Jubeljahr in der Johannisau
75 Jahre Aero-Club Rhön Fulda - Eine bewegte Geschichte des Fliegens
Archivbilder: Aero-Club Rhön e. V. Fulda / Elmar Kümmel
05.10.2025 / FULDA -
Der Aero-Club Rhön Fulda feiert an diesem Wochenende sein 75-jähriges Bestehen – ein Anlass, der wie kaum ein anderer zu einem Rückblick in die Geschichte des Segelflugs in der Region einlädt - und zu einem Blick auf historische Aufnahmen aus den Archiven des Vereins.
Bereits seit 75 Jahren gibt es den Aero-Club Rhön Fulda, seit nun 70 Jahren wird in der Fuldaer Johannisau geflogen. An diesem Wochenende feiert der Verein diese Jubiläen und die Einweihung der neuen Halle. Nachfolgende Daten und Fakten stammen aus der für das Jubeljahr zusammengetragenen Chronik des Vereins.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde den Deutschen jeglicher Motorflug untersagt. Damit beginnt die Zeit der Segelflieger. Im Jahr 1923 folgt Gründung eines "Flugverein Fulda" nach der Einweihung des Fliegerdenkmals auf der Wasserkuppe, so alt ist der Flugsport in Fulda schon - und er war damals sogar sehr erfolgreich im Bauen von Fliegern für die internationalen Rhönwettbewerbe.
Ab 1951 darf im Westen wieder geflogen werden
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde den überlebenden Piloten das Fliegen wieder untersagt. Am 01. Oktober 1950 wird dennoch der Aero-Club Rhön samt einiger Flugsportgruppen auf der Wasserkuppe gegründet. Im Jahr 1951 wird der Segelflug in der Region wieder freigegeben, später mit Sondergenehmigung sogar auf der Wasserkuppe. Es folgt der Eintrag der Flugsportgruppe Fulda in das Vereinsregister, um das damals beste Segelflugzeug - den Condor IV - von der Illustrierten QUICK spendiert, entgegen nehmen zu können. Der Verein baut in Eigenleistung den Schulgleiter SG 38. - 1961 - Dreimaliger Gewinn des Wanderpokals im Hessischen Streckensegelflugwettbewerb und damit dessen Verbleib im Verein.
- 1969 - Vielbeachteter Umstieg von Segelflugzeugen auf Motorsegler.
- 1970 - Ernst Klüh fliegt Weltrekord, Ludwig Kümmel belegt auf der Deutschen Motorseglermeisterschaft den dritten Platz, beide auf ASK 14. 1976 Taufe der ASK 16 auf "Stadt Fulda und des SF-25 E auf "Rhön" auf dem Universitätsplatz in Fulda
- 1978 - Ludwig Kümmel und Rudolf Stupp werden Vizeeuropameister in Burg Feuerstein
Segelflugzeug wird auf den Namen "Stadt Fulda" getauft
Im Jahr 2003 ermöglichen neue Motoren (Rotax) den F-Schlepp mit Motorseglern, die Platzgenehmigung wird entsprechend erweitert. In 2005 erhält die Halle an der Bleiche ein Blechdach, was den Erhalt dieser langfristig sichert. Im Jahr 2007 wie die neue ASW 28E-18 im Ehrenhof auf "Stadt Fulda" getauft. In 2009 werden Teile der Halle gedämmt, um die Wartungsarbeiten im Winter dort besser durchführen zu können. In der Corona-Pandemie beginnt der Bau der neuen Halle
Im zweiten Corona-Pandemie-Jahr (2021) beginnt der Bau der zweiten, neuen Halle, welche im Rahmen des aktuellen Jubiläums eingeweiht wird. Am Sonntag, 15. Mai 2022, erfolgt der Umzug in die neue Halle. Da der Flugplatz für die LGS 2023 als Parkplatz dient, weicht der Verein nach Hünfeld und Lauterbach aus. Im Jahr 2024 ist der wesentliche Teil des Hallenprojekts abgeschlossen, Ultraleichtflugzeuge dürfen landen und starten.In all den Jahren bis heute, hat der Verein vierzig Flugzeuge und vier Startwinden betrieben, einundzwanzig der Flugzeuge stammen von AS aus Poppenhausen, dreizehn von Scheibe aus Dachau, drei von Schempp-Hirth aus Kircheim/Teck. Deutlich über 100 junge Menschen aus der Region haben im Laufe der Jahre im Verein ihre Ausbildung absolviert.
Die alte Halle an der Bleiche steht unter der Bezeichnung "Pier 36" den Fuldaer Bürgern als Lokalität mit einer wunderbaren Umgebung zum Verweilen zur Verfügung. Für den Hessentag im Juni 2026 wird der Flugplatz wieder als Parkplatz dienen. (mmb) +++