von Gudenberg (Schwalm-Eder-Kreis).

Neben verschiedenen Ausstellern warteten auf die Delegierten, Gäste und deren Familien im Anschluss diverse Möglichkeiten zum Zusammenkommen. Beim Parteitag wurde deutlich: Die Partei hat die Kommunalwahl im Blick. Sie weiß über deren Bedeutung und zeigt sich dafür zuversichtlich.
(Moritz Pappert) +++


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