Physik studieren und das Euphonium genießen

Moritz Abel: Aus Eiterfeld ins hessische Auswahlensemble LJBO

Moritz Abel aus Eiterfeld-Uffhausen gehört seit acht Jahren dem LJBO an.
Fotos: goa

16.10.2025 / SCHLITZ - Hirn und Herz konkurrieren bei Moritz Abel miteinander: der Verstand führt den Eiterfelder durch das Masterstudium der Physik, doch besonders in dieser Woche hat das Herz, sprich seine musikalische Leidenschaft, die Oberhand: Abel "trainiert" mit dem sinfonischen Auswahlensemble des Landesjugendblasorchesters (LJBO) Hessen sehr intensiv in der Landesmusikakademie in Schlitz.



Wie er es in dieses renommierte Orchester geschafft hat und auf welche Inhalte er sich zum großen Abschlusskonzert der Arbeitsphase am Freitag besonders freut, hat er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS verraten.

Seit achten Jahren im Landesjugendblasorchester

Der 23 Jahre alte Moritz Abel aus dem Eiterfelder Ortsteil Ufhausen studiert in Göttingen Physik im Mastergang. Über die Eltern sei er zur Musik und damit zum Euphonium gekommen. "Klang und Tonlage dieses tiefen Blechblasinstruments finde ich sehr schön", sagt Moritz. Kein Wunder: das Wort Euphonium kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "wohlklingend". Abel mag auch die Rollenverteilung im Orchester: mal spiele man mit den Tuben, mal mit den Holzbläsern – der ständigen Wechsel sei abwechslungsreich. Dem Landesjugendblasorchester gehört er seit bereits acht Jahren an, hält aber auch dem Musikverein Ufhausen parallel nach wie vor die Treue.

"Es ist schön, auf einem Niveau zu spielen, auf dem man sonst nicht spielt"

"Mein Eiterfelder Instrumentallehrer, der selbst auch früher im LJBO spielte, inspirierte mich zur Bewerbungsinitiative." Darauf folgte die Einladung zum Vorspiel, auf das er sich gut vorbereitete, und prompt die Aufnahmezusage der Jury. Auf die bisherigen acht Jahre im Orchester blickt Abel mit viel Lob zurück: "Es ist schön, auf einem Niveau zu spielen, auf dem man sonst nicht spielt. Außerdem ist das hier eine ideale Kontaktbörse für das Who-is-Who der Musik in Hessen. Hinzu kommt die tolle Gemeinschaft und Stimmung während der jährlich zweimaligen Arbeitsphasen in den Oster- und Herbstferien in der Landesmusikakademie in Schlitz und der Jugendherberge Oberbernhards.

Das einwöchige Zusammenkommen nach einem halben Jahr Pause ist Familientreffen und Trainingslager zugleich. Allerdings mit handverlesenen Fach-Dozenten auf einem dementsprechend hohen Level. Das gilt auch für unseren Euphonium-Dozenten Klemens Vetter: Ihm geht es nicht nur um das gelingende Spielen der nächsten Konzertstücke, sondern um die gesamte persönlich-fachliche Weiterentwicklung mit dem Instrument." Ganze zwei von eigentlich fünf Euphonium-Bläsern befinden sich derzeit in Schlitz, neben Abel ist dies gerade noch Johannes Rosenthal aus Büdingen. "Das bedeutet mehr Verantwortung für uns, aber Johannes und ich sind dafür bestimmt gut aufgestellt", lächelt Abel selbstbewusst.

Attraktives, tempogeladenes Programm für Freitag

Auf das Konzert am Freitag freut er sich besonders: "Die sehr bekannten Symphonic Dances aus der West-Side-Story sind das Hauptwerk, das ist tolle, energiegeladene Musik. Außerdem spielen wir die mitreißende 'Terpsichore' und den rhythmisch pulsierenden "Danzón No.2" von Arturo Márquez – darauf muss man sich doch freuen!" Auch den einen oder anderen Solopart wird es von Moritz beim Konzert am Freitag, 17.10. ab 19.00 Uhr in Schlitz geben, lässt er sich mit einem verschmitzten Lächeln entlocken.

In einer Sache ist sich das Musiktalent aber bereits sicher: auf die Frage, ob denn Hirn oder Herz, sprich Physik oder Musik, die berufliche Zukunft bestimmen werden, kommt die Antwort sehr präzise: "Das wird die Physik sein! Aber die Musik wird ganz sicher mein Hobby und vor allem meine Leidenschaft bleiben, beim LJBO und in Ufhausen!" (goa)+++

X