Noch keine Trendwende in Sicht
Handwerkskammer: Konjunktur im regionalen Handwerk entwickelt sich seitwärts
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18.10.2025 / REGION -
Die Konjunktur im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk kommt nicht in Schwung. Eine Belebung bleibt auch im dritten Quartal des Jahres aus, wie der aktuelle Konjunkturbericht der Handwerkskammer Kassel zeigt. Der aktuelle Geschäftsklimaindex ist gegenüber dem vorigen Quartal leicht gesunken und bewegt sich mit 107,4 Punkten weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 112 Punkten.
"Die durchwachsene gesamtwirtschaftliche Lage wirkt sich weiterhin auf das Handwerk aus. Saisonale Impulse blieben aus, die Stimmung in den Betrieben ist wieder etwas schlechter als im Vorquartal, aber freundlicher als im Vorjahreszeitraum. Auch die "harten" Konjunkturindikatoren – insbesondere Umsatzentwicklung und Auftragseingänge
bestätigen dieses Bild: Der Trend ist auch hier leicht nach unten gerichtet und ohne zusätzliche Belebung gegenüber dem letzten Quartal. Vor allem im Baugewerbe, traditionell der Konjunkturmotor des Handwerks, sind derzeit keine neuen Impulse zu erkennen", kommentierte Kammerpräsident Frank Dittmar die aktuelle Herbstumfrage der Handwerkskammer Kassel, an der 968 Betriebe teilgenommen haben.
"Die Konjunktur im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk bewegt sich derzeit seitwärts", fasst Präsident Dittmar die Ergebnisse zusammen. "Trotz stabiler Geschäftslage ist die wirtschaftliche Zuversicht in den Betrieben sehr gedämpft, das sehen wir nicht nur an der geplanten Investitionstätigkeit in den Betrieben: Nur 12,2 Prozent der Betriebe planen höhere, 39 Prozent dagegen geringere Investitionen."
Insbesondere vom Bauhauptgewerbe gehen derzeit keine positiven Impulse aus. 12 Prozent der Betriebe berichten von steigenden Auftragseingängen, während 36 Prozent sinkende Order melden. Zufrieden zeigen sich hingegen die Betriebe des Ausbaugewerbes. Mehr Zuversicht als in der Vergangenheit ist auch im Kfz-Gewerbe sowie in den Lebensmittelhandwerken zu beobachten. Die industriellen Zulieferer blicken hingegen wieder etwas skeptischer auf die laufenden Geschäfte – jeder vierte Betrieb erwartet für das Schlussquartal schlechtere Zahlen.
Umsätze und Auftragseingänge rückläufig
Auch die übrigen Konjunkturindikatoren im Gesamthandwerk verdeutlichen, dass von einer breiten Belebung keine Rede sein kann. Umsätze und Auftragseingänge entwickelten sich gegenüber dem Sommerquartal überwiegend rückläufig. Die Kapazitätsauslastung sank leicht von 80,2 auf 78,7 Prozent, bleibt aber auf solidem Niveau. Besonders gut ausgelastet sind nach wie vor die Betriebe im Ausbaugewerbe. Auch das Kfz-Handwerk zeigt sich deutlich zufriedener als in den vergangenen Quartalen. Die durchschnittliche Auftragsreichweite lag Ende September bei 8,5 Wochen und damit nahezu unverändert zum Vorquartal (8,4 Wochen).
"Die Ergebnisse unserer Herbstumfrage geben Anlass zur Sorge", resümiert Dittmar. "Die verhaltenen Zukunftserwartungen bei Aufträgen, Umsätzen und Investitionen lassen nicht erwarten, dass eine Trendwende bevorsteht. Zwar halten viele Betriebe ihre Lage für solide, doch die nötigen neuen Impulse seitens der Märkte und der Politik bleiben weitgehend aus. Der angekündigte "Herbst der Reformen" muss jetzt zügig umgesetzt werden – sonst droht eine Fortsetzung der konjunkturellen Stagnation." (pm/ci) +++
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