Besondere Ausstellung an der Hochschule
"200 Jahre Emanzipation der Juden in Fulda und Region" feierlich eröffnet
Jana Hengstler, Dr.Martina Ritter, Berthold Weiß, Anja Listmann, Dr. Thomas Heiler, Roman Melamed und Tina Enders.
Alle Fotos: Martin Engel
10.10.2025 / FULDA -
Geschichte trifft Gegenwart: Mit der Wiedereröffnung der Ausstellung "200 Jahre Emanzipation der Juden in Fulda und Region" setzt die Hochschule Fulda ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und bringt ein bedeutendes Stück regionaler Geschichte zurück ins öffentliche Bewusstsein. Bereits vor sechs Jahren war die Ausstellung an der Hochschule zu sehen, nun wurde sie in Zusammenarbeit mit der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek sowie Dr. Michael Imhof vom Verein "Zukunft Bildung Fulda e.V." neu aufgelegt und am Donnerstagabend feierlich am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz eröffnet.
Die Ausstellung steht auch im Kontext des Gedenkmonats November. "Für die Hochschule Fulda ist diese Ausstellung ein Teil unseres Anliegens, Antisemitismus ernst zu nehmen und abzubauen. Neben dem Gedenken und Erinnern an die Shoah geht es uns auch darum, die Normalität jüdischen Lebens in Deutschland zu betonen", sagte Prof. Dr. Martina Ritter, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Hochschule Fulda, am Donnerstagabend bei der feierlichen Eröffnung. Die Ausstellung zeige den langen Weg der ,Emanzipation‘ der Jüdinnen und Juden in Deutschland mit regionalem Bezug nach: "Das ist guter Anlass, sich damit zu befassen", so Ritter weiter.
Die Ausstellung, die noch bis 30. November läuft, beleuchtet die politischen Weichenstellungen, die die Gleichstellung der Jüdinnen und Juden auch in Fulda ermöglichten oder behinderten – und dabei auch stets Fragen nach der Bedeutung von Identität und Kultur aufwarfen. Biographische Beispiele aus Fulda veranschaulichen diese Entwicklungen. Dr. Michael Imhof vom Verein "Zukunft Bildung Fulda e.V." fasste zusammen: "Nach Jahrhunderten der Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung kann das 19. Jahrhundert als Epoche der Emanzipation der Juden in Deutschland bezeichnet werden. Obwohl die Schritte zur Emanzipation anfangs zögerlich und von zahlreichen Rückschritten gekennzeichnet waren, stand mit der Verfassung des Deutschen Reiches von 1871 ihre bürgerliche Gleichstellung."
Die Ausstellung ist bis 30. November während der regulären Öffnungszeiten der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek am Heinrich-von-Bibra-Platz 12 zugänglich. Ergänzend findet am 11. November um 19.00 Uhr ein Vortrag von Dr. Michael Imhof zu jüdischem Leben in Fulda zur Zeit des Nationalsozialismus statt. Für den Vortrag wird um Anmeldung gebeten an tina.enders@sk.hs-fulda.de. Der Eintritt zu den Veranstaltungen und der Ausstellung ist frei. (pm/ems) +++