Rückgang zum Vormonat, Anstieg zum Vorjahr

Neue Zahlen: Arbeitslosigkeit in der Region nimmt spürbar zu

Das Arbeitsamt hat die neusten Zahlen veröffentlicht.
Archivbild: O|N / Marius Auth

01.10.2025 / FULDA/BAD HERSFELD - Die Zahl der Arbeitslosen ist im September 2025 in den Landkreisen Fulda sowie Hersfeld-Rotenburg gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Dennoch zeigt der Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg - insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung.

"Wir haben in Ost- und Waldhessen den zweithöchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung in ganz Hessen. Die Arbeitslosigkeit war in einem September zuletzt 2010 so hoch. Gerade junge Menschen, Spezialisten und Experten sind gerade stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Es gibt einen schleichenden Abbau von Beschäftigung in allen Wirtschaftsbereichen", kommentiert Matthias Dengler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, die aktuellen Zahlen. "Wichtige Handlungsstrategien sind Weiterbildungsberatung, Beschäftigtenqualifizierung, unsere Bildungspunkte sowie Transformations- und Arbeitsmarktdrehscheiben", so Dengler weiter.

Der aktuelle Rückgang der Zahlen im September sei auf das Ende der hessischen Sommerferien zurückzuführen - etliche jüngere Arbeitnehmer, die nach ihrer betrieblichen Ausbildung nicht gleich in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden konnten, fanden relativ schnell eine Beschäftigung. "Ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen wiederholt sich jährlich zum Ende der Ferien. In diesem Jahr ist die Arbeitslosigkeit allerdings weniger stark gesunken als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre", erklärt der Agenturleiter.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den Landkreisen verlief wie folgt:

Der Arbeitsmarkt im September 2025 im Landkreis Fulda: "Zuletzt 2010 so hoch"

Im Landkreis Fulda ist die Zahl der Arbeitslosen im September 2025 im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent auf 4.891 gesunken, die Arbeitslosenquote lag bei 3,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl jedoch um 3,1 Prozent, wobei der Zuwachs mit 10,8 Prozent fast ausschließlich in der Arbeitslosenversicherung erfolgte – seit 2023 beträgt der Anstieg dort sogar 28,9 Prozent. Im Bereich des Kreisjobcenters war hingegen ein Rückgang von 1,5 Prozent zu verzeichnen. Laut Agenturchef Matthias Dengler war die Arbeitslosigkeit in einem September zuletzt 2010 so hoch, besonders betroffen seien junge Menschen, Fachkräfte und Spezialisten. Der aktuelle Rückgang wird vor allem dem Ende der Sommerferien zugeschrieben, da viele Ausbildungsabsolventen schnell eine Anschlussbeschäftigung fanden - allerdings sei der Rückgang schwächer als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Als Reaktion auf die strukturellen Herausforderungen betont die Agentur die Bedeutung von Weiterbildungsberatung, Qualifizierung und arbeitsmarktpolitischen Transformationsangeboten.

Der Agentur für Arbeit liegen im Landkreis Fulda 1.503 Stellen zur Besetzung vor. Bedarf an – zumeist qualifiziertem - Personal besteht in nahezu allen Bereichen. Zugleich verfügt mehr als die Hälfte der arbeitslosen Menschen über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Es gilt, ungelernte und angelernte Personen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Agentur für Arbeit fördert eine Weiterbildung nicht nur bei arbeitslosen Menschen, sondern auch bei erwerbstätigen Personen.

Der Arbeitsmarkt im September 2025 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Höchster Anstieg der Arbeitslosenquote in der Arbeitslosenversicherung in ganz Hessen

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist die Zahl der Arbeitslosen im September 2025 im Vergleich zum Vormonat um 3,1 Prozent auf 2.837 gesunken, die Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies jedoch einen Anstieg um 6,0 Prozent - mit einem besonders starken Zuwachs von 21,6 Prozent in der Arbeitslosenversicherung, dem höchsten Anstieg dieser Art in ganz Hessen.

Im Bereich des Kreisjobcenters ging die Arbeitslosigkeit leicht um 0,6 Prozent zurück. Laut Matthias Dengler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, war die Arbeitslosigkeit in einem September zuletzt 2017 so hoch. Ursachen seien ein schleichender Beschäftigungsabbau über alle Wirtschaftsbereiche hinweg sowie strukturelle Veränderungen.

Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosenzahlen wird vor allem auf das Ende der Sommerferien zurückgeführt, da viele Ausbildungsabsolventen rasch eine Anschlussbeschäftigung fanden. Allerdings fiel der Rückgang schwächer aus als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die Agentur betont daher die Bedeutung von Weiterbildungsberatung, Qualifizierung und Transformationsangeboten. Derzeit sind im Landkreis 818 offene Stellen gemeldet, überwiegend im qualifizierten Bereich. Zugleich verfügt knapp die Hälfte der arbeitslosen Menschen über keine abgeschlossene Berufsausbildung – hier setzt die Arbeitsagentur mit geförderter Weiterbildung sowohl für Erwerbslose als auch für Beschäftigte an. (pm/ems) +++

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