"Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen"
Flucht, Glaube, Hoffnung: Priester aus Myanmar bewegt die Domstadt
Fotos: Bistum Fulda
24.10.2025 / FULDA -
Mit leiser Stimme, aber eindringlichen Worten schilderte Pfarrer Dominico aus Myanmar das Leid und die Stärke der Geflüchteten, die er seit über 16 Jahren begleitet. Der Geistliche war im Rahmen des "Monats der Weltmission" im Bistum Fulda zu Gast - und hinterließ bleibenden Eindruck. Seine Erlebnisse an der thailändisch-myanmarischen Grenze machten vielen Besucherinnen und Besuchern bewusst, was es bedeutet, in ständiger Unsicherheit zu leben - und dennoch an die Kraft der Hoffnung zu glauben.
Während seines Aufenthalts feierte Dominico in Eichenzell-Kerzell und Fulda-Ziehers-Nord Gottesdienste mit, besuchte Schulen und sprach über seine Arbeit in den Flüchtlingscamps. Immer wieder verband er seine bewegenden Erzählungen mit einem Appell: die weltweite Solidaritätsaktion von missio aktiv zu unterstützen.
"Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen"
Unter diesem Leitwort ("Röm 5,5") stand der gesamte Besuch des Priesters. Für Dominico war es die erste Reise nach Europa - und sie beeindruckte ihn tief. Besonders die Geschichte der Stadt Fulda faszinierte ihn. Nach dem gemeinsamen Kathedralamt mit Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez besuchte er das Bonifatiusgrab im Dom - ein Moment, der ihn sichtlich bewegte.Im Mittelpunkt seines Aufenthalts stand aber immer die humanitäre Lage der Menschen aus Myanmar. Viele von ihnen leben seit Jahren in thailändischen Camps, die sie nicht verlassen dürfen. Integration oder Bildung bleiben oft unerreichbare Ziele. "Seit über 16 Jahren begleite ich die Menschen dort, teile ihr Leben, höre zu und schenke Hoffnung", sagte Pfarrer Dominico. Seine Arbeit sei sowohl pastorale als auch psychosoziale Unterstützung, erklärte er bei Gesprächen im Fuldaer Marianum, an der Mädchenrealschule St. Josef in Hanau-Großauheim und im "Welcome In!"-Wohnzimmer in Fulda.
Glaube als Kraftquelle
Trotz aller Herausforderungen verliert Dominico nicht den Mut. "Man darf trotz schwieriger Situationen die Hoffnung nicht verlieren", betonte er immer wieder. Er hoffe, dass sich die internationale Gemeinschaft für eine friedliche Lösung in Myanmar einsetzen werde. Zugleich zeigte er auf, wie ihm persönlich der Glaube Kraft gebe - und welche Wirkung Gemeinschaft und Solidarität entfalten können. missio ruft zu Solidarität auf
Der "Monat der Weltmission" gilt als größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche weltweit. In Deutschland organisiert missio Aachen die Kampagne und richtet 2025 den Fokus auf Myanmar. Das katholische Hilfswerk zeigt dabei, wie die Ortskirchen in besonders herausgeforderten Regionen Seelsorge, Bildung, Gesundheits- und Nothilfe leisten. Dabei arbeitet missio mit lokalen Partnerinnen und Partnern zusammen - unabhängig von Religion oder Herkunft. Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe, um langfristig wirksame Unterstützung zu ermöglichen.
Spendenaufruf für Myanmar
Die Kollekte in den Gottesdiensten des Bistums Fulda am Weltmissionssonntag (26. Oktober) kommt missio und den dort geförderten Projekten zugute. Wer direkt für die Arbeit von Pfarrer Dominico spenden möchte, kann dies unter dem Verwendungszweck "VCP25011" tun. Spenden sind über das Konto bei der Pax-Bank eG (IBAN DE23 3706 0193 0000 1221 22) möglich.Foto: Bistum Fulda/Marzena Seidel