Alarm im Naturschutzgebiet

Vogelgrippe hat Osthessen erreicht! 50 tote Kraniche entdeckt

Einsatzkräfte entsorgen verendete Kraniche.
Foto: picture alliance/dpa | Matthias Bein

25.10.2025 / WILDECK - Im idyllischen Naturschutzgebiet Rhäden bei Wildeck-Obersuhl (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) herrscht Alarmstimmung: Bei mehreren verendeten Kranichen ist die gefährliche Geflügelpest nachgewiesen worden. Das Hessische Landeslabor bestätigte den Verdacht auf das Virus - es handelt sich um den derzeit europaweit kursierenden Subtyp H5. Damit ist klar: Der Erreger, der schon in anderen Regionen Deutschlands und Europas für Aufsehen sorgte, hat nun auch Osthessen erreicht.



Nach Angaben des Landkreises Hersfeld-Rotenburg wurden im Rhäden bislang rund 50 tote Tiere gefunden. Die majestätischen Vögel nutzen das Feuchtgebiet regelmäßig als Rastplatz auf ihrem Zugweg Richtung Spanien. Aufgrund der derzeitigen Wildvogelzugaktivitäten wird das Virus großflächig verbreitet.

Bereits am vergangenen Montag (20. Oktober) hatten erste Hinweise auf eine mögliche Infektion aufmerksam gemacht. Das Veterinäramt reagierte sofort: Proben wurden entnommen und an das Hessische Landeslabor geschickt. "Die jetzt vorliegenden Ergebnisse bestätigen den Verdacht auf Geflügelpest", sagt Dr. Thomas Berge, Leiter des Veterinäramtes.

Veterinäramt warnt: Geflügel schützen, Wildvögel meiden

Das Veterinäramt ruft zur höchsten Vorsicht auf. Tote oder kranke Wildvögel sollen keinesfalls berührt, sondern umgehend gemeldet werden. Besonders entlang der Flüsse und im Bereich des Rhädens wird dringend geraten, Hunde an der Leine zu führen - nicht, weil sie selbst gefährdet sind, sondern weil sie das Virus weitertragen könnten.

"Allen Geflügelhaltern, ob groß oder klein, wird dringend empfohlen strikte Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Übertragung des Geflügelpestvirus auf gehaltenes Geflügel zu verhindern. Darunter fallen Hygienemaßnahmen beim Betreten der Stallungen und andere Maßnahmen, die verhindern, dass Geflügel Kontakt zu Wildvögeln hat und Futterstellen nicht für Wildvögel zugänglich sind. Das Geschehen ist sehr dynamisch und beginnt in diesem Jahr außerordentlich früh", so Dr. Berge weiter.

Keine Stallpflicht - aber dringende Empfehlung

Eine generelle Stallpflicht gilt im Landkreis derzeit nicht - dennoch rät das Veterinäramt zur Vorsicht. "Eine allgemeine Stallpflicht im gesamten Kreisgebiet besteht zum jetzigen Zeitpunkt nicht, da bisher lediglich Wildvögel betroffen sind. Wer allerdings die Möglichkeit hat, Geflügel ausschließlich im Stall zu halten, sollte dies aufgrund der bundesweit besorgniserregenden Lage vorsichtshalber tun. Nur so kann effektiv verhindert werden, dass eine Übertragung des Virus auf gehaltene Vögel über die Ausläufe stattfindet", betont Dr. Berge.

Das Veterinäramt überwacht die Situation genau, sammelt Totfunde ein, lässt sie beproben und beseitigt sie fachgerecht. Zudem steht die Behörde in engem Austausch mit anderen Ämtern und passt ihre Maßnahmen je nach Entwicklung laufend an. (pm/cb) +++

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