"Waren mit Herzblut dabei"

Kult-Spielzeugladen sucht Nachfolge - "Murmelfrauen" hören nach 44 Jahren auf

Nach vier Jahrzehnten ist für "Die Murmel" Schluss. Renate Grewing (links) und Doris Heil fiel die Entscheidung keineswegs leicht.
Fotos: Marvin Myketin

09.10.2025 / FULDA - Ein Ort für kleine Hände und große Augen: Im traditionsreichen Spielzeugladen "Die Murmel" ist Platz für mehr als nur Holzspielzeug. Kinder jeder Altersklasse finden hier eine kleine Welt zum Staunen, Stöbern und vielleicht auch Träumen. Doch das Aus steht nun - nach 44 Jahren - bevor. Das Fachgeschäft in der Fuldaer Kanalstraße schließt Ende Dezember. Die Geschäftsführerinnen Doris Heil (74) und Renate Grewing (75) sind sich gegenüber OSTHESSEN|NEWS einig: "Wir sind über die Jahre durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Wir haben es gerne und mit Herzblut gemacht."



Die Entscheidung ist den beiden keineswegs leichtgefallen. "Wir hören unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen auf. Es ist eine schwierige Zeit, in der wir leben - auch mit Blick auf den Online-Handel", erklärt Grewing. "Wären wir 20 Jahre jünger gewesen, wäre das für uns kein Grund gewesen aufzuhören. Aber das Alter spielt jetzt natürlich mit. Es ist Zeit für einen neuen Abschnitt für uns." Der Mietvertrag läuft zum Jahresende aus.

Beliebte Anlaufstelle für gutes Holzspielzeug

Eröffnet wurde der Laden ursprünglich in der Rittergasse. Nach zwei weiteren Standortwechseln innerhalb des Altstadtviertels zog "Die Murmel" im Jahr 2001 final in die Kanalstraße. Auf 80 Quadratmetern lässt sich allerlei Spielzeug finden - von Murmelbahnen, Kuscheltieren und Puzzles bis hin zu Holzeisenbahnen. Heil erklärt: "Wir haben das alles aus Überzeugung gemacht. Es war uns immer ein Anliegen, auf gute, nachhaltige sowie pädagogische Spielwaren zu setzen. Von Plastik halten wir wenig."

Ausverkauf startet Anfang November - "Blicken mit Wehmut zurück"

Anfang November startet der große Räumungsverkauf. Eine Ära endet damit. Doch ein Funken Hoffnung besteht, dass sich doch noch irgendjemand für eine Nachfolge findet. "Die Murmel" soll, wie es auf einem Plakat am Schaufenster zu lesen ist, in "neue Hände" gegeben werden - "und zwar nicht an den Weihnachtsmann, sondern vielleicht an Dich". Die Geschäftsführerinnen sind demnach auf der Suche.

Schon jetzt steht aber fest: Sie blicken mit Wehmut auf vier Jahrzehnte zurück: "Wir sind sehr traurig. Es war eine beliebte Anlaufstelle zum Verweilen und Schwätzchenhalten. Wir hatten eine große Stammkundenschaft, viele kamen mit ihren Enkelkindern zu uns. Es herrschte stets eine familiäre Atmosphäre - das werden wir sehr vermissen." (Maria Franco) +++

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