Landesjugendblasorchester begeistert
Das LJBO bläst das Publikum von Lateinamerika zum Broadway
War mit den Musikern voll in seinem Element: Jens Weismantel
Alle Fotos. goa
18.10.2025 / SCHLITZ -
Da war wieder einmal mächtig(e) Musik drin! Das Landesjugendblasorchester unter Leitung von Jens Weismantel lieferte mit Werken von Ravel bis zur West Side Story ein Meisterwerk sinfonischer Blasorchestermusik ab. "Tänze" waren der rote Faden der Musikstücke, "Renaissance trifft Broadway" das Motto. Temperament, Tempo, Vielfalt – die etwa 70 Musiker und allen voran Weismantel waren kaum zu bremsen und begeisterten bis zur Zugabe ein dankbares, am Ende stehendes Publikum in der Landesmusikakademie.
Eine ganze Woche war das sinfonische Nachwuchs-Auswahlblasorchester Hessens wieder in einer intensiven Arbeitsphase mit handverlesenen Dozenten mit der Vorbereitung dieses Konzerthöhepunktes beschäftigt. Unter den Bläsern war auch der Eiterfelder Moritz Abel am Euphonium (wir hatten zu seinen Eindrücken berichtet).
Jens Weismantel in der Konzertpause: "Die Arbeitsphase war diesmal ganz besonders, weil wir uns einer emotional sehr freudigen Musik zugewendet haben - wie den Tanzsätzen der Terpsichore oder den Symphonic Dances aus Bernsteins West Side Story. Das hat schon in der einwöchigen Vorbereitung sehr viel Spaß gemacht, die jungen Musiker haben hochmotiviert mitgezogen." Weismantel machte keinen Hehl daraus, dass gerade die Terpsichore als besonders freudiges Stück ihm auch persönlich naheging: "Das spiegelt alle Klangfarben dieses Orchesters perfekt wider, und auch alle Emotionen, die man mit Tanz und Musik ausdrücken kann. Da geht mir das Herz auf!" Das sah man bei seinem Dirigat und man spürte, wie der Funke nonstop übersprang.
Lateinamerikanischer Wumms im "Danzon No. 2" von Arturo Marquez und der Broadway-Hit West Side Story, ein populärer Evergreen erster Güte, knüpften nach der Pause nahtlos an. "Das war sehr professionell, weil es auch rhythmisch höchst anspruchsvolle Werke sind", so ein begeisterter Zuschauer, der selbst seit 60 Jahren aktiver Bläser ist, aber namentlich nicht genannt werden wollte.
Nachdem "America" das grandiose Finale der West Side Story markierte, das von Standing Ovations im vollen Konzertsaal umrahmt wurde, setzten Dirigent und Orchester noch ein Schmankerl obendrauf: bei der Zugabe verließ Weismantel sein Pult und entschwand – das "herrenlose" Ensemble LJBO schien völlig unbeeindruckt. Wer die Klasse eines solchen Orchesters hat, braucht offenbar keinen Dirigenten – die Musiker spielten mit einer Begeisterung und Genauigkeit, als wäre es ihr letztes Konzert. Keine Sorge: Weismantel, Spiritus Rector des LJBO, kehrte schließlich beeindruckt wieder zurück – in der Gewissheit, dass es natürlich nicht das letzte Konzert war. (goa)+++