Auf dem Gehilfersberg

Wallfahrtsjahr endet feierlich: Bischof ruft zum offenen Herzen für Gott auf

Bischof em. Heinz Josef Algermissen feierte auf dem Gehilfersberg den Abschlussgottesdienst des Wallfahrtsjahres 2025.
Fotos: Winfried Möller

23.10.2025 / RASDORF (RHÖN) - Mit einem festlichen Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche zu den Heiligen 14 Nothelfern auf dem Gehilfersberg ist am Wochenende das Wallfahrtsjahr 2025 offiziell zu Ende gegangen. Bischof em. Heinz Josef Algermissen feierte den Abschlussgottesdienst in Konzelebration mit den Pfarrern Markus Günther, Aloysius Ndiukwu und Andreas Matthäi aus dem Pastoralverbund Hessisches Kegelspiel zu den Heiligen 14 Nothelfern.



Das Wallfahrtsjahr hatte traditionell am Ostermontag begonnen und umfasste zahlreiche Eucharistiefeiern an Samstagen und Festtagen, die nun bis Ostermontag 2026 pausieren.

Innere Haltung gegenüber Gott entscheidend

Schon zu Beginn seiner Predigt machte Bischof Heinz Josef Algermissen deutlich, wie sehr ihm der Gehilfersberg am Herzen liegt. Er bezeichnete ihn als einen Ort, "an dem man seine Sorgen und Nöte abladen und Dank sagen könne". Der emeritierte Fuldaer Bischof sprach eindringlich über den Glauben im Alltag und die innere Haltung gegenüber Gott. "Augen, Ohren und Herz für Gott zu öffnen sei wichtig", betonte Algermissen. "Nicht kluge Bücher und Katechismen brächten Gott nahe, sondern da wo man ihn einlasse, quasi ihm Haus und Türen öffnen würde."

Er warnte davor, den Glauben als etwas Besitzbares zu betrachten: "Gott könne man nicht haben, wie ein Besitz, den man dann in Anspruch nähme, wenn man ihn brauche oder Lust auf ihn hätte." Auch die Sakramente hätten nur dann Kraft, wenn man bereit sei, Gott Raum zu geben. "Die Taufe brächte nur dann Frucht, wenn man dem Herrn den Weg bereiten würde. Das gelte auch für die Feier der Eucharistie", so der Bischof. Diese sei zwar das Größte, was Menschen tun könnten, bringe uns aber Jesus Christus und Gott dem Vater nicht näher, "wenn wir uns dem Wirken des Heiligen Geistes nicht öffneten."

Gott bestimmt den Raum

Algermissen sprach auch über den Zustand der Kirche in einer Zeit des Wandels: "Kirche sei nicht Selbstzweck und dürfe sich nicht selbst feiern und verehren, weil sie dadurch Gott den Raum nehme, der für ihn bestimmt sei." Im Hinblick auf Veränderungen und Umbrüche kristallisierte er zwei Irrwege heraus: "Der eine sei, als ‚Haus voll Glorie‘ auf die Wirren der Zeit hinunterzuschauen und die Menschen mit ihren Fragen und Problemen auszusperren. Der zweite Irrweg sei, aus Gleichgültigkeit oder Enttäuschung die Kirche zu verlassen."

Mit eindringlichen Worten rief der Bischof die Gläubigen dazu auf, Gottes Zeichen im Alltag wahrzunehmen: "Gott stehe vor der Tür unseres Lebens. Er würde mit uns Mahl halten und wir könnten mit ihm feiern, wenn wir ihn hörten und ihm öffneten." Zum Abschluss seiner Predigt wünschte Algermissen den Anwesenden: "Die täglichen Klopfzeichen Gottes zu hören und ihn einzulassen."

Pfarrer Günther bedankt sich

Am Ende des festlichen Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Markus Günther herzlich bei Bischof Algermissen, der "spontan zugesagt hatte, den Abschlussgottesdienst auf dem Gehilfersberg zu feiern". Sein Dank galt zudem Tobias Herget sowie Stefan und Kerstin Bock für den Küsterdienst und Blumenschmuck, Manfred und Gerlinde Schmitt für die Reinigung der Wallfahrtskirche sowie allen Messdienerinnen, Lektorinnen, Kommunionhelfern, Priestern und Organisten, die das Wallfahrtsjahr mitgestaltet hatten. Da Stefan und Kerstin Bock ihren Küsterdienst künftig aufgeben, bat Günther abschließend: "Wer Interesse hat, möge sich bei mir oder im zentralen Pfarrbüro melden." (pm/cb) +++

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