Bund der Steuerzahler rügt
Parkhaus am Rosenbad im "Schwarzbuch": Was sagt die Stadt zur Kritik?
Archivbilder: O|N / Moritz Bindewald
01.10.2025 / FULDA -
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat am Dienstag sein diesjähriges Schwarzbuch "Die öffentliche Verschwendung 2025/26" mit 100 Beispielen für Steuergeldverschwendung veröffentlicht. Aus diesem Anlass stellte der hessische Steuerzahlerbund zwölf Fälle vor, in denen nach Ansicht der Organisation zu sorglos mit öffentlichen Geldern umgegangen wurde. Die Domstadt hat es mit einem Projekt auch auf die Liste geschafft. Die Stadt hat dazu auf OSTHESSEN|NEWS-Anfrage Stellung bezogen.
"Das Schwarzbuch zeigt seit mehr als fünf Jahrzehnten anhand konkreter Beispiele auf, welche Fehler zu Verschwendung führen. Damit wollen wir dazu beitragen, ähnliche Fälle in Zukunft zu vermeiden!", erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des BdSt Hessen in der offiziellen Pressemitteilung.
Bau des Parkhauses am Rosenbad wird hinterfragt
Einen Schwarzbuch-Eintrag erhielt neben elf anderen hessischen Orten auch die Stadt Fulda, die pünktlich zur Landesgartenschau 2023 mehr als 4,9 Mio. Euro in ein zusätzliches Parkhaus investiert hat, nicht einmal 100 Meter Luftlinie neben einem bereits bestehenden. Die Auslastung ist seitdem überschaubar, weshalb der Bund der Steuerzahler die Frage aufwirft, ob der Bau wirklich nachhaltig und sinnvoll war. "Mit den bisherigen Bestandsplätzen sowie dem gegenüberliegenden Parkhaus hätte der Bedarf an Parkplätzen wohl die meiste Zeit des Jahres gedeckt werden können" heißt es in der Pressemitteilung. Der Bau des Gebäudes wurde schon in den letzten Jahren mehrfach kritisch beäugt. Stadt Fulda bezieht Stellung
Die Stadt Fulda reagiert mit deutlichen Worten auf die Kritik des Bundes der Steuerzahler und verweist auf neuere Nutzungszahlen, die den Gegenbeweis liefern sollen. Pressesprecher Johannes Heller betont: "Anhand der vorstehenden Daten ist erkennbar, dass im Jahr 2024 bei den Kurzparkern die Auslastung schon höher war, als im Jahr 2023, in dem die Landesgartenschau stattfand. Jetzt im September 2025 wurde schon die Gesamtfrequenz des Jahres 2024 erreicht. Die Zahlen steigen bei den Kurzparkern demzufolge kontinuierlich an." Er weist außerdem darauf hin, dass die Steuerzahlerbund-Kritik allein auf 2023 und 2024 basiert, dabei aber der aktuellste Aufwärtstrend ausgeblendet werde.Heller erklärt weiter, dass das Parkhaus Rosenau gebaut wurde, um den regulären Parkraumbedarf des Freibades und der angrenzenden Quartiere zu decken: "Vor dem Bau kam es regelmäßig zu Beschwerden, weil Besucher keine Parkplätze fanden und in Wohngebiete auswichen". Eine Erweiterung des bestehenden Parkhauses Freibad Rosenau sei keine nachhaltige Lösung gewesen - "die Belastung dort war bereits vor dem Bau extrem hoch", heißt es über das Parkhaus mit 210 Stellplätzen.
Archivbild: O|N / Maria Franco